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Wurzen Bahnschranken in Brandis demontiert
Region Wurzen Bahnschranken in Brandis demontiert
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09:11 22.07.2013
Nicht so gedacht: Schon vor Monaten wurden die Schranken am Bahnübergang in der Brandiser Bergstraße demontiert. Und dort liegen sie noch immer. Quelle: Andreas Röse

Dennoch stören sich Anwohner daran, dass die Schranken am Übergang Bergstraße einfach abgebaut wurden und seit Monaten im Gras liegen.

Mit der Wende gingen Fahrgastzahlen und Güteraufkommen zurück. Die Strecke erlebte ein Sterben auf Raten. Der letzte Personenzug zwischen Brandis und Trebsen verkehrte 1997. Besonders die Brandiser werden sich noch gut erinnern: Ende 2006 kam dann auch das endgültige Aus für den Zugverkehr auf dem restlichen Abschnitt bis Beucha. Die Stadt hatte gemeinsam mit Landkreis und Mitteldeutschem Verkehrsverbund zwar alles unternommen, um mehr Leute zum Umsteigen auf die Bahn zu bewegen. Doch die tausend Fahrgäste, die für eine langfristige Lösung für nötig erachtet wurden, kamen trotz groß angelegter Marketingkampagne nicht zustande.

Inzwischen sind Güterzüge, die die Verbindung derzeit ausschließlich nutzen, an einer Hand abzuzählen. Dennoch muss die Infrastruktur der Trasse instandgehalten werden.

Verantwortlich dafür ist die Deutsche Regionaleisenbahn GmbH (DRE), die die Strecke 2011 übernahm. Die DRE wurde 1993 vom Deutschen Bahnkunden-Verband gegründet und betreibt eigenen Angaben zufolge nach der Bahn AG das zweitgrößte Streckennetz in Deutschland.

Gerhard Curth, einer der beiden Geschäftsführer des Unternehmens mit Sitz in Berlin, äußert sich zum Zustand des Schienenübergangs. "Die Anlage wurde von uns außer Betrieb genommen, da sie nicht mehr in Ordnung ist." Entlang der Strecke würden derzeit alle Bahnübergänge mit Posten gesichert, erklärte der DRE-Chef. "Die Sicherheit ist also auf jeden Fall gewährleistet", meint Kurth.

Brandiser stört vor allem, dass trotz demontierter Schranke die Schilder in der Bergstraße etwas anderes aussagen: "Nach wie vor ist hier ein beschrankter Übergang ausgewiesen", kritisiert Anwohner Hartmut Gerstmann. Es sei höchste Eisenbahn, dass hier gehandelt werde, so der Brandiser. "Schließlich läuft der gesamte Verkehr zum Fachklinikum über die Bergstraße." Da dürfe man schon im Interesse der vielen auswärtigen Besucher eine korrekte Beschilderung erwarten.

Im Brandiser Rathaus ist das Thema seit Monaten bekannt. Aber an der Situation hat sich bislang nichts geändert: "Wir haben erst Mitte Mai ein Schreiben der DRE bekommen, in dem das Unternehmen informierte, dass der Rückbau der Schranken bereits im Dezember vorigen Jahres mitgeteilt worden sei. Dieses Schreiben", wundert sich Fachbereichsleiter Jürgen Otto, "hat die Stadt aber nie erhalten." Nunmehr werde die Kommune der Demontage nachträglich zustimmen. Um die Beschilderung zu ändern, bedürfe es allerdings noch einer verkehrsrechtlichen Anordnung.

Ob die Schranken wieder erneuert werden, kann DRE-Chef Curth nicht sagen: "Derzeit führen wir Verhandlungen zur weiteren Nutzung der Bahnstrecke, die eigentlich vor der Sommerpause schon abgeschlossen sein sollten." Die Hoffnung besteht, dass der Güterverkehr wieder stärker in Fahrt. Interesse wird vor allem der Getreidewirtschaft und der Steinbruchindustrie rund um Trebsen und Altenhain nachgesagt.

Wenn die Verträge unter Dach und Fach sind, kündigte der Geschäftsführer an, werde das Streckenmanagement neu festgelegt. Möglich sei, dass der Übergang in Brandis dann nur noch mit einer Lichtsignalanlage versehen werde. Wann das passiert, darüber könne er derzeit nur spekulieren.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 20.07.2013

Simone Prenzel

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