Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Wurzen Begnadeter Prediger: Superintendent Weismann in Borna verabschiedet
Region Wurzen Begnadeter Prediger: Superintendent Weismann in Borna verabschiedet
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:42 16.02.2018
Gottesdienst mit Verabschiedung von Superintendent Matthias Weismann in St. Marien in Borna - hier Einzug in die volle Kirche MTL BOG LVZ Foto: Jens Paul Taubert Quelle: Jens Paul Taubert
Anzeige
Borna

Lobhudeleien wollte er eigentlich nicht hören. Dennoch konnte Matthias Weismann am Sonntag nicht verhindern, dass es beim festlichen Gottesdienst vor allem um ihn ging. „Die meisten von Ihnen sind heute sicher nicht hier, um das Evangelium zu hören“, scherzte der scheidende Superintendent des Kirchenbezirks Leipziger Land, dessen Dienstzeit offiziell am 28. Februar endet.

Zur Galerie
Abschied von Matthias Weismann während eines Gottesdienstes in der Stadtkirche und einer Grußstunde im Stadtkulturhaus Borna.

Weismann, seit 1997 in Borna auch erster Gemeindepfarrer, wurde gestern offiziell verabschiedet. Unter den Besuchern in der brechend vollen Bornaer Stadtkirche waren die meisten Pfarrer aus dem Kirchenbezirk ebenso wie Weismanns Amtskollege Arno Liebers, Superintendent des Kirchenbezirks Oschatz/Leißnig, sein Vorgänger Ekkehard Vollbach, Landrat Henry Graichen (CDU), die Bornaer Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke) und ihr Amtsvorgänger Bernd Schröter (Bürger für Borna). Gekommen waren auch die CDU-Bundestagsabgeordnete Katharina Landgraf und der CDU-Landtagsabgeordnete Georg-Ludwig von Breitenbuch – allesamt, um sich von einem „begnadeten Prediger“ zu verabschieden, wie es Oberlandeskirchenrat Dietrich Bauer sagte. Bauer war es auch, der Weismann die Urkunde übergab, derzufolge Weismann ab Monatsende Superintendent i.R, im Ruhestand, ist. Weismann sei auch ein „humorvoller Protestant“ und vor allem „ein leidenschaftlicher, immer zur Versöhnung bereiter Streiter“ gewesen.

Barbara Vetter, Pfarrerin in Prießnitz und stellvertretende Superintendentin, lobte Weismanns großes Talent, „Leute zu motivieren und für neue Ideen zu begeistern“. Und weiter: „Er war sehr präsent im Kirchenleben.“ Weismann sei jemand, „der unsere Sprache spricht“. Pfarrerin Vetter: „Matthias Weismann war ein Glücksfall.“

Der 65-Jährige, der sich am Ende des Gottesdienstes mit einem fröhlichen „dennoch“ verabschiedete, hatte zunächst an die gravierenden Veränderungen im Laufe seiner Dienstzeit erinnert. Seit 1997 habe sich die Zahl der Gemeindeglieder in Borna halbiert. Im heutigen Kirchenbezirk Leipziger Land ging die Zahl der Kirchenmitglieder von 51 000 auf 30 000 zurück.

Der scheidende Superintendent werde „eine Riesenbaustelle“ hinterlassen, erklärte Kirchenbezirksvorstand Gerhard Landgraf auf der anschließenden Grußstunde im Bornaer Stadtkulturhaus. Gemeint war die Strukturreform, vor der der Kirchenbezirk ebenso steht wie die gesamte sächsische Landeskirche. Aber Weismann, so Landgraf weiter, „hat uns dazu befähigt, damit konstruktiv umzugehen“.

Die Bornaer Oberbürgermeisterin kündigte an, Weismann die höchste Ehre angedeihen zu lassen, die die Stadt Borna zu vergeben hat. „Ich werde dem Ältestenrat des Stadtrates vorschlagen, dass Sie und Ihre Frau sich ins Goldene Buch der Stadt eintragen.“

Matthias Weismann war 1997 von der Dresdner Erlöser-Andreas-Gemeinde als Pfarrer nach Borna sowie an die Spitze des damaligen Kirchenbezirks Borna gekommen. Im Jahr 2009 wurde der gebürtige Leipziger vom Jahrgang 1952 Superintendent des neuen Kirchenbezirks Leipziger Land, zu dem neben Borna auch Grimma und Wurzen gehören. Der gelernte Holzmodellbauer hatte im Jahr 1980 seinen erste Pfarrstelle in Weißenberg angetreten. Sein Lebensmittelpunkt wird künftig Meißen sein.

Von Nikos Natsidis

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Es werde keine Orgelmusik erklingen, stattdessen sorge die Junge Gemeinde für modernere Rhythmen, sagt Pfarrer Alexander Wieckowski, der ganz bewusst nicht nur Kirchengänger, sondern alle Wurzener ansprechen möchte. „Wir wollen der Stadt und ihren Bürgern ein Forum geben. Es ist an der Zeit, dass nicht mehr übereinander, sondern miteinander gesprochen wird.“

05.02.2018

Die Zahl der freien Jugendclubs im Landkreis Leipzig ist innerhalb von nur vier Jahren von 51 auf 32 geschrumpft. Grund sei die demografische Entwicklung, sagt die Landkreisverwaltung. Doch nun soll die Talsohle erreicht sein.

06.02.2018

In anderen Regionen längst üblich, soll künftig auch im Landkreis Leipzig Biomüll getrennt erfasst werden. Zunächst plant die kreiseigene Entsorgungsfirma Kell einen Modellversuch, um im Auftrag des Kreises Erfahrungen zu sammeln. In welcher Kommune die Biotonne getestet wird, entscheidet sich am kommenden Montag.

05.02.2018
Anzeige