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Wurzen Bahn frei für Kita-Neubau in Brandis
Region Wurzen Bahn frei für Kita-Neubau in Brandis
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16:27 30.03.2017
Vorentwurf zum Neubau der Kita in Brandis. Quelle: Zeichnung: Herberg/quartier vier
Brandis

Nach fast drei Jahren liegt eine Lösung für den Kindergarten- und Krippenplätze-Mangel in Brandis auf dem Tisch. In ihrer jüngsten Sitzung stimmten die Stadträte mehrheitlich für einen Neubau in Höhe von 3,6 Millionen Euro und für die Schließung der bisherigen Einrichtungen.

Dem Beschluss waren etliche Diskussionen zu verschiedenen Varianten vorausgegangen. Ein im April des Vorjahres gefasster Grundsatzbeschluss ebnete schließlich den Weg für den Bau einer neuen gemeinsamen Einrichtung für Kita und Krippe mit rund 180 Plätzen. Über die gesamte Zeit hatten sich allerdings kritische Stimmen hinsichtlich Finanzierbarkeit und Wirtschaftlichkeit des Vorhabens gesammelt.

Obwohl das Thema bereits in sämtlichen Ausschüssen kontrovers diskutiert worden war, meldeten auch am Dienstagabend einige Stadträte erneute Bedenken an. Altbürgermeister Frank Mieszkalski (SPD/Grüne) forderte den vorliegenden Plan zu ergänzen und den Neubau in zwei separat umsetzbare Bauabschnitte zu je 90 Plätzen zu unterteilen: „Wir wollen nur einen Zwischenabschnitt hinzufügen und die Sicherheit, ob wir einen Kindergarten mit 180 Plätzen brauchen.“ Dazu schlug Mieszkalski ein „Kindergartenplatz-Monitoring“ vor, dass den Bedarf an Plätzen ständig überwache, um so die Größe und Kosten des Baus anpassen zu können.

Der Fraktionsvorsitzende der Linkspartei, Ulrich Gäbel pochte bereits während des Haushaltsbeschlusses auf den Neubau der Kita und forderte: „Der Kindergarten muss kommen!“ Vom Ergänzungsantrag Mieszkalskis sei Gäbel enttäuscht, „wir haben zwei Jahre etwas anderes diskutiert“, entgegnete er den Plänen des Altbürgermeisters und verwies auf den beschlossenen Haushalt, der die Kosten des Baus ausreichend berücksichtige.

Den Ausführungen der Stadtverwaltung zufolge sei der Kita-Neubau zwar die größte Investition, beinhalte aber auch entscheidende Vorteile. So könne der Standort am ehemaligen Bahnhof beispielsweise mit Außenanlage erweitert werden. Außerdem seien die Betriebskosten für ein Gebäude, in dem sich die 60 Plätze der Kinderkrippe den Sanitärbereich mit den 120 Kindergartenplätzen teile, am niedrigsten. Hinzu käme, dass nunmehr auch Integrationsplätze vollständig im Bedarf eingerechnet werden können. Schließlich könne damit auch das Standortproblem der Bibliothek gelöst werden, die in der frei werdenden Pappelallee eine neue Heimat finden kann.

Bürgermeister Arno Jesse (SPD) zeigte sich sehr zufrieden über die Entscheidung: „Durch den Neubau haben wir die Chance, sowohl in pädagogischer Hinsicht wie baulich eine Einrichtung zu schaffen, die dem Anspruch aus dem Leitbild gerecht wird: Wir wollen eine exzellente Bildungsvielfalt von der frühkindlichen und schulischen Bildung. Dazu haben wir uns mit breiter Mehrheit bekannt.“

Mit dem Beschluss wechselte auch die Trägerschaft des Bauvorhabens von der Beuchaer Bau- und Wohnungsgesellschaft (BBW) an die Stadt Brandis. Die weitere Objektplanung wurde durch die Räte an die Leipziger Hauke Herberg und Kim Wortelkamp vom Büro Quartier Vier vergeben. Der Neubau sieht Kosten in Höhe von 3,6 Millionen Euro vor und soll mit einer Förderung in Höhe von einer Million Euro und einem Kredit von zwei Millionen Euro gestemmt werden.

Die Kommune war 2014 vom Landratsamt aufgefordert worden, dringend weitere Kapazitäten zu schaffen. Insgesamt fehlen derzeit rund 50 Plätze. Mit der Konzentration auf einen Neubau südlich des Brandiser Bahnhofs haben die Kita „Regenbogen“ in der Pappelallee und die Kinderkrippe in der Waldstraße ausgedient. Wie die Gebäude weiter genutzt werden, ist noch nicht abschließend geklärt. Andere Varianten sahen einen Umbau beziehungsweise Anbauten an die beiden Gebäude vor.

Für die Bahnquerung an der Kleinsteinberger Straße in Brandis fallen Kosten von rund 65 000 Euro an, für die Außenfassade der Kita Knirpsentreff 300 000 Euro und für den Kirchbruch in Beucha 30 000 Euro.

Von Mathias Schönknecht

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