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Wurzen Aus für Wagelwitzer Wehr?
Region Wurzen Aus für Wagelwitzer Wehr?
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15:25 22.11.2012
Wehrleiter Frank Hempel ist besorgt: Die Existenz seiner Wehr steht auf der Kippe, obwohl der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes, David Zühlke, in einem Interview erklärte, dass jeder Feuerwehrmann gebraucht wird. Quelle: Frank Schmidt
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Grimma

Aber wir können nur für uns sprechen", stellt Frank Hempel als Wehrleiter in Wagelwitz klar. Und mit uns meint er seine 15 Mannen, die in dem Dorf mit etwa 160 Einwohnern nordwestlich von Mutzschen ihren ehrenamtlichen Dienst versehen. Ein Blick auf den Dienstplan belegt die Bereitschaft, sich regelmäßig in der Freizeit der Gerätekunde zu unterziehen, Atemschutztechnik zu trainieren sowie Pumpen und Aggregate beherrschen zu lernen. „Soll das alles umsonst gewesen sein", stellt Hempel die Gretchenfrage. Denn mit der Schließung der Wagelwitzer Feuerwehr würden die Kameraden ihre Uniform an den Nagel hängen, wird schon jetzt angekündigt. „So gewinnt man nicht den dringend benötigten Nachwuchs", legt Hempel nach. Darüber hinaus würde es der Stadt auch an Einsatzkräften fehlen, die immer öfter aus den Reihen der Feuerwehren rekrutiert werden, um Großveranstaltungen in und um Grimma abzusichern. Aber auch im eigenen Dorf habe das von der Freiwilligen Feuerwehr getragene gesellschaftliche Leben keine Perspektive mehr. „Natürlich könnten man auch privat agieren, aber die Feuerwehr im Dorf bedeutet Zusammenhalt, Kameradschaft und Geselligkeit - das ist einfach so." Während das eher ein bitterer Beigeschmack ist, sieht Hempel vielmehr die brandschutztechnische Sicherheit im Dorf gefährdet. Die Wehr habe 2010 ein nagelneues Einsatzfahrzeug bekommen. „Aber da gehörten wir noch zu Mutzschen. Und da hatte man die Notwendigkeit nicht infrage gestellt und sich für so eine Investition entschieden. Soll das mit der Zugehörigkeit zu Grimma plötzlich anders sein", stellt Hempel damit die zweite Frage, die nicht nur ihn beschäftigt. „Wir wissen wohl, dass eingespart werden muss, aber bitte nicht auf Kosten der Sicherheit. Schließlich haben wir große landwirtschaftliche Gebäude im Dorf." Noch etwas erscheint dem Feuerwehrmann widersprüchlich. „Auf der einen Seite wird erwogen Feuerwehren zu schließen, auf der anderen Seite verkündet der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes, David Zühlke, in einem Interview, dass jeder Feuerwehrmann gebraucht wird. Wie passt das zusammen", lautet Hempels dritte Frage. Noch ist nichts entschieden, hieß es auf Anfrage im Rathaus. „Ein unabhängiges Ingenieurbüro stellte den ersten überarbeiteten Entwurf unter Berücksichtigung der von den Ortsfeuerwehren eingegangen Stellungsnahmen zum BBPl vor", teilt Marlen Rabold mit. Und: „Der Entwurf des BBPl ist eine objektive Empfehlung über die Ausstattung und den Bedarf bezüglich der Grundsicherung der gesamten Feuerwehren in Grimma", hieß es weiter. „Dieser wird Grundlage für einen zu fassenden Beschluss des Stadtrates sein." Deshalb wolle man „zum jetzigen Zeitpunkt" noch keine Aussage treffen, welche und wie viele Feuerwehren geschlossen werden. Das meinte auch der Gemeindewehrleiter René Heinrich. „Wir werden jedoch keinen Feuerwehrmann hängen lassen. Vielmehr brauchen wir jeden gut ausgebildeten Mann", meinte er.

Frank Schmidt

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