Volltextsuche über das Angebot:

7 ° / 4 ° wolkig

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Bauernhofbilder – neue Sonderschau im Hohburger Steinarbeiterhaus

Ab Sonntag Bauernhofbilder – neue Sonderschau im Hohburger Steinarbeiterhaus

Im Hohburger Steinarbeiterhaus wird am Sonntag eine neue Ausstellung eröffnet. 25 Haus- und Hofbilder aus der Zeit zwischen 1852 und 1930, gemalte Ansichten von Gasthöfen, Wohnhäusern und Scheuen, werden ab 13 Uhr zu sehen sein. Die Bilder sind von unschätzbarem Wert für Heimat- und Denkmalpflege, schwärmt Museumsleiter Matthias Müller.

Haus und Hof-Bilder präsentiert demnächst das Steinarbeiterhaus Hohburg in seiner neuen Ausstellung.
 

Quelle: Thomas Kube

Lossatal/Hohburg.  Wenn Museumsleiter Matthias Müller am Wochenende zu Guasch, Aquarell und Ölmalerei einlädt, hat sich nicht etwa der Druckfehlerteufel eingeschlichen: „Es gibt keinen Gulasch! Guasch kommt von französisch Gouache und bezeichnet eine deckende Wasserfarbe.“

Und doch werden die Heimatfreunde mit der Zunge schnalzen. Ab Sonntag, 13 Uhr, zeigt das Steinarbeiterhaus Hohburg wahre Leckerbissen: 25 Haus- und Hofbilder aus der Zeit zwischen 1852 und 1930, gemalte Ansichten von Gasthöfen, Wohnhäusern und Scheunen. Vom Wurzener Land über Klinga und Trebsen bis Mutzschen ist das gesamte Muldental vertreten. Bis auf sechs Arbeiten aus dem Bestand des Steinarbeiterhauses sowie des Kreismuseums Grimma handelt es sich um Leihgaben aus Privatbesitz. Manfred Knochenmuß steuerte das Bild von 1930 bei, das Bäckerei und Wassermühle von Schloss Podelwitz zeigt. Arnd Kretzschmar aus Hohburg stellte den abgebildeten Dreiseithof Kummer (1868) zur Verfügung, Wolfgang Ritzschke den im Rahmen verewigten Bauernhof Keymer. „Die Arbeit von 1852 ist unser ältestes Bild“, sagt Müller, der als schmückendes Beiwerk extra eine Bauerntruhe aus dem selben Jahr auftrieb.

Von den Oldies unter den Bildern geht ein ganz besonderer Charme aus – weder Perspektiven noch Proportionen stimmen. „Die typisch sächsischen Dreiseithöfe wurden ,aufgeklappt’, damit der Betrachter noch mehr sehen konnte“, macht der 58-jährige Museumsleiter neugierig. Die etwas anderen Hofmaler, die von Dorf zu Dorf zogen, dokumentierten die Anwesen für etwas Geld oder Beköstigung. Im Gegenzug lieferten sie ihrem Auftraggeber mehr als nur das reine Abbild. Meist stehe das Scheunentor offen, um Geräte oder auch Drescher bei der Arbeit zu zeigen. „Während der Name des Künstlers zunächst unerwähnt blieb, wurde auf schwarzem Grund, in goldenen Lettern und farbigen Initialen der Hofbesitzer kundgetan“, weiß der Altenhainer Gerd Misselwitz, der die Ausstellung nach Kräften unterstützte: „Der Besitzer ließ Pferde, Zugochsen und Hoftechnik ganz bewusst zur Schau stellen.“ Kunsthistorikerin Ruth Gleisberg bezeichnet diese Hofporträts als „stilisierte Idealansichten, ungetrübt von Mängeln, Unruhe oder Konflikten“.

Sehenswert auch die etwas „jüngeren“ Aquarelle von Otto Streller aus Wurzen. Die fünf einfachen, jedoch nicht minder wertvollen Bilder aus dem Jahre 1913 wurden allesamt signiert – nur in einem Fall ist der Besitzer genannt. Es handelt sich um die detailverliebt wiedergegebene Schmiede von Paul Seidel in Watzschwitz. Das Werkstatttor steht offen, so dass der Meister an seinem Amboss zu erkennen ist. Neben den im Hof aufgereihten Sensen, Separator, Kartoffeldämpfer und Grubber ist auf dem Emailleschild zu lesen, dass sich im Haus die kleine Poststelle und der öffentliche Fernsprecher befinden. Sechs Isolatoren am Giebel deuten auf die neueste Errungenschaft hin – den elektrischen Strom. Apfelbaum und Haustiere runden die dörfliche Idylle ab. „Dass der Arbeitstag hart und entbehrungsreich war, muss man sich dazu denken“, stellt Museumsleiter Müller klar. Spätere Bauernhof-Malerei, von der er auch einige Beispiele zu bieten hat, sei ziemlich realistisch, mit stimmiger Perspektive, üppiger Vegetation, aber menschenleer.

Vielfach habe es an den Höfen bauliche Veränderungen gegeben, zum Teil seien Gebäude auch abgerissen worden: „Deshalb sind die Bilder von unschätzbarem Wert für Heimatgeschichte und Denkmalpflege“, schwärmt der Museumsleiter, der betont, dass hinter jedem Bild ein stolzer Bauer stand.

Von Haig Latchinian

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Wurzen
Wurzen in Zahlen

Bundesland: Sachsen

Landkreis: Leipzig

Fläche: 69,04 km²

Einwohner: 16.364 Einwohner (Dezember 2015)

Bevölkerungsdichte: 237 Einwohner/km²

Postleitzahl: 04808

Ortsvorwahlen: 03425, 034261

Stadtverwaltung: Friedrich-Ebert-Straße 2, 04808 Wurzen

Ein Spaziergang durch die Region Wurzen
  • Zeitung in Schulen

    Herzlich willkommen bei den Schulprojekten der Leipziger Volkszeitung und ihrer Regionalausgaben. mehr

  • Leserreisen
    Leserreisen

    Kreuzfahrt in der Karibik, Städtetour durch die Toskana oder Busreisen in Deutschland - die Leserreisen der LVZ bieten für jeden Anspruch genau das... mehr

  • LVZ-Kreuzfahrtmesse
    Infos zur LVZ-Kreuzfahrtmesse

    Willkommen an Bord: Am 22. Oktober 2017 luden LVZ und Vetter Touristik zur 1. Kreuzfahrtmesse ein. Hier gibt es einen Rückblick. mehr

  • LVZ-Fahrradfest 2017
    Logo LVZ-Fahrradfest

    Das 13. LVZ-Fahrradfest lud am 14. Mai 2017 wieder Radler ein, gemeinsam in die Pedalen zu treten. Fotos, Videos und Infos finden Sie in unserem Sp... mehr

Blättern Sie in der prall gefüllten Veranstaltungsbeilage und entdecken Sie die Termine aus unserer Region. mehr

Gemäß des packenden „Drei in einer Reihe“-Prinzips müssen Reihen aus mindestens 3 Steinen gebildet und aufgelöst werden. Hier kostenlos im Spieleportal von LVZ.de spielen! mehr

  • Zoo Leipzig
    Zoo Leipzig

    Infos und Events aus dem Zoo Leipzig sowie zahlreiche Bilder aller Vierbeiner und der geflügelten Zoobewohner. mehr

  • Panometer Leipzig - Dresden
    Panometer Leipzig: Alle Infos zum "Titanic" und den weiteren Panoramaprojekten von Yadegar Asisi

    Erfahren Sie im Special von LVZ.de alles zu den Panoramen "Titanic" und "Dresden im Barock" mehr

  • Touristik & Caravaning
    Themen, Tickets, Öffnungszeiten: Die wichtigsten Infos zur Messe Touristik & Caravaning (TC) 2017 im Special auf LVZ.de

    Urlaubsstimmung im Novembergrau: Alle Infos und News zur Reisemesse Touristik & Caravaning (TC) 2017 in unserem Special. mehr

  • Jahrtausendflut 2002

    Entlang von Mulde, Elbe und Pleite brach im August 2002 eine verheerende Flutkatastrophe herein. Die LVZ zeigt eine Bestandsaufnahme. mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die LVZ in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten LVZ das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr

  • Digital Abo

    "LVZ Digital Abo" heißt das Online-Premiumangebot der Leipziger Volkszeitung, das Sie überall auf der Welt und rund um die Uhr nutzen kön... mehr