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BI: Parthenaue weiter in Gefahr

BI: Parthenaue weiter in Gefahr

Borsdorf/Panitzsch. Mehr denn je bestehe die Gefahr, dass die geplante B 87 n durch das Territorium der Gemeinde Borsdorf führt. Das machte die Bürgerinitiative Pro Parthenaue auf ihrer Mitgliederversammlung deutlich.

. „Das Land Sachsen hält weiter an seiner heiß geliebten Trasse durch die Parthenaue fest", warnte BI-Vorsitzender Mathias Leutert. An die Gemeinde Borsdorf erging der dringende Appell, eine Klage gegen die inzwischen erfolgte Teilfortschreibung des Regionalplanes nicht auf die lange Bank zu schieben.

Die Botschaften, die die BI-Vorstände aus Panitzsch und Taucha von ihrem kürzlichen Treffen im Bundesverkehrsministerium mitbrachten, sorgen für Ernüchterung. Im Hause Ramsauer hat Sachsen seine überarbeiteten Planungen für das Raumordnungsverfahren vorgelegt. „Trotz Tausender Bürgereinwände, fachlicher Kritik und einer massiven Gegenwehr speziell in Borsdorf, Panitzsch und Taucha hält das sächsische Autobahnamt weiter an der bekannten Vorzugsvariante durch die Parthenaue fest", musste Mathias Leutert auf der Veranstaltung im Borsdorfer BTZ konstatieren.

Die vierstreifige Trasse zwischen Taucha und Panitzsch, so habe ein erster Blick in die Papiere gezeigt, werde noch immer schöngerechnet. Die Variante über B 2 und S 4, deren Betrachtung erst durch öffentlichen Druck erreicht wurde und die als breiter Konsens gilt, komme bei den Planern hingegen nicht gut weg. „Auch wenn dieser Weg genau der ist, den auch die Wirtschaft aus dem Raum Torgau zu den Logistikzentren im Leipziger Norden anstrebt."

Es zeichnet sich ab, dass man den aufmüpfigen Anwohnern und Behütern einer unberührten Parthenaue vorerst aus dem Weg gehen will. „Das Raumordnungsverfahren wird mit großer Wahrscheinlichkeit aufgeteilt", vermutete Leutert. Dies ließen auch Aussagen des neuen Chefplaners für die B 87 n in Dresden, Holger Wohsmann, erahnen. Der als problematisch geltende Abschnitt zwischen Leipzig und Eilenburg werde gesondert betrachtet, als weniger konfliktbeladen gilt bei den sächsischen Verkehrsstrategen die Route zwischen Eilenburg und Torgau, die auf Grund rückläufiger Verkehrsprognosen inzwischen auch deutlich abgespeckt wurde.

Als Gast hatte sich die Panitzscher BI den bündnisgrünen Bundestagsabgeordneten Stephan Kühn eingeladen. Aus dessen Sicht gebe es weder einen Bedarf für die B 87 n, noch sei deren Finanzierung gesichert. Kühn sitzt als verkehrspolitischer Sprecher der grünen Bundestagsfraktion an der Quelle und weiß um die Unterfinanzierung von Fernstraßenprojekten landesweit. „Schon jetzt reicht das Geld nicht aus, um bereits begonnene Vorhaben in Sachsen wie die A 72 zu realisieren." Für neue Trassen gebe es deshalb aus seiner Sicht keinerlei Spielraum. „Sie müssen außerdem davon ausgehen, dass die einmal für die B 87 n genannten 360 Millionen Euro Baukosten ein politischer Preis sind, bei dem es nicht bleiben würde."

Der Bundesverkehrsplan, kritisierte Kühn, sei ein „Wunschzettel von Regionalfürsten und Wahlkreis-Abgeordneten". Es sei angenehmer, bei Prestigeobjekten Bändchen durchzuschneiden, als sich um Schlaglöcher zu kümmern, spitzte der Bündnisgrüne bewusst zu. Man brauche keine neuen Prestigeobjekte, sondern den Erhalt der vorhandenen Infrastruktur.

Auch wenn die B 87 n nicht im aktuellen Invest-Plan des Bundes bis 2015 enthalten ist, müsse man weiter gegen das Vorhaben mobil machen, appellierte Mathias Leutert. „Unser Ziel muss ein, die B 87 n gänzlich aus dem Bundesverkehrswegeplan zu streichen." Denn so lange sie dort enthalten ist, sei dies ein Freibrief für die sächsischen Verkehrsplaner, eine ganze Region immer wieder in Aufregung zu versetzen. An die Adresse Macherns gerichtet warnte Leutert davor, dass auch eine Bündelung der B 87 n und der B 6 sowie eine Weiterführung zwischen Cunnersdorf und dem Tresenwald Richtung Eilenburg noch nicht zu den Akten gelegt sei.

Simone Prenzel

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