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Wurzen Bennewitz peilt effizientere Energienutzung an
Region Wurzen Bennewitz peilt effizientere Energienutzung an
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15:09 11.03.2018
Von der Firma Rath (links unten) in Mark Ottendorf könnte künftig eine Fernwärmeleitung zu Rathaus und Grundschule in Bennewitz (rechts oben) führen. Quelle: Quelle: Google Maps
Bennewitz/Mark Ottendorf

Die Abwärme des Grobkeramikherstellers Rath im Bennewitzer Ortsteil Mark Ottendorf könnte in Zukunft das Bennewitzer Rathaus heizen. Diese und andere Möglichkeiten, Energie effizient zu nutzen und damit Kohlendioxid einzusparen, soll ein integriertes Quartierkonzept aufzeigen. Dessen Erarbeitung hat der Gemeinderat für die Ortsteile Bennewitz und Mark Ottendorf beschlossen. Weitere Ziele des Konzeptes sind eine Steigerung der regenerativen Energieerzeugung und eine Verringerung des Energiebedarfs, untersetzt mit konkreten Vorschlägen.

Haushaltsmittel eingestellt

Für das Konzept hat der Gemeinderat überplanmäßige Haushaltsmittel bewilligt – rund 41 000 Euro für das Bennewitzer Konzept und 39 000 Euro für das Mark Ottendorfer. Den Fördermittelbescheid von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) in Höhe von 65 Prozent der Gesamtkosten hat die Gemeinde bereits erhalten, so dass sie unterm Strich noch 4237 Euro aus eigener Tasche aufbringen muss. Denn eine Refinanzierung erfolgt auch durch den Verkauf der Ergebnisse für je 9000 Euro an das EU-Projekt Zenapa im Geopark Porphyrland.

Hinter der Abkürzung verbirgt sich der Begriff „Zero Emission Nature Protection Areas“, was Null-Emissionen in Naturschutzgebieten bedeutet. Einer Zufallsbekanntschaft der Bürgermeister Thomas Pöge (Thallwitz) und Bernd Laqua (Bennewitz) im RegioTwin-Projekt, bei dem Kommunen von Partnern den Umgang mit erneuerbaren Energien lernen, war es zu verdanken, dass die Region seit vergangenem Jahr von einem warmen Geldsegen profitieren kann. Über acht Jahre sollen 17 Millionen Euro für Zenapa fließen, federführend ist das Institut für angewandtes Stoffstrommanagement an der Hochschule Trier. Beteiligt sind zwölf Partner aus acht Bundesländern sowie aus Luxemburg. Hier soll untersucht werden, wie sich nationale und europaweite Klimaschutzziele umsetzen und mit Artenschutz in Einklang bringen lassen.

Weitere Orte machen mit

Eine der Maßnahmen ist die Erstellung besagter Quartierkonzepte, gefördert mit insgesamt 270 000 Euro. Im Wurzener Land werden neben Bennewitz auch Thallwitz und Lossatal solche Konzepte aufstellen – Wurzen verfügt bereits über ein Energiekonzept –, schließlich haben es sich die Wurzener Land-Werke des kommunalen Bündnisses auf die Fahne geschrieben, solche Aufgaben, wie Energiebeschaffung und -vertrieb sowie energetische Projekte für die Bürgerschaft zu übernehmen.

„Abhängig von dem Konzept könnte es schon 2019 in die Umsetzung gehen“, schaut Laqua in die Zukunft seiner beiden Quartiere. Eine Fernwärmeleitung könnte von Rath durch die Parkstraße zu Rathaus, Grundschule und Hort geführt werden, weitere kommunale Einrichtungen wie Jugendhaus und Feuerwehr sollen in Betracht gezogen werden, in Mark Ottendorf selbst die Kita, die derzeit mit Öl und Gas versorgt wird. „Und natürlich werden wir uns auch mit Hauseigentümern in Verbindung setzen, damit auch diese von der Wärmeversorgung profitieren“, sagt der Bürgermeister und fügt hinzu: „Die Abwärme ist aber nur ein Produkt, um ein solches Netz zu speisen.“

Das Quartierskonzept ist nur ein Teil der Zenapa-Agenda. Ausstattung von Privathaushalten und Kleinbetrieben mit Photovoltaik, Installierung von Heizpumpen und LED-Punkten sowie Gebäudedämmung sind weitere Beispiele.

Von Ines Alekowa

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