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Wurzen Bennewitz rückt zusammen
Region Wurzen Bennewitz rückt zusammen
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05:00 13.08.2012
Kinderprogramm mit Brummel und Fummel. Quelle: Klaus Peschel
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Bennewitz

Ein abwechslungsreiches Bühnenprogramm, Fahrgeschäfte sowie unzählige Imbissstände lockten Tausende Besucher auf den großen Festplatz an der Mulde.

Höhepunkt aber war gestern Nachmittag bei strahlendem Sonnenschein der Teil des Festes, den Bennewitzer für Bennewitzer auf die Beine gestellt hatten. „Dieses Fest zeigt, dass man aus einer Prüfung gestärkt hervorgehen kann", spielte Moderator Bernd Laqua auf die lange Vorbereitungszeit und die Mitwirkung unzähliger Partner an. Zum Auftakt nahm der Vorsitzende des Altenbacher Heimatvereins gestern Nachmittag gemeinsam mit dem Nepperwitzer Vereinschef Knut Becker auf der Bühne Bürgermeister Matthias Spalteholz ins Kreuzverhör. Spalteholz, der zur Flut als Kämmerer im Rathaus saß, erinnerte sich an die Sprachlosigkeit angesichts der Naturgewalten, an den gewaltigen Akt, das Alltagsleben wieder in Gang zu bringen.

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Schwer beeindruckten ihn auch Feuerwehrleute, die zum Einsatz kamen, obwohl ihr eigenes Haus unter Wasser stand. Noch heute sei er fasziniert von der Spendenbereitschaft, die das Hochwasser bundesweit ausgelöst habe. Spalteholz‘ Resümee: Er würde sich wünschen, dass Entscheidungen von der Tragweite des Hochwasserschutzes in Nepperwitz schneller getroffen werden können. Es sei für ihn nicht nachvollziehbar, was ein Rechtsanwalt mit juristischen Bedenken verzögern und hinausschieben könne. „Wir müssen mit der Mulde leben, wir müssen dem Fluss Platz lassen", betonte der Bürgermeister. Er konnte zum Fest sein Versprechen vom jüngsten Gemeinderat einlösen: Der Rechtsanwalt der Bodeneigentümer habe in einem Schreiben noch am Freitag mitgeteilt, dass er jetzt seinen Mandanten empfehlen werde, die Bauerlaubnis zu geben. Damit steht dem Deichbau in Nepperwitz nun endgültig nichts mehr im Wege. Im Rückblick auf die dramatischen Ereignisse vor zehn Jahren beherrschten die Großleinwand Bilder der alles mitreißenden Gewalt des Wassers, überfluteter Straßen, der Aufräumarbeiten und der gegenseitigen Unterstützung.

Weit über 3000 Fotos und Filmausschnitte der Bennewitzer waren für die eindrucksvolle Media-Show gesichtet worden. Komplettiert wurden die Bilder von Interviews, die Nepperwitzer Jugendliche mit Menschen der Gemeinde führten, die von der Flut in ihrem Lebensnerv getroffen worden waren. Derweil bestritten auf dem Sportplatzgelände gestern Nachmittag Bennewitzer Vereine und andere Aktive ihren Part. Jungen und Mädchen waren aufgefordert, die Silhouette einer Arche mit Eierkartons zu komplettieren – fürs Erinnerungsfoto zum Muldenfest. Mitglieder des Altenbacher Heimatvereins halfen beim Basteln von Tiermasken für die Archen-Besatzung und die Nepperwitzer gaben Kindern beim Puzzeln einer farbigen Flagge Schützenhilfe. Auch der neu gegründete Heimatverein Schmölen mischte mit. Er hatte eine Flaschenpost in Arbeit, die später mit einer Kutsche zum Wasser gebracht und mit einem Floß auf die Mitte der Mulde gerudert wurde – um den Fluss für alle Zeiten zu besänftigen...

Ingrid Leps

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