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Auf den Spuren von Lava und Eis: Porphyrland bildet Geopark-Ranger aus

Tourismus Auf den Spuren von Lava und Eis: Porphyrland bildet Geopark-Ranger aus

Bisher kann der Bedarf an sachkundigen Führungen durch die Geopark Porphyrland nicht immer befriedigt werden. Zertifizierte Geo-Ranger sollen künftig Abhilfe schaffen und Besuchern die geologischen Reize der Region nahebringen.

Lehrstoff in der Natur: Die künftigen Ranger drücken nicht nur die Schulbank, sondern sind in der Region des Geoparks unterwegs.

Quelle: Lothar Andrä

Landkreis Leipzig/Grimma. Erdgeschichte erlebbar machen, ist meist ein schwieriges Unterfangen. Im Geopark Porphyrland startete deshalb Ende März eine spezielle Ausbildung, an deren Ende bestenfalls 16 hoch motivierte und gut ausgebildete Geo-Ranger stehen. Als kenntnisreiche Gästeführer sollen sie Besuchern künftig die geologischen Besonderheiten der Region zwischen Hohburger Schweiz und Rochlitzer Berg nahebringen. „Bislang gibt es nur wenige Personen, die für Führungen bereitstehen“, berichtet Kerstin Fiedler, Managerin des Geoparks Porphyrland. Diesen personellen Engpass wollen die Akteure jetzt angehen.

Nicht zuletzt kommen sie damit dem Wunsch der Unesco nach. Diese hatte den Geopark-Machern empfohlen, die Erlebbarkeit der Region zu fördern, um beim nächsten Anlauf für eine Anerkennung als Unesco-Geopark bessere Karten zu haben. „Vor allem geht es darum, Offerten für Touristen zu entwickeln“, erläutert Kerstin Fiedler. Diesem Ziel dient maßgeblich die Ausbildung der Geo-Ranger.

Erste Unterrichtseinheiten haben die 16 Teilnehmer im Alter von Anfang 30 bis Anfang 60 bereits gemeistert. Unterm Strich werden sie 80 Stunden absolviert haben. „Am vorigen Wochenende stand die Besichtigung der Geoportale in Hohburg und Röcknitz sowie eine Exkursion zu den Wind- und Gletterschliffen am Kleinen Berg auf dem Programm“, berichtet Annett Krüger. Die Wissenschaftlerin vom Institut für Geografie der Universität Leipzig begleitet die Geschicke des Geoparks von Anfang an und wird die Teilnehmer in die Geheimnisse der Landschaft einweihen. „Wir freuen uns sehr, dass wir für die Ausbildung viele natur- und umweltkundlich Interessierte gewonnen haben.“ Fast 40 Anmeldungen seien eingegangen, so dass gar nicht alle berücksichtigt werden konnten. Eine wissenschaftliche Ausbildung wird nicht vorausgesetzt. „Allerdings ist der Kurs durchaus anspruchsvoll und setzt ein gewisses Interesse an der Materie voraus.“ Gelehrt werden nicht nur Geologie und Entstehung der Landschaft. Zum vielfältigen Curriculum gehören auch didaktische Grundlagen.

Am Ende ihrer Ausbildung sollen die Geo-Ranger Besuchergruppen auf eine Reise in die Vergangenheit begleiten, sie auf die Spuren von Lava und Eis entführen, die das Porphyrland vor Millionen von Jahren geprägt haben. Die Schatzkiste des Geoparks erlebnisreich präsentieren – dieser Aufgaben möchten sich die Teilnehmer gern stellen. Jeder bringt individuelle Vorkenntnisse mit, was die Palette noch bunter macht, findet Annett Krüger. „Wir haben Naturschutzbeauftragte im Kurs, aber auch einen Biologen oder eine Floristin.“ Sogar ein Wolfsbeauftragter ist unter den Teilnehmern. „Viele engagieren sich bereits ehrenamtlich und wollen künftig als zertifizierte Geopark-Ranger die Region bekannt machen.“ Fachpublikum weiß längst, was es am größten Vulkanitgebiet Europas hat. Otto-Normalverbraucher die geologischen Reize nahezubringen, gilt aber als besondere Herausforderung. Niemand wird automatisch ins Schwärmen geraten, wenn er vor den Hohburger Gletterschliffen steht. Die künftigen Geo-Ranger sollen hier quasi als Übersetzer fungieren, das tote Gestein und die damit verbundenen Geschichten zum Leben erwecken.

Von Simone Prenzel

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