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Wurzen Bahnhof Bennewitz: Barrierefreier Zugang fehlt
Region Wurzen Bahnhof Bennewitz: Barrierefreier Zugang fehlt
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05:00 11.03.2011
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. Seit Jahren engagieren sich besonders die Gemeinderäte Ina Adler (Die Linke) und Karl-Heinz Ligotzki (SPD) im Interesse der Nutzer für Nachbesserungen am Bennewitzer Bahnhof.

Bürgermeister Matthias Spalteholz informierte im Gemeinderat über ein Gespräch, bei dem er vor Vertretern des Zweckverbandes für den Nahverkehrsraum Leipzig (ZVNL) und der Deutschen Bahn auf die Einschränkungen wegen fehlender Aufzüge hingewiesen hatte. Die technische Situation an der Station, so hatte ZVNL-Geschäftsführer Andreas Glowienka hervorgehoben, sei durch die hohe Dammlage und zwei Außenbahnsteige kompliziert. Um in in beiden Richtungen stufenfrei auf den Bahnsteig zu gelangen seien zwei Aufzüge nötig. Die Investition wurde mit 800 000 Euro, die laufenden Kosten mit 20 000 bis 40 000 Euro beziffert. Anspruch auf barrierefreien Zugang bestehe nach Richtlinien des Bundes zur Bahnfinanzierung jedoch nur für Stationen ab 1000 Ein- und Aussteigern am Tag. Mit 610 Reisenden, die bei einer Zählung im vergangenn Jahr registriert wurden, sei dieser Wert in Bennewitz deutlich unterboten.

Spalteholz informierte darüber, dass bei dem Gespräch stärker auf den kurz- und mittelfristig barrierefreien Ausbau der Bushaltestellen im Gemeindegebiet und insbesondere auf die Nutzung des Wurzener Bahnhofs orientiert worden sei. Spalteholz wertete die Begegnung insgesamt jedoch als ein gutes Signal, gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Im Gemeindeverbund gibt es immerhin 300 Personen mit Handicap, von denen 50 auf einen Rollstuhl angewiesen sind.

In der Diskussion schlug Adler vor, zu überprüfen, ob sich der vielgenutzte Trampelpfad auf der Seite des Bahnhofsgebäudes nicht ausbauen lässt. Hier stehe der Schlamm zwar mitunter knöcheltief aber mit Fahrrad im Schlepptau würde sie diesen Weg in jedem Fall dem Abgang auf der der steilen Treppe vorziehen. Spalteholz gab zu bedenken, dass man für einen Ausbau des Weges, der vom Bahnsteig her schon angelegt ist, Verhandlungen mit verschiedenen Eigentümern führen müsste. Sie tolerieren zwar den Status quo, könnten mit dem Grundstück aber Pläne haben, die einer offiziellen Überquerung entgegenstehen. Auch das Bahnhofsgebäude ist bekanntlich zum Verkauf ausgeschrieben. Selbst das könnte Konsequenzen für Wegerechte nach sich ziehen.

Auch Gemeinderat Ligotzki riet, angesichts der teuren Aufzugsvariante über Rampenlösungen nachzudenken und auf jeden Fall am Thema dranzubleiben.

Gemeinderätin Ulrike Böhme (Die Linke) brachte den Gedanken in den Disput ein, dass die moderaten Zahlen von Ein- und Aussteigern möglicherweise auch der Tatsache geschuldet seien, dass Behinderte die Bahnsteige nur über die Treppen erreichen können und die Station deshalb gar nicht erst nutzen.

Bereits als die Deutsche Bahn seinerzeit Schritt für Schritt ihre Bahnhöfe ausbaute, drängten die Bennewitzer, damals noch in der Amtszeit von Werner Moser, auf behindertengerechte Ausstattung. „Die Bahn hat uns hingehalten, bis vor zwei, zweieinhalb Jahren in Karlsruhe ein Grundsatzurteil zu ihren Gunsten gefällt wurde", spielte Adler gegenüber dieser Zeitung darauf an, dass Anspruch auf barrierefreien Zugang erst ab 1000 Aus- und Einstiege am Tag geltend gemacht wird.

Ingrid Leps

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