Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Wurzen Badetherapie für Goldfisch mit Karpfenläusen
Region Wurzen Badetherapie für Goldfisch mit Karpfenläusen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:31 19.06.2015
Das Team der allgemeinmedizinischen Tierarztpraxis: Julia Eckhoff, Sabine Aé, Katrin Teller und Jessica Rommel (v. l.). Quelle: Frank Schmidt
Anzeige
Wurzen

Sie betreibt in Wurzen-Dehnitz mit drei Mitarbeitern eine Tierarztpraxis, die genauso alt ist wie sie selbst - 50 Jahre. Und genau dieses ungewöhnliche Jubiläum ist Anlass genug, den Veterinärmedizinern mal einen Blick in die Historie abzuringen.

Besagter guter Ruf "ist nicht auf meinem Mist gewachsen", sagt die Tierärztin und bedient sich damit ungeniert aus dem ländlich gewohnten Wortschatz. "Mein Vater, Dr. Dieter Aé, und Dr. Dieter Clausing haben hier 1965 den Grundstein dafür gelegt. Und vier Jahre später kam noch Dr. Jürgen Bufe dazu, der sehr viel für die Kleintierpraxis getan hat - das würde ich an dieser Stelle gerne unterstreichen, denn er war in Wurzen sehr beliebt", bricht sie eine Lanze für ihn. Letztlich aber habe ihr Vater die Praxis am 1. Januar 1990 in eigener Niederlassung übernommen, nachdem er bis dahin als staatlicher Tierarzt tätig war. Weil sie selbst damals noch in Windeln gewickelt über und durch die Baustelle der Praxis getragen wurde, kann Sabine Aé den Anfang nur mit Fotos belegen. "Die Stadt Wurzen hatte damals das Gebäude als Doppelpraxis erbaut. Aber im Zuge der staatlichen tierärztlichen Gemeinschaftspraxen ist alles zu einer Praxis umgebaut worden."

Sie wiederum übernahm die väterliche Praxis am 1. Februar 2001. Inzwischen, so schaut Tierärztin Sabine Aé in die Zukunft, müsse auch sie sich kümmern, dass nach ihr die Praxis in gute Hände kommt.

Denn die Praxis Aé ist als eine der letzten tierärztlichen Allgemeinpraxen vom Aussterben bedroht. Das mag angesichts von Hund, Katze und Hamster in den Wohnzimmern der Leute aberwitzig klingen. Aber unter Allgemeinpraxis ist zu verstehen, dass auch Nutztiere wie Schweine, Kühe und Schafe zu den Patienten gehören. "Das Tierarztbild hat sich gewandelt, weil es hin zur Spezialisierung geht für Kleintiere, Nutztiere sowie Exoten und Reptilien. Aber durch die sehr, sehr gute Ausbildung zu DDR-Zeiten in Leipzig, das muss man mal so sagen, können wir sowohl eine Hündin als auch einen Hengst kastrieren und zudem eine Zuchthygiene im Rinderstall machen - was jedoch nicht die Zukunft ist. Dennoch können und wollen wir das ursprüngliche Berufsbild eines Veterinärs als Allgemeinmediziner aufrechterhalten."

Wohl auch, weil dieser Job genug Beispiele zum Schmunzeln liefert. "Ein abgeschlagener Schwanz einer Dogge durch eine Wäschespinne - das Tier hat gejammert wie ein Hund", hat Sabine Aé einen Fall im Kopf, an dem sogar ein Esel beteiligt war. Nur der Gedanke daran verursacht Lachkrämpfe auch bei den Mitarbeitern Jessica Rommel, Julia Eckhoff und Katrin Teller. Oder ein Goldfisch mit - hört, hört - Karpfenläusen. "Aber für diese Diagnose musste ich die Fachliteratur wälzen. Deshalb konnten wir den Goldfisch nicht mit Pillen oder Zäpfchen, sondern natürlich mit einer Badetherapie erfolgreich behandeln."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 17.06.2015
Frank Schmidt

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Lossatal/Großzschepa. 2015 steht in Großzschepa ganz im Zeichen der Jubiläen. Neben dem 225. Jahrestag der "Zschepaer Revolution", den Bauernunruhen von 1790, die auch auf das Lossataler Gebiet übergriffen, gibt es im heutigen Ortsteil der Großgemeinde das 20. Gründungsjubiläum des Heimatvereins sowie die Ankunft der ersten Störche zu feiern.

17.06.2015

Die Gemeinde ist ab heute in Feierlaune: Machern begeht mit einer Festwoche sein 1000-jähriges Bestehen. "Wir freuen uns, dass es gelungen ist, zur 1000-Jahr-Feier ein sehr vielseitiges Festprogramm zu erstellen, und danken besonders dem Organisationsteam, allen fleißigen Unterstützern und den mitwirkenden Vereinen, die mit ihrer Kreativität und Ausdauer ein Fest mit den Bürgern für die Bürger ermöglichen", so Rathauschefin Doreen Lieder (parteilos).

17.06.2015

Mühe und Fleiß, die die Mitglieder des Kührener Heimatvereins ins Dorf- und Bauernmuseum investierten, haben sich gelohnt. Damals am 9. Juli 2008 hob die Gemeinschaft jene Erinnerungsstätte des Ortes aus der Taufe und durfte sich kürzlich aus Anlass des 15-jährigen Bestehens des Vereins über zahlreiche Besucher und anerkennende Worte freuen.

15.06.2015
Anzeige