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Aufforstung in Großzschepa: Auf alter Sandgrube gedeiht jetzt neue Bienenweide

Lossatal Aufforstung in Großzschepa: Auf alter Sandgrube gedeiht jetzt neue Bienenweide

Einst nutzten Kinder und Jugendliche das Terrain an der Röcknitzer Straße in Großzschepa zum Skispringen. Jetzt gedeihen hier auf 3000 Quadratmeter Weißdorn, Hartriegel, Haselnuss und vieles mehr. Das Konzept zur Aufforstung der alten Sandgrube erarbeitete der Thammenhainer Landwirt Frank Uhlemann.

Maik Kresse (re.) und Robert Gruner sowie weitere Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Großzschepa löschen den Durst der vielen neu angepflanzten Bäume und Sträucher am Ortsausgang von Großzschepa in Richtung Röcknitz. Die anhaltenden Trockenheit der vergangenen Woche machten diesen ungewöhnlichen Feuerwehreinsatz notwendig.

Quelle: Thomas Kube

Lossatal/Grosszschepa. Über Jahrzehnte hinweg war die ehemalige Sandgrube an der Röcknitzer Straße in Großzschepa ein verwildertes und vermülltes Areal. Einheimische bezeichnen das Gebiet nach den Erzählungen der Altvorderen als Sandheide, da hier im 19. Jahrhundert und vielleicht schon früher Sand gewonnen wurde. In den 20er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts entstand ein Kadaverhäuschen, nachdem vorher die toten Tiere im Spritzenhaus lagerten, bevor sie der Abdecker holte. Später übten hier Kinder und Jugendliche Abfahrtslauf und Skispringen, bevor es dann auf die Skiwiese, Hauptschneise oder Rodelbahn nach Hohburg ging.

In jüngster Zeit suchte nunmehr die Gemeindeverwaltung Lossatal eine sogenannte Ausgleichfläche, um Aufforstungen nachzuweisen. Als geeignet dafür zeigte sich die alte Sandgrube. Daher erarbeitete der Thammenhainer Landwirt Frank Uhlemann, bekannt durch viele ökologische Vorhaben, ein Konzept und beantragte entsprechende Fördergelder. Statt Marktfrüchte zu erzeugen, legt der 54-Jährige mit seinem Land- und Forstwirtschaftsbetrieb Hecken und Blühstreifen an oder forstet neuen Wald auf. Auf drei Standorten verteilt betreibt Uhlemann zum Beispiel sogenannte Kurzumtriebsplantagen zu Forschungszwecken für den Staatsbetrieb Sachsenforst und für das Thünen-Institut für Forstgenetik in Eberswalde. Der Thammenhainer stellt aber ebenso Flächen für Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen im Rahmen von Straßenbau zur Verfügung und führt die Pflanzungen selbst aus.

An der Röcknitzer Straße jedenfalls wächst jetzt eine Bienenweide auf einer Fläche von circa 3000 Quadratmetern. Im Herbst 2016 bereitete Uhlemann das Land für die Pflanzaktion vor. Ende März startete schließlich das Projekt, an der sich Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung Lossatal mit Bürgermeister Uwe Weigelt (SPD) an der Spitze sowie eine Reihe von Einwohnern Großzschepas beteiligten. Darunter auch Jürgen Schmidt, Vorsitzender des Fördervereins Rittergut Großzschepa.

In die Erde kamen Hecken- und Gehölzpflanzen, wie Wildrosen, Schlehen, Weißdorn, Hartriegel, Haselnuss, Eberesche, Holzbirne, Traubenkirsche, Pfaffenhut, Holunder oder Schneeball. Dazu noch vier Winterlinden. Da die Arbeiten an einem Sonnabend nicht zu bewältigen war, setzte sie Uhlemann in den Tagen darauf fort. Ende voriger Woche schließlich übernahm zum Schluss die Freiwillige Feuerwehr Großzschepa das Angießen und Einwässern der Pflanzen.

Wie Jürgen Schmidt mitteilte, gebührt allen Beteiligten ein „großes Dankeschön“. Einmal mehr habe sich dadurch die „gute Gemeinschaft im Dorf“ gezeigt. „Jetzt kann an diesem Standort ein Biotop für Bienen und viele andere Wildtiere entstehen. Die Rehe, die auf dieser Flur stehen und bei Spaziergängen oft zu beobachten sind, müssen aber noch warten, bevor sie hier im Unterholz Schutz suchen können.“ Denn ein fachgerechter Wildschutzzaun sichert bis dahin das Anwachsen der Pflanzen.

Von Kai-Uwe Brandt

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