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Ausbau der Bundesstraße 6: Macherner reichen Wunschkatalog ein

Lkw-Fahrverbot und Flüsterbelag Ausbau der Bundesstraße 6: Macherner reichen Wunschkatalog ein

Mit dem geplanten Ausbau der Bundesstraße 6 durch Machern verbinden Anwohner die Hoffnung auf weniger Lärm und mehr Sicherheit vor ihrer Haustür. In einer Befragung wurden die Einwohner um ihre Vorstellungen gebeten. Den Wunschkatalog hat Bürgermeisterin Doreen Lieder (parteilos) kürzlich dem Landesamt für Straßenbau und Verkehr übermittelt.

Temposünder werden am Ortseingang von Machern bereits zur Kasse gebeten. Auch im weiteren Verlauf der Ortsdurchfahrt hoffen die Anwohner auf noch mehr Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer.
 

Quelle: Andreas Röse (Archiv)

Machern.  Die Ausgangslage ist bekannt: Rund um Machern gibt es keinen konfliktfreien Korridor für die Verlegung der B 6. Seit nunmehr 15 Jahren erhitzt deshalb die Zukunft der Bundesstraße die Gemüter.

Die Ortsentwicklung nach der Wende hatte den Straßenplanern einen Strich durch die Rechnung gemacht. Wohnsiedlungen und nicht zuletzt der Golfplatz im Norden entstanden und verbarrikadierten bis dahin freie Räume. Zudem wimmelt es rund um Machern vor Schutzgebieten, die eine Realisierung ebenfalls unmöglich erscheinen ließen.

So wirkte es Anfang 2013 wie ein Befreiungsschlag, als sich Kommune, mehrere Bürgervereine und das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) auf eine Marschrichtung einigten: Machern rang sich dazu durch, die Forderung nach einer Ortsumgehung endgültig fallen zu lassen. Der Ausbau der bestehenden Bundesstraße wird seitdem als gemeinsames Ziel formuliert.

Vor dieser Einigung hatten Studien die Bevölkerung immer wieder in helle Aufregung versetzt. Zeitweise waren sechs Varianten in der Diskussion, um Machern vom Durchgangsverkehr zu entlasten: zwei im Norden, eine im Süden, die sogenannte Null-Variante und zwei bahnparallele Trassen. Doch alle Voruntersuchungen bestätigten, was ohnehin jeder mit bloßem Auge erkennt: Rund um Machern gibt es keinen Korridor, auf dem die Autos am Ortskern vorbeidüsen könnten.

Seit Jahren laufen die Gespräche am Runden Tisch Verkehr, der sich regelmäßig in Machern trifft. Dieser ergriff im Vorjahr die Initiative und startete eine Bürgerbefragung. „Unser Ziel war, Anregungen und Vorschläge der Macherner aufzunehmen, um sie dem Lasuv mit auf den Weg zu geben“, erklärt Jürgen Laube, Vertreter des Bürgervereins Zukunft Mache(r)n. Mit dem Ergebnis zeigt sich auch Bürgermeisterin Doreen Lieder (parteilos) zufrieden: „Viele Betroffene haben sich beteiligt und ihre Vorstellungen geäußert.“ Aus Sicht der Gemeindechefin könne Machern auch erwarten, dass auf einige Forderungen eingegangen werde. „Schließlich waren im Bundesverkehrswegeplan für die Verlegung der B 6 zuletzt 27 Millionen Euro im Gespräch, also eine ganze Menge Geld. Auch deshalb haben wir die Hoffnung, dass nicht alle Erwartungen der Bürger beim Ausbau der Straße unter den Tisch fallen.“ Schließlich spare sich der Bund durch den Verzicht auf die viel teurere Verlegung eine gewaltige Ausgabe.

Neben einer größeren Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer habe für viele Anwohner das Thema Lärm Priorität, schildert Lieder. Dies schlägt sich darin nieder, dass zum Beispiel ein Absenken der B 6 und der Einsatz von Flüsterbelag gefordert werde. „Außerdem bitten wir das Lasuv darum, ein Verbot für den Schwerlastverkehr in der Zeit von 22 Uhr bis 6 Uhr zu prüfen.“ Die Bürgerbefragung habe außerdem den Wunsch nach ausreichend hohen und bepflanzten Lärmschutzwänden „ab der Kreuzung Breitscheidstraße/Lindenallee bis mindestens zur Einfahrt Mühlenweg“ ergeben. Vorstellen könnten sich die Macherner ebenso eine zusätzliche Querung für Radfahrer und Fußgänger vom Schlossblick Richtung Norden, zum Beispiel auf Höhe des Mühlenweges. Weitere Vorschläge lauten: maximal Tempo 50 in der Ortslage, mehrere Querungshilfen und ein durchgängiger Radweg bis Bennewitz. Zu prüfen sei auch die Einführung einer Lkw-Maut mindestens bis zur B 107-Kreuzung bei Altenbach.

Ihre Vorschläge möchten die Macherner gern mit dem Landesamt diskutieren. Um ein Gespräch bemühe man sich, so die Ankündigung am Runden Tisch Verkehr. Möglichst bald schwebt den Akteuren und Bürgermeisterin Lieder eine Podiumsdiskussion zum Thema vor. Allerdings müsse dazu vorab die Bereitschaft der Lasuv-Verantwortlichen vorliegen. Schon jetzt gibt es allerdings auch Stimmen, die vor übertriebener Euphorie warnen: „Auch das Lasuv kann nicht gegen gesetzliche Normen für den Ausbau einer Bundesstraße verstoßen“, meint Gemeinderat Uwe Richter (FWG).

Von Simone Prenzel

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