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Wurzen Bennewitzer Dorfplatz soll barrierefrei werden
Region Wurzen Bennewitzer Dorfplatz soll barrierefrei werden
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00:21 07.10.2017
Der Dorfplatz vor dem Freizeittreff (r.) und der Feuerwehr (l.): Eigentlich schön gestaltet, aber nicht behindertengerecht. Das soll mit Blick auf das auf der anderen Straßenseite entstehende betreute Wohnen geändert werden. Quelle: Thomas Kube
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Bennewitz

Der Dorfplatz vor dem Jugend- und Freizeittreff an der Leipziger Straße in Bennewitz ist eigentlich schön gestaltet: Gepflasterte Abstufungen teilen die 700 Quadratmeter in Räume auf. Bäume, Rasen und Hecken sorgen für Grün, die Mitte schmückte sogar einmal ein allerdings schon lange versiegter Brunnen. Doch der Dorfplatz hat einen entscheidenden Nachteil: Er ist nicht barrierefrei. Für die künftigen Anwohner aber ist genau das zwingend notwendig. Der ehemalige Gasthof auf der anderen Straßenseite wird gerade vom DRK zum betreuten Wohnen umgebaut, im Freizeittreff bietet der Wohlfahrtsverband bereits eine Tagesbetreuung an. Der Platz soll deshalb 2019 umgestaltet werden. Im Gemeinderat stellte Rick Ottilie dafür mehrere Varianten vor. Der Student an der HTWK Leipzig hat zu diesem Thema seine Masterarbeit geschrieben. Betreut wurde er dabei vom Leipziger Ingenieurbüro ISW&T, das auch mit der Planung der Leipziger Straße beauftragt ist.

Umfangreiche Baumaßnahmen

Denn der Dorfplatz ordnet sich in umfangreiche Baumaßnahmen bis 2022 ein, für die nächstes Jahr der Startschuss fallen soll. Die dringende Erneuerung des Abwasserkanals – Kosten rund 1,5 Millionen Euro – soll mit der Neugestaltung der 2007 entwidmeten Bundesstraße gekoppelt werden. Für eine Dorfstraße zu breit, soll sie schmaler und damit fußgängerfreundlicher werden, Inseln sind denkbar, Parkbuchten, mehr Grün. Knackpunkt ist unter anderem die Anbindung der unter dem Niveau der Leipziger Straße liegenden Albert-Kuntz-Straße.

Besonders im Fokus: der Dorfplatz. Ottilie sollte Möglichkeiten untersuchen, diesen senioren- und behindertengerecht zu gestalten. Als Prämissen dabei nannte er den Erhalt der Herrenhausfläche zur Erinnerung an das Gebäude, Beachtung des historischen Umfeldes, geringe Grünflächenunterhaltung, Erhalt der Stellplätze und zur Verkehrsberuhigung eine Querschnittsverringerung der Straße.

Mehr Platz, mehr Stellplätze

Bürgermeister Bernd Laqua (parteilos) hatte nach der Präsentation auch schon eine Vorzugsvariante – Nummer zwei. Dabei wird der Platz, auf ein Niveau gebracht, um 80 Quadratmeter vergrößert, wobei die kleine Terrasse am Jugendhaus wie auch die Rampe erhalten bleiben. In barrierefreies Pflaster wird das Bennewitzer Wappen eingelassen. „Das kommt auf jeden Fall“, meinte Laqua. Die Bäume werden anders angeordnet. Ausgestattet wird der Platz nicht nur mit Bänken und Fahrradbügeln, sondern auch mit Ladestation für Elektrofahrzeuge und versenkbarer Stromversorgung. Der Standort des ehemaligen Herrenhauses wird angedeutet, Wegebeziehungen bleiben erhalten. Der Parkplatz wird von 780 auf 700 Quadratmeter verkleinert und trotzdem die Zahl der dann senkrecht angeordneten Stellplätze um vier auf 16 – mehr als bei den anderen Varianten – angehoben, zwei Behindertenplätze inklusive. Positiv findet Laqua, dass man weiterhin auf den Parkplatz auffahren muss. „Von der Straße aus einen Platz suchen, provoziert Unfälle.“ Was die Leipziger Straße betrifft, so wird deren Breite um einen Meter auf 6,50 Meter verringert, ein Fußgängerüberweg sorgt für sicheres Überqueren. Keine Aussage gab es zur Beleuchtung. „In deren Planung steigen wir erst bei der Vorzugsvariante ein“, sagte Ottilie.

„Interessante Vorschläge“, befand Peter Lipinski (Linke). Die ergänzten die Gemeinderäte mit Anregungen. Für Ina Adler (Linke) waren mit Blick auf den Adventmarkt 650 Quadratmeter bei Variante eins ein „Ausschlussargument“. Wolfram Böttger (CDU) regte an, den Bushalt an den Dorfplatz zu verlegen, „damit die älteren Menschen nicht so weit laufen müssen“. Das fände auch Laqua „perfekt“. Zurzeit befindet sie sich im Kreuzungsbereich der Grimmaischen Straße.

Jetzt gilt es, für das Vorhaben Fördermittel zu akquirieren. Zur Wahl stehen Leaderförderung, Förderrichtlinie zur Förderung der wirtschaftsnahen Infrastruktur (GRW infra) oder Städtebauförderprogramm. Laqua: „Mit der finanziellen Untersetzung wägen wir ab, welche Variante wir nehmen.“

Von Ines Alekowa

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