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Wurzen BSZ Wurzen: Viel Lob und immer weniger Schüler
Region Wurzen BSZ Wurzen: Viel Lob und immer weniger Schüler
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14:40 19.05.2015
Viel Lob für eine prächtige Schule: Eckhard Harnisch ist besorgt wegen der Schülerzahlen und lädt zu einem Tag der offenen Tür am morgigen Mittwoch ein. Quelle: Andreas Röse

Diese Einschätzung hat sich inzwischen als Irrtum erwiesen. 2013 betrug die Schülerzahl noch 529 insgesamt. Klassische Auszubildende in der sogenannten dualen Ausbildung, die ihre praktische Lehre im Betrieb machen und die Theorie in der Berufsschule büffeln, gab es noch 413.

Das war einige Jahre zuvor noch ganz anders. Im Jahr 2006 platzte das BSZ fast aus allen Nähten, 1547 junge Frauen und Männer holten sich das Wissen für den Beruf in den beiden Objekten der Schule in der Straße des Friedens und am Domplatz, 1201 in der dualen Ausbildung. 2008 waren es noch 1166 (901 duale Ausbildung). Fürs Jahr 2010 stimmte die Prognose sogar fast: 944 Schüler insgesamt, davon 774 in der dualen Ausbildung, besuchten das Wurzener BSZ. Doch danach ging es weiter bergab.

Wenn Schulleiter Eckhard Harnisch auf die Zahlen blickt, ist ihm nicht wohl. Er wolle nicht schwarz malen, sagt der Oberstudiendirektor, doch den Realitäten müsse man ins Auge schauen. Es sei für ihn auch kein echter Trost, wenn ihm in der Sächsischen Bildungsagentur gesagt werde, an anderen Berufsschulzentren wie zum Beispiel in Oschatz sei die Lage noch viel problematischer. "Und auch das Lob, das wir immer wieder bekommen, trägt leider nicht zu einer Erhöhung der Schülerzahl bei", stellt Harnisch mit Bedauern fest. "Besucher von offiziellen Stellen zollen uns immer wieder Anerkennung. Auch die Tatsache, dass ehemalige Schülerinnen und Schüler sich gern bei uns sehen lassen, spricht ja nicht gegen uns." Doch geändert habe sich dadurch am Trend leider nichts.

Bei den kaufmännischen Berufen oder den Bauberufen war die Entwicklung besonders dramatisch. 116 Lernende in den kaufmännischen Berufen waren es 2006, über 71 (2008) und 42 (2010) fiel die Zahl 2013 auf null. Im Baubereich ging es noch drastischer: von 129 (2006) über 75 (2008) schon 2010 auf null. Aber gegensteuern sei kaum möglich, so Harnisch. Wenn es keine Auszubildenden gebe, sei das BSZ machtlos.

Die Situation hat auch Auswirkungen bei den Betrieben. Ein Beispiel von vielen sind die Agrarberufe. Im Regionalbauernverband Muldental wurde schon vor geraumer Zeit geklagt, dass es an Nachwuchs fehle, dass die Ausbildungsplätze nicht mit geeigneten Bewerbern besetzt werden könnten. Die Zahlen, die Harnisch nennt, machen die Situation mehr als deutlich. Waren es 2006 noch 427 Auszubildende, die am BSZ Wurzen die Theorie lernten, so waren es 2013 nur noch 162. Und das, obwohl in Wurzen das Kompetenzzentrum für die sogenannten grünen Berufe angesiedelt wurde. Der Aufschwung war jedoch nicht von Dauer. 2010 hatte das BSZ nach der Zusammenlegung der Ausbildung zwar 99 Floristen statt 60 im Jahr 2006, doch 2013 waren nur noch 33 übrig. Auch bei den Gärtnern fiel die Zahl von 256 (2010) auf 154 (2013).

Trotz alledem blickt Harnisch nach vorn. Aktuell versucht er gerade, bei den Betrieben auf einen neuen Ausbildungsgang Kaufmann für Büromanagement aufmerksam zu machen. Wenn sich genügend Auszubildende fänden, könne das BSZ Wurzen die Theorie problemlos anbieten, sagt der Schulleiter. Das wäre ein erster Schritt in Richtung seines Wunsches, einmal wieder auf 800 Schüler zu kommen. Außer mit Lob kann er übrigens noch mit einem Pfund wuchern: In Wurzen wird in einem Umfang unterrichtet, von dem andere Schulen nur träumen. Harnisch: "Im Januar hatten wir eine Ausfallquote von 0,04 Prozent."

Das BSZ Wurzen veranstaltet am Mittwoch, 12. Februar, von 15 bis 18 Uhr einen Tag der offenen Tür. Schüler und Lehrer informieren über alle Bildungsangebote von Berufsfachschule für Sozialwesen über Fachoberschule bis hin zur Ausbildung in den beruflichen Bereichen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 11.02.2014
Heinrich Lillie

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