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Wurzen Begehung in der Kita „Sonnenschein“ macht Defizite deutlich
Region Wurzen Begehung in der Kita „Sonnenschein“ macht Defizite deutlich
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11:10 04.11.2009
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Wurzen

Dazu Auflagen des Brandschutzes, die nicht erfüllt werden können aber müssten. Dann allerdings zu einer Reduzierung der Kita-Plätze führen würden. Montagabend wurde diese Fakten en detail begutachtet und besprochen. Schnelle Lösungen gibt es freilich nicht.

 Rechtsamtsleiter Thomas Boecker, CDU-Landtags- und Stadtratsabgeordnete Hannelore Dietzschold, Waltraud Teich (Volkssolidarität, Mitglied der Bürger für Wurzen), Jens Stiller und Bettina Belkner (DRK) ließen sich von den Leiterinnen der Kita Sabine Gasch und Margit Petsche dorthin führen, wo längst hätte Hand angelegt werden müssen. Wenn, ja, wenn denn Geld da wäre…

Zustande gekommen war das Treffen weil sich das Sonnenschein-Team an die Bürger für Wurzen gewandt hatte. Die luden daraufhin zum montäglichen Treffen. „Der Brief war ein Hilferuf“, so Sabine Gasch. Die Kita sei jetzt 27 Jahre alt, die Waschräume bislang unsaniert. Dutzende Mal habe man in den vergangenen Jahren bei der Stadt vorgesprochen. Wirklich Geld – abgesehen in neue Fenster und in die Elektrik – sei nie geflossen. „Stattdessen haben wir ständig improvisieren, umgeräumt und gestückelt. Weiteres Problem, so Gasch, die erweiterte Betriebserlaubnis laufe Ende des Jahres aus. Die war sowieso nur erteilt worden, wenn bis dahin die Sanitärbereiche saniert sind. Dass dies nicht zu schaffen ist, steht fest.

Schnell in die Schusslinie gerät Thomas Boecker, dessen Amt auch für Soziales zuständig ist. Der verweist auf die rund 800000 Euro, die in den Haushalt eingestellt worden seien. Doch es hänge an den Fördermitteln, die nicht kämen, aber nötig seien, um die Sanierung zu stemmen. Murren erzeugt er mit seiner Aussage, die Stadt habe sich nichts vorzuwerfen. Man könne den Kitaplatzbedarf decken, sagt er. Sabine Gasch wirft ein, dass von der Einhaltung des sächsischen Bildungsplanes im Sonnenschein keine Rede sein könne. „Wir brauchen Funktionsräume, Platz für unsere Kinder, um individueller betreuen zu können, so wie es der Gesetzgeber will.“ Deshalb befürworte sie auch perspektivisch den Bau einer Kita im Krankenhaus.

Im Grunde sei die Kapazitätszahl an Betreuungsplätzen in Höhe von 288 reine „Illusion“, so Stiller. Unter Berücksichtigung diversen Behördenvorgaben und -forderungen seien es weniger, ist sich die Runde einig. Und so schlussfolgert Hannelore Dietzschold, dass der Stadtrat dringend „wirklich realistische Kapazitätszahlen“ der Kitas vorgelegt bekommen müsse, auch um die Klinik-Kita-Neubaupläne bewerten zu können.

Oberbürgermeister Jörg Röglin weiß, dass es im Sonnenschein finster aussieht. Aber das sei kein Zustand, der in den letzten Monaten eingetreten ist. Man habe überdies nun das Gymnasium am Bein. „Ich weiß, andere Gemeinden sanieren mit dem Konjunkturpaket ihre Kitas.“ Die Stadt habe bereits ihre Strategie geändert, beantrage Fördermittel „immer wieder und immer wieder“, so der OB. Bettina Belkner sagt, dass andere Gemeinden ihre Anträge „schärfer formulieren“. Und auch Waltraud Teich, VS-Geschäftsführerin erklärt, dass andere Gemeinden in den letzten Jahren Fördermittel klüger genutzt hätten.

Im September führte Röglin Kreis-Jugendamtsleiter Thomas Pfeifer durch das Objekt. Nun soll doch etwas Geld fließen. Der Kreis stellt 108000 Euro Fördergelder für die Erneuerung der Heizungsanlage bereit. Dazu kommen 20 Prozent Eigenanteil der Stadt. Das Ganze sei nur ein Tropfen auf den heißen Stein, wissen die Kita-Frauen. Den Mut wollen sie dennoch nicht verlieren, auch wenn der Heizungseinbau in der kalten Jahreszeit erfolgen muss.

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Drago Bock

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