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Wurzen Bennewitz macht sich fit für den nächsten Katastrophenfall
Region Wurzen Bennewitz macht sich fit für den nächsten Katastrophenfall
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05:00 23.10.2017
Gewusst wie: Die Kameraden Ulf Martens aus Altenbach (r.) und Marcel Köhler aus Deuben demonstrieren, wie sich möglicht kräfteschonend Sandsäcke befüllen lassen. Quelle: Roger Dietze
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Bennewitz

Dass Sandsäcke nicht geworfen, sondern in der Kette weitergereicht werden und dass jene, die sie im Hochwasser-Katastrophenfall befüllen, vor praller Sonne und Regen geschützt werden, mag selbstverständlich sein. Weil jedoch in der Hitze des Gefechtes Selbstverständlichkeiten schnell in Vergessenheit geraten können, ist deren Auffrischung in regelmäßigen Abständen ratsam. So wie jetzt in Bennewitz.

Die Gemeinde befasste sich am Sonnabend mit dem Ernstfall. Sie hatte sich zwei ausgewiesene Fachmänner ins Rathaus geholt: Diemo Trepte und Holger Tobiaschek, ehrenamtliche Referenten der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall. Unter ihrer Leitung absolvierten Gemeindemitarbeiter und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren im Kommunalgebiet zunächst einen theoretischen Teil, in dem Bereiche wie Alarmstufen, Meldewege und Objektschutz abgehandelt wurden, bevor sie am frühen Nachmittag in die Praxis einstiegen.

„Ich hatte mit einigen Kameraden bereits in Trebsen an einer Schulung dieses Vereins teilgenommen und hielt es für sinnvoll, sie für die Gemeindemitarbeiter und weitere Kameraden hier in Bennewitz zu wiederholen“, erklärt der Bennewitzer Gemeindewehrleiter Olaf Ettig. Eine Empfehlung, die Bürgermeister Bernd Laqua (Linke) als „goldrichtig“ bewertete. „Selbstredend war nicht alles neu, was wir an diesem Tag gehört haben. Aber es geht bei Veranstaltungen dieser Art primär darum, die Handlungssicherheit zu sensibilisieren“, so das Gemeindeoberhaupt. Dass in diesem konkreten Fall Kameraden, Bauhof- und Verwaltungsmitarbeiter gemeinsam an einer Schulung teilgenommen haben, sei eine neue Qualität in der Präventionsarbeit.

„Wichtig ist im Katastrophenfall, dass die Handelnden die gleichen Bilder des Notwendigen vor Augen haben und die gleiche Sprache sprechen“, sagte der Bürgermeister. Darüber hinaus sei es immer wieder notwendig, sich über die Lage der Siele, über neuralgische Punkte an Gewässern erster aber auch denen zweiter Ordnung zu verständigen. „Schließlich kann man den Dreisatz von Kraft, Zeit und Raum, was übersetzt bedeutet, Mittel und verfügbare Personen in kurzer Zeit effektiv einzusetzen, nicht oft genug wiederholen“, so Laqua.

Offensichtlich sehen dies seine sächsischen Kollegen ähnlich, ist doch laut Holger Tobiaschek die Nachfrage aus den Kommunen nach den von seinem Verein im Auftrag der Staatsregierung durchgeführten Seminaren groß. „In der jüngsten Vergangenheit hat es einen regelrechten Ansturm gegeben, weil sich im nächsten Jahr die entsprechenden Förderrichtlinien ändern werden und die künftige Gestaltung von Schulungen dieser Art noch weitgehend ungeklärt ist“, sagte der Referent, dessen Verein die Schulungen seit zehn Jahren durchführt. „Schon allein bei einer so scheinbar simplen Angelegenheit wie dem Befüllen von Sandsäcken kann man in Anbetracht der Tatsache, im Fall der Fälle sehr viele Säcke befüllen zu müssen, viel falsch machen und unnötig personelle Ressourcen verschwenden.“

Der Hochwasser-Fachmann gab den Bennewitzer Floriansjüngern sowie dem Bürgermeister und dessen Rathaus-Mitarbeitern zudem Tipps zum kostengünstigen Aufbau eines Hochwasserschutzes mittels Holzpalisaden an die Hand. „Es gibt diesbezüglich eine Reihe sündhaft teurer Systeme auf dem Markt“, gab Laqua zu bedenken. „Die wenigsten Kommunen werden sie sich anschaffen, weshalb mach- und bezahlbare Alternativen umso sinnvoller sind.“

Von Roger Dietze

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