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Wurzen Bauarbeiten statt Winterruhe: Bennewitzer Schullandheim erhält modernen Sanitärtrakt
Region Wurzen Bauarbeiten statt Winterruhe: Bennewitzer Schullandheim erhält modernen Sanitärtrakt
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17:56 20.12.2016
Das Schullandheim ist eine Einrichtung der Weiterbildungsakademie des Landkreises Leipzig. Quelle: Foto: Kai-Uwe Brandt
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Wurzen/Bennewitz

Von wegen Winterruhe... Im idyllisch gelegenen Schullandheim wird derzeit gewerkelt. Bis Donnerstag muss alles fertig sein, sagt Leiterin Manja Seifert. Denn am 29. Dezember reisen die nächsten Gäste aus Dresden an, um hier den Jahreswechsel zu feiern.

Bereits seit 5. Dezember sind die Handwerker dreier einheimischer Firmen – Ökobau Wurzen, Fliesenleger Werner sowie Sanitär, Heizung, Schornsteinbau Falk Lieder – dabei, den Sanitärtrakt im Hauptgebäude auf Vordermann zu bringen.

„Die Arbeiten machten sich leider aufgrund des starken Schimmelbefalls notwendig“, berichtet die 36-Jährige, die seit fünf Jahren auf dem 5000 Quadratmeter großen Gelände im Waldwinkel die Geschäfte führt. Ihr zur Seite stehen Grit Frenzel, die die pädagogischen Angebote begleitet, Michaela Arbeiter, verantwortlich für Küche und Reinigung, sowie Hausmeister Steffen Knur. „Unter anderem wurde während des Abbruchs die Ursache der Nässe entdeckt – fehlende Dichtung.“ 30 000 Euro kostet das aktuelle Vorhaben, wovon 75 Prozent der Kommunale Sozialverband Sachsen fördert. Den Rest trägt die Weiterbildungsakademie des Landkreises Leipzig, zu der neben dem Schullandheim in Bennewitz auch die Volkshochschulen Muldental und Leipziger Land gehören.

Die Einrichtung am Rande des Landschaftsschutzgebietes Planitzwald bietet Schulklassen, Vereinen sowie Sportgruppen das ganze Jahr über Feriencamps, Bildungsveranstaltungen oder Familienfreizeit. Hierfür, so Seifert, stehen neun Schlafräume mit 31 Betten zur Verfügung, eine Kreativ- und eine Holzwerkstatt sowie ein Biologiezimmer. Selbst auf den Freiflächen gibt es jede Menge zu entdecken. Ökoteich, Wildblumenwiese, Kräuterspirale und Insektenhotel für kleine und große Naturliebhaber sowie Tischtennisplatte, Volleyballspielfeld und Open-Air-Kegelbahn für Freizeitsportler. Darüber hinaus befinden sich auf dem Areal im Grünen ein Steinbackofen und ein rustikaler Grillplatz. „Der Unterschied zwischen einem Schullandheim und einer Jugendherberge“, betont Seifert, „besteht darin, dass wir pädagogisch vorgefertigte Projekte offerieren. Unsere Philosophie lautet: Begreifen und Lernen mit Kopf und Hand.“

Das lässt sich ebenso im Haupthaus umsetzen, welches mit zwei Gemeinschaftszimmern von 70 und 40 Quadratmetern, einem Unterrichtsraum mit zehn Arbeitsplätzen und Mikroskopen, einer Küche und demnächst den modernen Bädern für Jungen, Mädchen und die betreuenden Lehrer bestens ausgerüstet ist. Die Zahlen beweisen es. Allein im Vorjahr erfasste Seifert 3505 Übernachtungen. Dieses Jahr stehen 2982 zu Buche. „Das Defizit hängt damit zusammen, dass das Schullandheim zu Beginn 2016 vorübergehend als Notunterkunft für unbegleitete minderjährige Asylsuchende diente.“

Im Übrigen blickt die Schullandheimbewegung auf eine über 90-jährige wechselvolle Geschichte zurück. 71 Personen, allesamt Träger von 60 Schullandheimen, riefen Anfang Oktober 1925 in Berlin den Reichsbund der deutschen Schullandheime ins Leben. Das NS-Regime löste 1936 die Dachorganisation auf, so dass der Verband am 7. Juni 1949 in Marburg seine Renaissance erfuhr. Bis 1986 stieg die Zahl der Einrichtungen auf 348.

Eine weitere Zäsur erfolgte dann nach dem Mauerfall. Aus der DDR kamen etwa 100 Häuser hinzu, die bis dato als Stationen Junger Touristen, Junger Naturforscher oder Techniker dienten. Am 23. März 1991 gründete sich schließlich der Verband sächsischer Schullandheime, zu dem 15 Einrichtungen im Freistaat gehören – darunter Bennewitz. Allein in den Jahren 2015 und 2016 stellte das Land für diese Jugendübernachtungsstätten 3,8 Millionen Euro an Fördergeldern zur Verfügung.

Von Kai-Uwe Brandt

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