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Wurzen Bahnhof soll Besucherzentrum werden
Region Wurzen Bahnhof soll Besucherzentrum werden
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00:32 07.05.2018
Der Bahnhof in Wurzen: Als Einfallstor des öffentlichen Nahverkehrs soll er in Zukunft zum Willkommensgruß für den Geopark und das Wurzener Land entwickelt werden. Quelle: Kai-Uwe Brandt
Wurzen

Der Geopark-Bahnhof Wurzen nimmt Gestalt an – zumindest auf dem Papier. Denn nunmehr liegen die Entwicklungspläne eines Besucherzentrums inklusive einer Tourist-Information des Wurzener Landes im Eingangstor des öffentlichen Personennahverkehrs vor. Erarbeitet wurde das Exposé vom Leipziger Büro LE Regio in Zusammenarbeit mit der Bennewitzer Ideenmeisterin Katrin Hussock.

Varianten für Vorhaben

Bereits im Dezember 2016 beschäftigten sich die Mitglieder des Technischen Ausschusses im Stadtrat erstmals mit dem Vorhaben. Damals präsentierte die Agentur Bahnstadt aus Berlin im Auftrag des Zweckverbandes für den Nahverkehrsraum Leipzig eine Vorab-Analyse möglicher Varianten der Neugestaltung des Gebäudes. Immerhin frequentieren im Durchschnitt 2000 Fahrgäste pro Tag den Bahnhof.

Besitzer der 1450 Quadratmeter großen Immobilie ist Utz Leischnig. Der Wurzener Marktleiter erwarb bei einer Auktion im April 2013 das zweigeschossige Haus und betreibt darin einen kleinen Kiosk sowie ein Reisecenter mit Postfiliale. Eben das könnte sich mit der Machbarkeitsstudie des Vereins GeoparkPorphyrland. Steinreich in Sachsen“ ändern.

Defizite in der Angebotsstruktur

Wie die aktuelle Untersuchung über neun Monate belegt, bieten sich insbesondere im nördlichen Geopark und Sächsischen Burgenland eine Vielzahl von Ausflugszielen, die schon jetzt Tagestouristen und Übernachtungsgäste locken. So zum Beispiel über das Interesse an Geologie und Natur, an Landgenuss und Kleinstadt-Idylle. Bei alledem deckte das Gutachten auch derzeitige Defizite in der Angebotsstruktur auf. Es fehle unter anderem an Ausschilderung und Kooperation, heißt es.

Doch warum soll gerade der Bahnhof in Wurzen zum Info-Zentrum werden? Weil er, wie die Autoren schreiben, aufgrund seiner Lage am Kreuzungspunkt von Bahn, Bus, Fernradwegen und der Bundesstraße 6 am besten geeignet sei, alle „wesentlichen tourismuswirtschaftlichen Bedingungen“ zu erfüllen.

Besucherzentrum geplant

Neben dem klassischen Info-Punkt für alle vier Kommunen des Wurzener Landes – Wurzen, Bennewitz, Lossatal und Thallwitz – sieht der Entwurf ein Besucherzentrum des Geoparks Porphyrland in der ehemaligen Gepäckhalle vor. Jene Anlaufstelle von 180 Quadratmetern dokumentiert später einmal multimedial die Geoportale der Region und ihre Entstehungsgeschichte. In der Tourist-Info lassen sich außerdem Tickets ordern sowie eine Auswahl an Literatur, Souvenirs oder regionaler Produkte kaufen. Komplettiert wird der Gesamtservice von gastronomischen Angeboten, einem Regional- und Reisemarkt sowie einem Fahrradverleih samt -schließanlagen. Nicht zuletzt sieht das Konzept kulturelle Veranstaltungen vor, für welche dann die Empfangshalle, der Warte- und Speisesaal zur Verfügung stehen.

Verhandlungen über Teilverkauf

Bis dahin dürften aber noch einige Monate ins Land gehen. Zunächst, so die avisierte Zeitschiene des Geopark-Vereins Porphyrland, müsse Wurzens Oberbürgermeister Jörg Röglin (SPD) erst einmal mit dem Eigentümer des Bahnhofs über den Teilverkauf des Objektes verhandeln. Danach erfolgt die Beantragung von Fördergeldern, eine ingenieurtechnische Planung zum Um- und Ausbau sowie ab Herbst 2018 die Absprachen zur künftigen Projektbetreuung. Angedacht sei nämlich die Einstellung eines Koordinators über drei Jahre, finanziert durch das Leader-Programm der Europäischen Union. Dieser würde im Frühjahr 2019 mit seiner Arbeit beginnen. Start für die Sanierung soll im Juni 2019 sein, der Umzug der Tourist-Info Wurzen vom Museum, Domgasse 2, in den Bahnhof schließlich im Winter 2020. Mit der Eröffnung des „Besucherbahnhofes Wurzener Land“ rechnen die Initiatoren im Frühjahr 2020.

Das heutige Bahnhofsgebäude geht auf einen Vorgängerbau zurück, der 1838/39 fertiggestellt wurde. Ein erster Umbau machte sich 1888 notwendig und die Erweiterung 1911 mit dem Neubau des Güterbahnhofs. Erst 1923 bis 1928 erhielten Bahnhof und Vorplatz ihr heutiges Aussehen.

Von Kai-Uwe Brandt

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