Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Wurzen Bedauern über Sigma-Rückzug
Region Wurzen Bedauern über Sigma-Rückzug
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:08 17.02.2012
Anzeige

. „Wir bedauern die Entscheidung von Prof. Dr. Bielitz und Sigma, insbesondere vor dem Hintergrund, dass Alternativen innerhalb des Gemeindegebietes scheinbar nicht ernsthaft in Erwägung gezogen wurden."

 

Gegenüber unserer Zeitung hatte Sigma seinen definitiven Rückzug aus Machern erklärt. Die Gemeinde scheide als Standort der geplanten Privatklinik aus, teilte Christoph Bielitz, Professor für Medizinwissenschaften und Mitgesellschafter von Sigma, mit. Begründet wurde die Abkehr von Machern unter anderem mit Stimmungsmache und Anfeindungen sowie der Ablehnung des Standortes Kavalierhaus durch den Gemeinderat (LVZ berichtete).

Der Macherner Rathauschef führte noch einmal Bedenken an, die es in der Kommune gab: „Niemand hat ernsthaft etwas gegen die Errichtung eines privaten Fachkrankenhauses für Psychiatrie und Psychosomatik. Nur der Standort warf eine Reihe von Problemen auf, die die Vermutung nahelegen, dass eine Ansiedlung im Ortskern perspektivisch mehr Nachteile als Vorteile für die Gemeinde gebracht hätte. In vielen Gesprächen verspürten wir sehr bald, dass die Macherner mehrheitlich eine Klinik an diesem Standort ablehnen", berief sich der Rathauschef in einer Erklärung auf den „manifestierten Bürgerwillen".

Der Schlossplatz, so Lange weiter, sei als gewachsenes Ensemble Mittelpunkt der Gemeinde. „Nicht zuletzt hat sich die Kommune Anfang der 90iger Jahre zur Errichtung des Hotels in dieser exponierten Lage und für eine Einheit mit dem Schloss bekannt und auch in den Folgejahren in die Entwicklung der Ortsmitte investiert", erinnert Frank Lange. Das Hotel direkt neben dem Macherner Schloss wäre durch die Klinik-Pläne als Beherbergungsstätte aufgegeben worden. Sowohl er selbst, aber auch der Gemeinderat sowie der Bürgerverein Zukunft Mache(r)n hätten es nicht vermocht, die Investoren für die spezifischen Macherner Belange zu sensibilisieren.

Den Vorwurf der Stimmungsmache gegen das Projekt weist der Rathauschef indes zurück: „Man sollte es nicht als Stimmungsmache abqualifizieren, wenn Kommune und Bürger berechtigte Fragen aufwerfen."

Landrat Gerhard Gey, der ebenfalls in direktem Kontakt zu den Investoren steht, erklärte zum Sigma-Rückzug: „Grundsätzlich ist es zu bedauern, dass die Investition einer Privatklinik in Machern nicht realisiert werden konnte. Ich respektiere allerdings die Entscheidung des Gemeinderates, der die Einrichtung nicht im Zentrum von Machern haben wollte." Für die vorgebrachten Bedenken der Macherner Verantwortlichen sollte man Verständnis aufbringen, findet Gey. Die Ansiedlung – immerhin war zuletzt von bis zu 120 Arbeitsplätzen die Rede – gibt der Landrat für die Region aber noch nicht verloren. „Wir werden alles daran setzen, Herrn Professor Bielitz Alternativen anzubieten." Kurzzeitig im Gespräch war die Klinik, wie LVZ inzwischen erfuhr, auch im Parthensteiner Ortsteil Pomßen. Dort hatte sich Sigma das Rittergut angeschaut und auch erste Absprachen mit dem Denkmalschutz fanden statt. Aber letztlich, ließ Gey wissen, habe sich das Projekt aus verschiedenen Gründen nicht umsetzen lassen.

Sigma-Projektleiter Jürgen Wellisch erklärte, dass man in der Region rund um Leipzig weiter intensiv nach einem geeigneten Standort für die Privatklinik suche. Man sei an Angeboten interessiert, die idealer Weise ruhige Umgebung, repräsentative Immobilie und optimale Verkehrslage verbinden. „Schon in den nächsten Tagen sind wir wieder zu Gesprächen in der Nähe von Leipzig vor Ort."

Simone Prenzel

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Machern.  Die Investoren der geplanten Privatklinik am Schlossplatz erklärten ihren Rückzug. Verantwortlich für die Entscheidung machte Sigma-Geschäftsführer Christoph Bielitz die „Stimmungsmache und erlittene Anfeindungen aus dem Gemeinderat und dem Bürgerverein Zukunft Mache(r)n".

17.02.2012

Gerichshain. Ein namhaftes Unternehmen hat sich vor drei Jahren im Gerichshainer Gewerbegebiet niedergelassen. Die Firma Bieri Zeltaplan wurde international durch ihre Arbeiten für das Künstlerpaar Christo und Jeanne-Claude bekannt.

07.02.2012

[image:php7cd5e1ff8c201202051820.jpg]
Wurzen. Rund um den schönsten Tag im Leben hat sich am Wochenende alles auf Schloss Wurzen gedreht.

06.02.2012
Anzeige