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Bennewitz kehrt trockenen Fußes zurück

Bennewitz kehrt trockenen Fußes zurück

Die Bennewitzer haben alles in ihrer Macht Stehende getan und ihr Dorf gerettet. Im Gegensatz zur Jahrhundertflut, als die komplette Infrastruktur samt Rathaus, Schulen und Gewerbegebiet baden ging, gab es gestern die erlösende Gewissheit: Diesmal bleibt Bennewitz trocken.

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Land unter in Nepperwitz.

Quelle: privat

Bennewitz. Schulterklopfen am Morgen für Vize-Bürgermeister Wolfram Böttger (CDU). "Das habt ihr gut gemacht", zollte ihm der 59-jährige Uwe Weber im Altenbacher Feuerwehrhaus den Dank einer ganzen Ortschaft. Der stellvertretende Rathauschef und Gemeindewehrleiter Olaf Ettig hatten am Montag eine Entscheidung getroffen, die den Unterschied zu 2002 ausmachte. "Durch das Verbarrikadieren der Durchlässe im Bahndamm ist es vermutlich gelungen, den Ort zu retten", gab Böttger gestern Morgen Entwarnung. Noch in der Nacht hatten die Bennewitzer alle Kräfte mobilisiert, um den Damm bei Schmölen zu halten. "Unsere Leute sind bauchtief durchs Wasser gewatet, haben die wegschwimmenden Sandsäcke eingefangen und sie wieder hochgestapelt", schildert Böttger die dramatischen Nachtstunden. Bis früh um 3 Uhr stemmten sich 50 Einsatzkräfte gegen den drohenden Deichbruch. Ein immenser Kraftakt, dessen Erfolg gestern greifbar wurde. Im Gegensatz zu vielen anderen Gemeinden entlang der Mulde bleibt den Leid geprüften Bennewitzern im Ortskern ein erneuter Wiederaufbau erspart. "Als wir am Montag gesehen haben, dass die Senke südlich der Bahn voll läuft, haben wir uns entschlossen, die Durchgänge dicht zu machen", erläuterte Ettig. Wohl wissend, dass dann eine Gartenanlage und auch einige Wohnhäuser verloren sind. "Anders hätten wir Bennewitz nicht schützen können", betont auch Böttger. Wichtig sei die Sicherung der Kläranlage gewesen, die man keinesfalls aufgeben wollte. "Uns ist klar, dass wir damit die Fläche südlich der Bahn geopfert haben", redet er nicht lange um den heißen Brei. Denn hier sammelte sich das Wasser und stieg höher und höher. "Mindestens zehn Häuser in Schmölen und Bennewitz-Berg haben nun Schäden", zog Böttger eine erste Bilanz. Die Betroffenen wollte er noch gestern persönlich aufsuchen und ihnen gemeinsam mit Bauamtsleiterin Birgit Hardegen jede erdenkliche Hilfe anbieten. "Gehalten", versichert Böttger, "hat alles, was in Folge der Jahrhundertflut im Bereich der Gemeinde erneuert wurde." Auch wenn das Wasser gefährlich an den Schutzwällen kratzte und in Höhe der neuen Umgehungsstraße nur 20 Zentimeter bis zur Krone fehlten.

Machtlos hingegen, so scheint es, war man gegen den Deichbruch bei Püchau, der am Sonntagabend entstanden war und sich bis gestern früh immer weiter ausbreitete. "Das ist der Abschnitt, der auf Grund des zähen Genehmigungsverfahrens und der heftigen Widerstände noch nicht saniert wurde", klärte der Vize-Ortschef auf. Ausbaden mussten dies die Macherner Ortsteile Püchau und Dögnitz sowie der Bennewitzer Ortsteil Nepperwitz. Noch gestern Morgen rückte Wehrchef Ettig mit schwerer Technik ins nach wie vor abgeschnittene Auendorf vor. "Im Dorfkern steht das Wasser noch 20, 30 Zentimeter, an den Rändern höher", gab er Auskunft. Teile von Nepperwitz blieben aber auch trocken, so die Kirche auf dem Anger.

Die Bennewitzer selbst konnten gestern ab 16 Uhr wieder von ihrem Ort Besitz ergreifen. "Die Evakuierung ist aufgehoben", informierte der Krisenstab am Nachmittag. Dies galt auch für Grubnitz und Deuben. Die Nepperwitzer mussten sich noch gedulden.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 05.06.2013

Simone Prenzel

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