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Wurzen Barock-Gemälde stimmt auf Sonnenball ein
Region Wurzen Barock-Gemälde stimmt auf Sonnenball ein
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05:00 21.07.2010
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. Es kann exakt als Pendant zum Nischwitzer Schloss anno 1753 durchgehen, das der gehörlose Maler vor zwei Jahren schuf. Damals war die Residenz im Muldental noch pittoreske Kulisse für den Sonnenball, der inzwischen in Burgscheidungen sein neues Domizil gefunden hat. Die Präsentation am vergangenen Sonnabend stimmte mit Harlekin und pompös gekleideten Damen des Vereins Les Art Du Baroque auf das Kostüm- und Kulturfest ein, das am 24. Juli erstmals an der Unstrut gefeiert wird.

Mauersberger, Jahrgang 1966, vertiefte seine künstlerischen Fähigkeiten als Autodidakt. Der Grundstein für seine Affinitäten zur Epoche des Barock wurde in seiner Kindheit gelegt, als Museen, Schlösser und Burgen immer wieder das fantasieanregende Ziel familiärer Entdeckertouren waren. Der Knabe zeichnete mit Vorliebe Kronleuchter und prunkvolle Möbel, um die Eindrücke dieser Visiten festzuhalten. Von fürstlichen Gemäldesammlungen, so blickte er bei der Vernissage zurück, war er so beeindruckt, dass er seine Eltern fragte, ob er später Prinz werden könne.

Inzwischen hat er sich selbst auf die Malerei des Barock spezialisiert und reflektiert Opulenz und Farbenpracht jener Zeit im Stile von Watteau, Pesne und Canaletto. Seit 2002 stattet der Borsdorfer der selbst gern das Lebensgefühl des galanten Zeitalters zelebriert, den Sonnenball aus. Als „Hofmaler" schafft er Gemälde, entwickelt Bühnenbilder für die Kammeropern des Barockfestes, porträtiert die Sonnenball-Gäste.

Nach einem alten Grundriss entstand zu Jahresbeginn die Ansicht „Schloss und Park Burgscheidungen um 1730" mit Rosenlauben und Wasserspielen. Für Mauersberger ist der Rückgriff auf alte Zeichnungen und Originalpläne eine Herausforderung, bei der er sich souverän von Vorbildern lösen kann. So spürt er der einstigen Barockanlage nach, die längst in einen englischen Landschaftspark umgestaltet wurde, lässt sie – wie auch in Nischwitz – auf seinem Gemälde bis ins Detail wieder erstehen. Nach Vorlage alter Kupferstiche schuf Mauersberger nach seiner täglichen Arbeit als Dekorateur eines Leipziger Modehauses auch malerische Ansichten der Vitzenburg und von Burgscheidungen, die eindrucksvoll romantische Stimmungen heraufbeschwören.

44 seiner Arbeiten in barocker Manier zeigt der Borsdorfer jetzt im Schloss an der Unstrut. Im Café ist auch die Nischwitz-Vedute mit Rokoko-Pavillons und Wandelgarten zu sehen, die 2008 im Gartensaal der Brühl-Residenz auf den letzten Sonnenball im Muldental einstimmte.

Ingrid Leps

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