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Bennewitz und Machern wollen in Hochwasserschutz investieren

Bürgerversammlung im Deubener Gasthof Bennewitz und Machern wollen in Hochwasserschutz investieren

Welche Projekte sind geeignet, den Ottendorfer Saubach bei Starkregen im Zaum zu halten? Auf diese Frage gibt ein Konzept Antwort, das im Auftrag der Gemeinden Bennewitz und Machern vom Lützener Ingenieurbüro Steinbacher Consult erarbeitet wurde.

Die Gemeinde Bennewitz war vom Hochwasser im Juni 2013 arg getroffen. Die Mulde flutete in den Ort schwappte, auch der nahe dieser Brücke fließende Saubach wurde zu einem reißenden Strom.

Quelle: Frank Schmidt

Bennewitz/Machern.

Bernd Laqua (parteilos) über den im Planitzwald entspringenden und nach 14,7 Kilometern in die Mulde mündenden Saubach spricht, hört es sich an, als warne der Ortsgewaltige von Neapel vorm launigen Vesuv: „Im schlimmsten Fall kommen am noch zu bauenden Deich nordöstlich von Püchau in der Sekunde 19,35 Kubikmeter an. Das dort geplante Schöpfwerk kann aber nur maximal 9,6 Kubikmeter pro Sekunde hoch pumpen. Um Häuser und Betriebe zu schützen, müssen wir den Saubach also lange vorher drosseln.“

Die auf 53 Quadratkilometern plätschernden Ottendorfer und Altenbacher Saubach sowie Tresenbach, Kleine Zauche, Gottschalke und Eitzschke wurden genau erfasst, dazu 160 Durchlässe und Brücken vermessen. Für die Verfeinerung des digitalen Geländeprofils gingen die Planer mit Laserscannern sogar in die Luft. Ergebnis: Im Planitzwald sollen zwei Regenrückhaltebecken entstehen – und zwar in den beiden Tälern südlich des Schullandheims sowie zwischen Schmölen und der Domholzsiedlung. „Wir nutzen also natürliche Gegebenheiten, um das Wasser mit Erdwällen zeitweise zurück zu halten“, so Bürgermeister Laqua, dessen Kommune bei den Fluten 2002 und 2013 zu den am meisten geschädigten im Muldental zählte. Die Häuser an der Bennewitzer Bergstraße sollen zusätzlich über einen etwa anderthalb Meter hohen Deich geschützt werden. Zudem gewinnt man durch Entschlämmung etwa der Macherner, Lübschützer und Deubener Teiche entscheidend Platz, um bei Starkregen mehr Wasser aufnehmen zu können, so Planerin Heber, die auch Querschnitte von Bachläufen vergrößern und Abflussbahnen begrünen lassen möchte.

Anwohner Jürgen Schlittchen aus Bennewitz findet es richtig und wichtig, Wasser vor allem im Wald zu halten, Dämme im Ort sieht er dagegen kritisch. „Die Gräben müssen regelmäßig geräumt werden!“ Ähnlich bewerten das die Deubener Peter Ueberschaer und Lutz Fleischhammer: „Gerade jetzt müssen Bachläufe von Laub und Stöcken befreit werden. Nur so verhindern wir, dass alles zuwächst. Zu DDR-Zeiten hat das besser funktioniert, da leistete man sich dafür noch Arbeiter.“ Beide, Ueberschaer und Fleischhammer, waren sowohl 2002 als auch 2013 betroffen. In ihren Häusern stand das Wasser bis zu anderthalb Meter hoch.

Er freue sich über möglichst viele Anregungen, sagt der Bennewitzer Ortschef Laqua: „Ehe das Konzept an die Genehmigungsbehörden geht, legen wir es im Januar öffentlich aus.“ Obwohl der Schutz lieber heute als morgen kommen müsse, dürfe man nichts überstürzen. Erste Detailplanungen lägen daher frühestens Mitte 2018 vor.

Zwar sei die Mulde, für die der Freistaat zuständig ist, nicht Bestandteil der Planungen der beiden Kommunen, dennoch habe man die Wechselwirkungen zwischen Fluss und Bach in die Berechnungen einfließen lassen, betont das Lützener Ingenieurbüro. „Obere und Untere Wasserbehörde, Natur- und Denkmalschutz, dazu der Forst – mit allen haben wir zusammengearbeitet“, sagt Laqua, der nichts falsch machen will. Schließlich stellt der Freistaat den beiden Kommunen eine 75-prozentige Förderung in Aussicht, um den widerspenstigen Saubach zu zähmen.

Von Haig Latchinian

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