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Wurzen Baumfällung als Sanierungs-Ouvertüre
Region Wurzen Baumfällung als Sanierungs-Ouvertüre
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05:00 20.02.2010
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Die sei bei den vier Bäumen nicht gewährleistet, so der städtische Planungschef. Ein Blick auf jenes Exemplar, das in der Straße des Friedens gefällt werden soll, macht schnell klar, dass hier nichts mehr zu retten ist. Nur noch ein hohler Stumpf ragt am Straßenrand aus der Baumscheibe. Für ein ungeübtes Auge und jetzt in der blattlosen Zeit erst recht nicht erkennbar sind die „Gebrechen“ der drei anderen Kastanien, die an der Westseite der Albert-Kuntz-Straße stehen. Die schätzungsweise gut 70 Jahre alten Bäume machen einen stabilen Eindruck. Dem widerspricht Ingeburg Voigt vom Sachbereich Landschaft/Umwelt der Stadt. „Wir führen jährlich Sichtkontrollen durch. Als die Bäume noch im belaubten Zustand waren, haben wir festgestellt, dass die Bäume nicht mehr treiben. Das Kernholz ist schadhaft und die Stämme sind beschädigt“, beschreibt Ingeburg Voigt den Pflanzenzustand. Doch allein auf die Sichtkontrolle verlässt sich die „grüne“ Mitarbeiterin im konkreten Falle nicht. Das Straßenbauamt (SBA) Leipzig, das die Sanierung der S 19 für den Freistaat plant und federführend begleitet, habe die Bäume Ende 2009 begutachten lassen. Die Gutachterergebnisse hätten den kranken und verkehrsgefährdenden Zustand bestätigt, ergänzt Carl Rößler. So bleibe letztlich nur der Griff zur Säge. Entsprechend der gesetzlichen Regeln müssen die Bäume, die der Stadt gehören, noch im Februar durch den Bauhof gefällt werden. Man greife mit der Fällung der Sanierung beziehungsweise dem SBA praktisch nur vor. Denn im Zuge des Neubaus würden die Bäume sowieso fallen müssen, sagt Rößler und verweist auf die Plankarten, die der Stadt vorliegen. Danach müssen nicht nur die vier genannten Bäume verschwinden, sondern ein Großteil ihrer Artgenossen, die die Straße des Friedens und die Albert-Kuntz-Straße säumen. Laut bisherigen Planungen sollen das 20 Stück sein, inklusive der genannten vier. Doch es wird für die vier und darüberhinaus auf jeden Fall Ersatz geben, kündigt Ingeburg Voigt an. Aller Voraussicht nach werden 15 neue Bäume gepflanzt. Die Zahl 20 werde deshalb nicht vollständig erreicht, da Platz für Parkbereiche geschaffen werden soll, erklärt Voigt. Genaues sei aber auch der Stadt noch nicht bekannt. „Wir erwarten in den nächsten Tagen die Planfeststellungsunterlagen für die S19-Sanierung. Die werden dann auch für jedermann einsehbar im Stadthaus ausliegen“, kündigt Carl Rößler an. In den vergangen Wochen mussten außerdem zwei Bäume im Alten Friedhof gefällt werden. Im Stadtpark gingen die Restarbeiten weiter. Dort werde nicht nur aus Verkehrssicherungsgründen gefällt, sondern auch aus Park pflegerischen, sagt Rößler.   Der innerörtliche Ausbau der S19 wird frühestens 2012 beginnen. Das sagte Rainer Förster vom Straßenbauamt Leipzig auf Anfrage. Im Oktober war noch von einem Baubeginn 2011 ausgegangen worden. Im Mai dieses Jahres wolle das SBA den Antrag auf den Start des Planfeststellungsverfahrens stellen. Nach Abschluss des etwa einjährigen Verfahrens, werde das SBA mit der Stadt eine Vereinbarung über das Projekt schließen. Der grundhafte Ausbau erstreckt sich über rund 930 Meter von der Straße des Friedens über die Albert-Kuntz-Straße und Theodor-Körner-Straße bis zum Anschluss an die bereits ausgebauten Abschnitte Höhe Zillestraße. Schätzungen zufolge liegen die Kosten bei rund 2,95 Millionen Euro. Davon dürfte die Stadt rund 600000 Euro selbst tragen müssen – unter anderem für Straßenbeleuchtung sowie Rad- und Gehwege.

Drago Bock

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