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Wurzen Auszug: Eine Chance für die ganze Familie
Region Wurzen Auszug: Eine Chance für die ganze Familie
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05:00 11.06.2010
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. Allzuleicht sind Mütter und Väter dann bereit, aus Liebe zu ihrem Kind die eigenen Grenzen zu übersehen. Doch das muss nicht sein.

Die Herrnhuter Diakonie verfügt in Hohburg bald über alle modernen Wohnformen für Behinderte – vom Leben im Heim, in der Außenwohngruppe bis zur selbstständigen Alltagsgestaltung im ambulant betreuten Domizil. Die Behindertenhilfe bietet Eltern das Gespräch darüber an, wie sich bei jungen Leuten ab 18 Jahren der Übergang vom Leben in der Familie in ein mehr oder weniger selbstständiges Wohnen ermöglichen lässt. Mit dem kostenlosen und ganz auf den Einzelfall zugeschnittenen Beratungsangebot sieht sich die Sozialeinrichtung als Vorreiter im Muldental. „Der Schritt in die Selbstständigkeit ist für Heranwachsende wichtig, gleichgültig in welcher körperlichen oder geistigen Verfassung sie sind. Das kann sogar die Basis für Entwicklungsschritte sein, die man gar nicht für möglich gehalten hätte", gibt Heimleiter Ronny Prosy seine Erfahrungen weiter. Er weiß, das bewusstes Loslassen behinderter Kinder Zeit braucht und viele Gespräche notwendig sind, damit Mütter und Väter voll Vertrauen ihre Entscheidung treffen können.

Momentan, so Prosy, habe er mit vier Familien Kontakt. Er weiß, dass sich Mütter und Väter schwer damit tun, ihr liebevoll umsorgtes Kind in ein anderes Umfeld zu geben. Für die Behinderten aber sei das in den meisten Fällen eine überdenkenswerte Chance, einen erstaunlichen Entwicklungsschub zu erleben. Für die Eltern hingegen erwachse daraus die Möglichkeit, noch einmal selbst Freiraum für Reisen, Steckenpferde oder neues Erleben in der Partnerschaft zu gewinnen.

Wichtig sei allerdings, den richtigen Zeitpunkt für einen Auszug nicht zu verpassen. Wirklich problematisch seien Fälle, wenn sich 50-Jährige durch Krankheit oder Tod von Bezugspersonen von einem Tag auf den anderen umstellen müssen. Mütter und Väter, die den Prozess der Loslösung unterstützen wollen, können ihr Kind in Hohburg in seiner neuen Umgebung begleiten und vorher dafür sorgen, dass es schrittweise mit dem neuen Umfeld vertraut wird. Das sei problemlos durch Wochenendbesuche möglich, durch die Teilnahme an Ausflügen oder das alljährliche große Sommerfest, das übermorgen mit den Bewohnern und ihren Familien, mit Freunden und Förderern des Hauses gefeiert wird. Ab 13 Uhr stehen auf dem Gelände neben der Kirche Menschen mit Behinderungen im Mittelpunkt und offenbaren ihre ganz erstaunlichen Begabungen.  

Ingrid Leps

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