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Wurzen Auf der Suche nach eigenen Stärken: Colditzer Schüler auf Kompetenzrallye
Region Wurzen Auf der Suche nach eigenen Stärken: Colditzer Schüler auf Kompetenzrallye
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17:05 01.09.2016
So wird’s gemacht: Colditzer Oberschüler nutzen bei den Schul-Skills die Chance, ihre praktischen Fertigkeiten und Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Quelle: Foto: Frank Schmidt
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Colditz

Zum dritten Mal hat das Bildungs- und Sozialwerk (BSW) Muldental mit einem Projekt zur Nachwuchsgewinnung Schülern aller Klassenstufen der Sophienschule in Colditz die Chance eingeräumt, eigene Fähigkeiten und Fertigkeiten mal selbst auf den Prüfstand zu stellen. Erstmals wurden unbegleitete Jugendliche mit Migrationshintergrund eingebunden, um ihnen für die Berufsorientierung gezielt Integrationstüren zu öffnen.

Neudeutsch wird dieser Aktionstag „Schul-Skills“ genannt und von verschiedenen Partnern und Institutionen unterstützt. „Wir konnten Jugend- und Schulsozialarbeiter, Ausbilder und Praxisberater gewinnen. Förderverein und Elternrat der Schule halfen bei der Pausenversorgung“, freute es Ronny Kriz vom BSW. Involviert waren auch Vertreter vom Leipziger Zentrum für Arbeits- und Organisationsforschung, kurz Zarof genannt.

„Die Schul-Skills ist eine auf Stärken orientierte Kompetenzrallye, bei der die Schüler an ganz unterschiedlichen Ständen unternehmens- und branchenrelvante Aufgaben lösen sollen, vor denen sie später mal in einem dieser Unternehmen stehen könnten. Damit sollen sich bei den Schülern schon Ideen und Vorstellungen entwickeln, wie sich mal der alltägliche Arbeitsablauf gestalten wird“, skizzierte Marie-Luise Rieger von der Zarof das Ziel des Aktionstags. „Und von den Unternehmensvertretern bekommen die Jugendlichen ein Feedback, was sie dabei gut gemacht haben“, fügte sie an. Es gehe also vordergründig darum, zu schauen, was die Schüler wirklich gut können. Denn es beweise sich immer wieder, „dass viele von ihnen mit ihren praktischen Fertigkeiten und Fähigkeiten viel stärker sind, als es die schulischen Leistungen widerspiegeln“, weiß Marie-Luise Rieger.

Unterschwellig kommt sie damit auf ein Hauptproblem der Wirtschaft und Industrie zu sprechen – den Fachkräftemangel. „Leider haben das nicht alle Unternehmen erkannt. Besonders in den Ballungszentren wie Leipzig müssen sich einige vorwerfen lassen, diese Entwicklung entweder zu ignorieren oder gar verschlafen zu haben“, findet Veronika Seidel von der Sächsischen Bildungsagentur, Regionalstelle Leipzig klare Worte. „Für den ländlichen Raum wie in Colditz kann ich das nicht bestätigen. Da tragen die seit drei Jahren initiierten Schul-Skills Früchte. Positiv wirkt sich aus, dass sich vor allem Unternehmen aus der Region beteiligen“, ergänzte Veronika Seidel. Das besonders mache für Marie-Luise Rieger den Unterschied aus. „Stichwort aus der Region, in der Region. Unternehmen machen sich bekannt, um ihren Nachwuchs vor Ort zu gewinnen. Und jede Aktivität in diese Richtung ist eine Investition in die Zukunft der Fachkräftegewinnung“, betonte die Zarof-Vertreterin.

An den Schul-Skills 2016, die über das Leaderprogramm Leipziger Muldenland gefördert wurden, nahmen 23 Unternehmen, Betriebe und Institutionen teil. Vom Autohaus über Gartenbaubetrieb bis hin zur Kommunikationstechnik, Bundeswehr und Polizei.

Von Frank Schmidt

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