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Wurzen „Bei B 87 n wird nicht mit offenen Karten gespielt“
Region Wurzen „Bei B 87 n wird nicht mit offenen Karten gespielt“
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07:00 18.05.2016
Sogar in Form von Kuchen schlug sich der Protest schon nieder. Quelle: Archiv
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Borsdorf/Panitzsch

Trotz anderslautender Bekenntnisse müsse man nach wie vor von einer Gefährdung der Parthenaue durch die B 87 n ausgehen. Diese Meinung vertritt die Panitzscher Bürgerinitiative Pro Parthenaue. „Mit der Vorlage des Bundesverkehrswegeplanes sah es zunächst so aus, als sei das Thema vom Tisch“, erklärt BI-Vorsitzender Henning Schmidt. „Aber ganz so einfach ist es leider nicht.“ Zwar sei das Projekt namentlich als „Nordvariante“ aufgenommen, und dies auch nur im „weiteren Bedarf“. Aber wer das Kleingedruckte studiert, der könne durchaus zu anderen Schlussfolgerungen kommen.

Im Projektinformationssystem Prins stehe zur B 87 n die Nordvariante in der Tabelle. Auf den ersten Blick hätte das ein Aufatmen in der Parthe-Region zur Folge haben müssen. Denn gerade für eine Trassenführung im Norden von Taucha und eine Anbindung an die großen Logistikzentren nördlich von Leipzig setzt sich ein breites Bündnis aus Bürgervertretern, Naturschützern und Kommunalpolitikern seit Jahren ein. Doch der Teufel steckt im Detail. „Im Text hingegen wird ausgeführt, dass die Südvariante durch die Parthenaue die Vorzugsvariante sei“, berichtet Henning Schmidt. Konkret heißt es in den Unterlagen aus dem Hause von Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU): „Der Planentwurf wurde nochmals überarbeitet und um die Variante Nord S 4 ergänzt. Im Ergebnis dieser Überarbeitung wird Variante Süd als Vorzugsvariante bestätigt.“ Bei der BI, die hunderte Kritiker gerade dieser Trassenführung durch die Parthenaue vertritt, schrillen angesichts solcher Widersprüche die Alarmglocken: „Wir müssen – auch auf Grund unserer bisherigen Erfahrungen mit dem Projekt – leider davon ausgehen, dass hier nicht mit offenen Karten gespielt wird.“

Mitglieder der BI Pro Parthenaue bei einer früheren Diskussionsrunde mit Grünenpolitiker Matthias Kühn (2.v.l.). Quelle: Simone Prenzel (Archiv)

Gemeinsam mit der Tauchaer BI habe man deshalb eine Stellungnahme zum Bundesverkehrswegeplan abgegeben. Darin werden ausdrücklich die offensichtlichen Widersprüche und die fehlende Transparenz der Planungen bemängelt. Die BI spricht in ihrem Schreiben ans Bundesverkehrsministerium sogar von einem „rechtswidrigen Vorgehen“. Bereits von Anfang an sei das Verfahren interessengeleitet und nicht ergebnisoffen geführt worden. Es sei nachweisbar, dass für das Sachsen schon sehr früh die Südvariante als Vorzugstrasse feststand. „Es gibt einen starken Willen der gesamten Region gegen eine Trasse durch die Parthenaue“, unterstreicht BI-Chef Henning Schmidt. Dieses Interesse werde man auch auf dem Klageweg durchsetzen.

Erhebliche Zweifel hegen die Borsdorfer und Panitzscher nach wie vor am tatsächlichen Bedarf des Neubaus. „Schon jetzt ist man nach den jüngsten Investitionen in die B 87 von Leipzig aus binnen 45 Minuten in Torgau.“ Zudem würde der Ausbau weiterer Abschnitte zwischen Eilenburg und Torgau die Fahrzeit weiter verkürzen. Dies alles bestärkt die Auffassung der BI, „dass vom Freistaat Sachsen, koste es was es wolle, eine nicht notwendige autobahnähnliche Fernverkehrsstraße realisiert werden soll“. Man erwarte im Bundesverkehrswegeplan deshalb eine klare Aussage, dass die Trasse mit dem höchsten Konfliktpotenzial, nämlich die Variante Süd, bei weiteren Betrachtungen ausgeschlossen wird. Um dieses Ziel zu erreichen, werde man alle rechtlichen, politischen und öffentlichkeitswirksamen Möglichkeiten ausschöpfen.

Von Simone Prenzel

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