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B 87n: Konsens scheint in weiter Ferne

B 87n: Konsens scheint in weiter Ferne

Schwieriger denn je scheint derzeit die Verständigung beim Thema B 87n. Die Einigkeit, die Landrat Gerhard Gey (CDU) erst vor wenigen Tagen gegenüber LVZ beschworen hatte, scheinen nicht alle lokalen Akteure so zu sehen.

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Tagung des Regionalen Planungsverbandes am Mittwoch in Naunhof: Auch hier ging es um das Thema B 87n.

Quelle: Klaus Peschel

Borsdorf. Besonders Nordsachsens Landrat Michael Czupalla (CDU) sorgte in den vergangenen Tagen für Irritationen. Er erweckte den Eindruck, es habe ganz aktuelle Abstimmungen mit der Stadt Leipzig gegeben und Leipzig sei nun für die Nordvariante. Das Rathaus der Messestadt sah sich daraufhin zu einem kurzen, aber eindeutigen Statement veranlasst.

„Das Jahr hat für die B 87n gut begonnen." Mit diesem Satz war Czupalla Anfang Januar von der Torgauer Zeitung zitiert worden. Nach Gesprächen mit der Leipziger Stadtspitze und dem Regionalen Planungsverband sei man sich einig, dass die Querung der Parthenaue für keine der beteiligten Parteien akzeptabel ist und die Nordvariante bevorzugt wird, berichtete das Blatt. Landrat Gerhard Gey hatte zuvor betont, dass sich die lokalen Akteure einschließlich der Messestadt einig seien, dass eine Querung der Parthenaue die konfliktträchtigste Lösung ist und man deshalb die Nordvariante bevorzuge. Der Chef des Landkreises Leipzig und zugleich Vorsitzender des Regionalen Planungsverbandes hatte allerdings auch durchblicken lassen, dass er dazu neuerlich keine Gespräche mit der Leipziger Stadtspitze geführt habe. Gey leitete diese Einigkeit ausschließlich aus der Beschlussfassung zur Teilfortschreibung des Regionalplanes ab. Dort hatte es bekanntlich ein einstimmiges Votum gegeben, das eine Querung der Parthenaue ausschloss. Offenbar aufgeschreckt durch Czupallas überschwängliche Neujahrsbotschaft meldete sich nun die Messestadt zu Wort: „Einen förmlichen Gesprächstermin zur B 87n hat es zwischen Oberbürgermeister Jung und Landrat Czupalla nicht gegeben. Im übrigen ist die Stadt Leipzig der Meinung, dass der Bau der B 87n zuallererst Sache des Landkreises ist." Die wenigen Zeilen, die auch auf Nachfrage nicht ergänzt wurden, klingen nicht sonderlich nach dem vor Tagen postulierten Konsens. „Zwar reden alle über die B 87n, aber keiner miteinander", kommentierte der Borsdorfer Rathauschef Ludwig Martin (CDU) das kommunikative Dilemma. „Mich hat die von Gey attestierte Übereinstimmung allerdings auch gewundert", räumte Martin ein. Er persönlich habe erst Ende Dezember am Rande einer Veranstaltung des Sächsischen Städte- und Gemeindetages mit Oberbürgermeister Burkhard Jung gesprochen. „Er sagte mir, dass seine Fachabteilungen der Meinung sind, eine Anbindung der B 87n im Leipziger Norden würde nicht funktionieren." Um den Leipziger Standpunkt auszuloten, will sich der Borsdorfer Rathauschef in den nächsten Tagen mit Edeltraut Höfer, Chefin des Verkehrs- und Tiefbauamtes, treffen. Auch ein Gespräch mit Leipzigs Baubürgermeister Martin zur Nedden hält Martin für überfällig. Trotz aller Widerstände, das habe Chefplaner Holger Wohsmann vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr ihm gegenüber erst kürzlich bekräftigt, führe die Vorzugsvariante des Freistaates durch die Parthenaue. „Dem", so Martin, „können wir nur begegnen, wenn sich die Region einig ist." Andernfalls werde Borsdorf auf dem Klageweg das gesamte Projekt zu Fall bringen. Noch einmal auf das Problem angesprochen, erklärte auch Andreas Berkner vom Regionalen Planungsverband: „Wir werden angesichts der Äußerungen der letzten Tage die Initiative ergreifen und die Hauptbeteiligten zu einem Gespräch einladen." Gegenüber Land und Bund müsse die Region glasklar Position beziehen. „Wir wollen eine B 87n, aber in einer Art und Weise, die Akzeptanz findet."

Simone Prenzel

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