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Wurzen Macherner Rathauschefin: Besuch war keine private Lustreise
Region Wurzen Macherner Rathauschefin: Besuch war keine private Lustreise
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00:18 30.09.2016
Doreen Lieder (m.) gemeinsam mit ihrem Amtsvorgänger Frank Lange (l.) beim Besuch in Frankreich. Quelle: privat
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Machern

Partnerschaftspflege wird in Machern mittlerweile zu einer diskussionswürdigen Angelegenheit. Bereits im Frühjahr hatte es heftige Debatten um die Verschwisterung mit dem österreichischen Purgstall gegeben. Ein Zuschuss aus der Gemeindekasse für die geplanten Festivitäten im Juni war erst nach heftigen Auseinandersetzungen im Vorfeld freigegeben worden. Gemeinderäte hatten sich über Kosten und Konzept der Gemeinde-Hochzeit zwischen Machern und Purgstall nicht ausreichend informiert gefühlt.

Jetzt fällt auch ein Schatten auf die jüngste Reise von Bürgermeisterin Doreen Lieder (parteilos) nach Lothringen. Für eine ganze Arbeitswoche hatte die Rathauschefin eine Seniorendelegation aus Machern in die französische Partnerkommune Macheren zum dortigen Internationalen Seniorentreffen begleitet. In Frankreich war Lieder unter anderem an der Enthüllung einer Erinnerungs-Tafel an einer Fernstraße beteiligt und besuchte im Europa-Parlament in Straßburg eine Debatte über die Wahrung der Menschenrechte in Polen.

In einem LVZ-Leserbrief war die Frage aufgeworfen worden, ob es in Machern keine aktuellen Probleme zu lösen gebe, die die Anwesenheit der Ortschefin erfordern würden. Im jüngsten Gemeinderat gab es am Montagabend deshalb auch die Nachfrage eines interessierten Bürgers, in dem er sich auf die jüngste Fahrt von Doreen Liedern nach Lothringen sowie eine Reise ins österreichische Purgstall im Vorjahr bezog, die zusätzlich mit einem Ausflug Lieders nach Wien verbunden war. „Wie wurden diese privaten Lustreisen finanziert“, wollte der Macherner Einwohner vor gut gefüllten Besucherstühlen im Ratssaal wissen. „Sie mögen das als Lustreisen bezeichnen. Ich weise diese Bezeichnung entschieden zurück“, erklärte Doreen Lieder. Es gehöre zu ihren Aufgaben als Bürgermeisterin, die kommunalen Partnerschaften zu pflegen. Das sie für eine ganze Arbeitswoche mit nach Macheren gefahren sei, habe mit der weiten Anfahrt von 700 Kilometern zu tun. „Es war kostengünstiger, mit dem Bus und den Macherner Senioren die Hin- und Rückfahrt zu bestreiten.“ Sie habe die Zeit dort als Amtsperson verbracht. Die Finanzierung erfolge aus dem Fond für Partnerschaftskontakte, über den sie im Haushalt verfügen könne. „Es war auf keinen Fall eine persönliche Lustreise.“ So viel Entscheidungsfreiheit müsse einem Gemeindeoberhaupt zugestanden werden, im Einzelfall selbst zu beurteilen, wie viele Tage man für solch einen Besuch einplane. Im Übrigen gebe es auch moderne Kommunaktionsmittel, um mit der Verwaltung in Verbindung zu bleiben, argumentierte Lieder. Nachfragen von Gemeinderäten zu dem Thema gab es am Montagabend nicht.

Von Simone Prenzel

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