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Wurzen Asylbeauftragte: Ausschreitung in Wurzen schürt Ängste
Region Wurzen Asylbeauftragte: Ausschreitung in Wurzen schürt Ängste
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14:15 14.06.2017
Im Wurzener Rathaus wurde die jüngste Aktion verurteilt. (Archivfoto) Quelle: Röse
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Wurzen

Als den „völlig falschen Weg“ hat Wurzens Asylbeauftragte Cornelia Hanspach die Ausschreitungen am Freitagabend in der Innenstadt bezeichnet. Wie berichtet, versammelten sich bis zu 100 teils alkoholisierte Personen auf dem Marktplatz und zogen skandierend vor das Gebäude in der Wenceslaigasse, in dem jene Asylbewerber eingemietet sind, die Pfingstmontag zwei Anwohner tätlich angegriffen hatten. Lediglich der massive Polizeieinsatz verhinderte einen möglichen Übergriff.

„Mit der jetzige Reaktion darauf“, so Hanspach, „erreicht man nichts – gar nichts!“ Vielmehr werde Angst geschürt und zwar auch bei den Flüchtlingen, die sich wirklich integrieren wollen und ebenfalls in dem Haus wohnen. Aus Sicht von Hanspach habe die „schwachsinnige Aktion“ einzig und allein dazu geführt, dass Asylbewerber, die wirklich gewillt sind, sich in Wurzen einzuleben, über kurz oder lang die Stadt verlassen.

„Es gibt gewiss andere Wege, mit dem Vorfall zu Pfingsten umzugehen.“ Was damals passierte, verurteile sie genauso wie das Echo darauf. „Wir als Stadtverwaltung und ich persönlich suchten direkt das Gespräch mit den jungen Eritreern und verdeutlichten ihnen, dass ihr Verhalten nicht toleriert wird.“ So erfolgte eine Strafanzeige und die entsprechende Information an die verantwortliche Behörde, das Landratsamt. Der lautstarke Protest vom Freitag sei jedoch nur geeignet gewesen, sein Mütchen zu kühlen. „Mit solchen unschönen Taten ändert sich nichts.“

Über den Aufruf zum Treffen erfuhr die Stadtverwaltung übrigens im Facebook und konnte sich deshalb darauf vorbereiten. „Natürlich sitzt niemand im Stadthaus 24 Stunden vorm Computer und liest sämtliche Einträge. Aber ein Auge haben wir schon darauf.“ Dass letztlich nichts Schlimmeres passierte, sei dem Einsatz der Polizei zu verdanken, die gegen 20 Uhr sogar noch Verstärkung vor Ort schicken musste, sagte Hanspach.

Von Kai-Uwe Brandt

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