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Asylbewerber-Zahlen weiter rückläufig: Im März nur vier Zuweisungen im Kreis Leipzig

Flüchtlinge Asylbewerber-Zahlen weiter rückläufig: Im März nur vier Zuweisungen im Kreis Leipzig

Die Zuweisungen von Flüchtlingen im Landkreis Leipzig nimmt weiter kontinuierlich ab. Nachdem das Böhlener Apart-Hotel vor wenigen Tagen geschlossen wurde, steigt die Quote der dezentralen Unterbringung der Geflüchteten. Auf die Behörden kommen nun andere Aufgaben zu.

Die Asylbewerberunterkunft in Böhlen wurde geschlossen.

Quelle: Andreas Döring

Landkreis Leipzig . Die Zahl der Asylbewerber ist weiter rückläufig. Ende März waren nach Angaben des Ausländeramtes 2128 Flüchtlinge im Landkreis untergebracht. Zum Jahresende 2016 waren es noch 2344, zu Spitzenzeiten hatte die Zahl bei über 2900 gelegen. „Wir merken sehr deutlich, dass weniger Asylbewerber in Sachsen ankommen, die auf die Landkreise verteilt werden“, erklärte Landrat Henry Graichen (CDU). Seit Jahresbeginn wurden dem Landkreis insgesamt 77 Erstantragsteller zugewiesen, davon im Januar 26, im Februar 47. Im März erreichte die Zahl mit nur vier Neuankömmlingen einen absoluten Tiefststand.

Seit Januar wurden außerdem laut Landkreis-Angaben 42 freiwillige Ausreisen registriert. Die Zahl der Abschiebungen, die 2017 über die Bühne gingen, ist hingegen überschaubar. Neun Asylbewerber mussten den Landkreis auf diesem Weg bis Ende März verlassen.

Einschneidende Änderungen gab es bei den Asylbewerberunterkünften. Fünf gingen inzwischen vom Netz: die Heime in Thräna (Stadt Borna), Elbisbach und Hopfgarten (beide Frohburg), Bahren (Stadt Grimma) und als größtes das Apart Hotel in Böhlen. „Insbesondere durch die Schließung der Unterkunft in Böhlen hat sich die Quote der dezentral untergebrachten Asylbewerber weiter erhöht“, bilanziert Graichen. In dem Böhlener Objekt wohnten zuletzt rund 120 Menschen, vor allem Familien zogen in Wohnungen um.

„Wie es jetzt mit dem Gebäude allerdings weitergehen soll, ist noch unklar“, sagt Brigitte Laux, Sprecherin des Landratsamtes. Wie berichtet, hatte der bisherige Betreiber Pro Shelter vom Landratsamt die Kündigung für die Betreibung der Einrichtung erhalten, weil Brandschutzauflagen nicht erfüllt worden seien.

Seit Anfang April 2016 wurde das frühere Hotel an der Leipziger Straße als Asylbewerberunterkunft genutzt, davor diente es als Erstaufnahmeeinrichtung, um das in Chemnitz zu entlasten. Erstmals wurden im Januar 2015 hier Flüchtlinge untergebracht. Wie es mit dem Gebäude weitergehen soll, weiß auch Böhlens Bürgermeister Dietmar Berndt (parteilos) nicht. „Das ist schon deshalb nicht absehbar, weil die Eigentümerverhältnisse unklar sind“, sagt der Rathauschef. Selbst das Landratsamt wisse nicht genau, ob Pro Shelter das Haus gekauft oder lediglich als Betreiber übernommen habe. Laux bestätigt das – bei Pro Shelter war trotz mehrmaliger Versuche niemand zu erreichen.

Dass das Haus in absehbarer Zeit wieder von Flüchtlingen bewohnt werden könnte, wollen weder Berndt noch Laux ausschließen. In Anbetracht der weltweiten Konflikte sei durchaus mit weiteren Flüchtlingsströmen zu rechnen.

Laut aktueller Statistik sind von den derzeit im Landkreis lebenden Asylbewerbern rund 900 in Heimen und etwa 1200 in Wohnungen untergebracht. Die meisten Flüchtlinge sind derzeit in Borna (404) und Grimma (355) zuhause. Es folgen Kapazitäten in Wurzen (205) und Markranstädt (202). Zwischen 100 und 200 Asylbewerber sind jeweils in Borsdorf, Brandis, Colditz, Neukieritzsch und Rötha registriert. Nach wie vor keine Flüchtlinge gibt es in Belgershain, Kohren-Sahlis, Narsdorf, Parthenstein und Thallwitz.

Voraussagen über die weitere Entwicklung der Flüchtlingszahlen bleiben schwierig. „Für Mai wurde für unseren Landkreis zum Beispiel wieder eine mittlere zweistellige Anzahl von Neuzugängen angekündigt“, so Graichen.

Ein weiterer Trend macht sich zunehmend bemerkbar. Durch die schnellere Entscheidung über die Anerkennung oder Ablehnung von Asylanträgen durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge kommen neue Aufgaben auf den Landkreis zu. Anerkannte Asylbewerber fallen nicht mehr unter das Asylbewerberleistungsgesetz, sondern in den Bereich des SGB II, auch als Hartz IV bekannt. Die Verantwortung durch diese Verschiebung liegt dann auf Seiten des Jobcenters. Ende vorigen Jahrs betrug die Zahl der neuen SGB-II-Bezieher reichlich 1000. In diesem Jahr wurden bereits 165 Leistungsempfänger gezählt.

Von Simone Prenzel und Julia Tonne

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