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Wurzen Asylanträge in Afrika stellen und dafür sorgen, dass sich Arbeit wieder lohnt
Region Wurzen Asylanträge in Afrika stellen und dafür sorgen, dass sich Arbeit wieder lohnt
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00:22 08.09.2017
Polizist Lars Herrmann kandidiert für die AfD im Bundestag. Quelle: Thomas Kube
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Parthenstein

Dass Lars Herrmann bei der AfD gelandet ist, hat durchaus mit seinem Beruf zu tun. Der 40-jährige Vater dreier Söhne mit Wohnsitz im Parthensteiner Ortsteil Klinga ist Bundespolizist. Und da erlebt er immer wieder, dass er einen und denselben Mann dreimal in einer Woche auf dem Leipziger Hauptbahnhof festnimmt „und nichts passiert“. Das frustriert den Polizeihauptkommissar und AfD-Direktkandidaten im Landkreis Leipzig, der sich während seiner Ausbildung auch intensiv mit dem Grundgesetz beschäftigt hat. Dass dessen Vorgaben immer weniger praktische Anwendung finden, ist ein Grund dafür, dass er vor vier Jahren bei der AfD landete.

„Die, die bei uns Verantwortung tragen, halten sich nicht an die Gesetze.“ Damit meint Herrmann das Schengen- und das Dublin-Abkommen. Er stehe für die Forderung nach einer Trennung von Asyl und Zuwanderung. Und für Volksentscheide, wie es sie etwa in der Frage hätte geben müsse, ob die Grenzen für Flüchtlinge vor zwei Jahren hätten geöffnet werden dürfen. Derartige Fragen dürften nicht von Repräsentanten entschieden werden, die aller vier Jahre gewählt werde. Und weiter: „Wir bekommen eine qualifizierte Zuwanderung nicht hin, wenn wir Zuwanderung über das Asylrecht betreiben.“ Denkbar seien ein Punktesystem und Kanada als Vorbild.

Es sei jedenfalls offenkundig, dass die Leute, die als Asylbewerber nach Deutschland kommen, „alles andere als qualifiziert sind“. Oder, wie es Herrmann auch formuliert: „Der indische Bauer, der vom Acker kommt, wird nicht bei Porsche Autos zusammenschrauben.“ Deutschland könne nicht die ganze Welt aufnehmen. Deshalb müssten Asylanträge bereits in Afrika geprüft werde, „aber das funktioniert nur unter UN-Mandat“. Herrmann plädiert zudem für einen kompletten Grenzschutz, womit allerdings keine vollständige Grenzschließung gemeint sei.

Wer arbeitet, soll mehr Geld in der Tasche haben als jemand, der staatliche Transferleistungen bezieht. Steuern und Abgaben müssten auf ein Niveau sinken, „dass sich Arbeit wieder lohnt“, sagt der Polizist, der für die Zeit bis zum Wahltermin von seinem Dienstherrn freigestellt ist.

Bleibt die Frage, wo sich jemand wie Herrmann, auf der sächsischen Landesliste an zehnter Stelle, in einer Partei wie der AfD verortet. „Bei Frauke Petry.“ Früher habe er CDU gewählt, nach dem Linksruck der Merkel-Partei nicht mehr. Die CDU habe eine Lücke hinterlassen, die die AfD nunmehr gefüllt habe.

Von Nikos Natsidis

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