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Wurzen Bergfilmfestival am Gaudlitzberg: In Gedanken bei Verunglückten
Region Wurzen Bergfilmfestival am Gaudlitzberg: In Gedanken bei Verunglückten
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14:26 19.05.2015
Am Gaudlitzberg erwartet: Die Seilkünstler vom Verein Slacknetz werden auf ihren gespannten Leinen manches Kunststückchen vollführen. Quelle: privat

Wie berichtet, stürzten an Gaudlitz- und Holzberg innerhalb weniger Tage zwei junge Männer aus großer Höhe ab. Dem Thallwitzer Bürgermeister Thomas Pöge, der bei einem der Unfälle als Feuerwehrmann die Erstversorgung leitete und sich auch die Telefonnummer eines Begleiters geben ließ, konnte bislang noch keinen Kontakt zu diesem herstellen. Auch der Alpenverein als Pächter der Brüche weiß noch nicht, wer dort eigentlich abstürzte. Auf LVZ-Nachfrage im Krankenhaus St. Georg, in dem zumindest einer der Verunglückten behandelt wurde, hieß es gestern: "Wir bitten um Verständnis, aus Datenschutzgründen können wir keine Angaben übermitteln. Martin Schmalz, Pressesprecher."

Bis zu 1000 Besucher werden ab Samstagmittag im Steinbruch Gaudlitzberg erwartet. Sie alle hoffen, dass die Verunglückten wieder ganz gesund werden. "Natürlich sind wir sehr daran interessiert zu erfahren, wie es zu den Unfällen kommen konnte, um entsprechende Lehren aus möglichen Sicherungsfehlern zu ziehen", sagte gestern Festival-Koordinator Peter-Hugo Scholz. Mit seinem Film "Klettern vor der Haustür", den er 1998 mit Michael Andres drehte, wird das Programm eröffnet. Der außer Konkurrenz laufende Streifen setzt der Schwarzen Wand ein Denkmal. 1925 waren es Felix Simon und Walter Ebert, die den Fels bei Röcknitz ersterkletterten. Fortan gilt die Schwarze Wand als Wiege der Leipziger Kletterschule.

Auch in diesem Jahr sind ganz unterschiedliche Wettbewerbsbeiträge zu sehen: Kletterer Felix Bähr widmet sich dem Rissklettern in Böhmen. "Wildes Adersbach" heißt sein Film. Dabei kommt der Dresdener den Protagonisten ganz nah und macht somit erlebbar, wie sie den Felsspalt nutzen, um sich Zentimeter für Zentimeter nach oben zu hangeln. Der Franzose Vladimir Cellier ist mit seinem filmischen und musikalischen Kunstwerk vom Klettern im chinesischen Getu-River-Nationalpark genauso am Start wie die Schweizerin Thaïs Odermatt mit ihrem einfühlsamen Porträt über den Idealisten Kurt, der in einer unwirtlichen Gegend der Alpen einen Sessellift am Laufen hält.

Tagsüber wetteifern die Besucher um den Klettercup, balancieren auf dem Seil, laufen Ski auch ganz ohne Schnee und beteiligen sich an der "Wasserhochkletterstaffel". Indes stürzen sich Mutige von der Bergkuppe und verwandeln sich auf ihrer Talfahrt an der 200 Meter langen Seilbahn in einen Fliegenden Fuchs. Zum Rahmenprogramm gehört auch die Fee Dorothea Alder, die auf einer Lichtung im Gaudlitzer Wald wenig bekannte Bergmärchen erzählt. Ornithologe Patrick Franke bringt Vogelstimmen aus dem mongolischen Khangai-Gebirge zu Gehör. Seilkünstler vom Verein Slacknetz vollbringen Kunststücke. Am Sonntag, 10 Uhr, führt Wolfram Heidenfelder zu den Hohburger Gletscherschliffen, Sven Schellin paddelt mit Wasserratten über den Steinbergsee. Eine Weltneuheit, die Beerenlimo "Aronade", wird verkostet.

Beim Festival werde zudem beraten, wie man Kontakt zu den beiden Verunglückten aufnehmen und ihnen helfen kann, kündigte Koordinator Peter-Hugo Scholz an. Der 60-Jährige bezeichnet sich selbst eher als Genuss-Kletterer: "Der Quarzporphyr hat durchaus seine Tücken. Während der Sandstein in der Sächsischen Schweiz grober und damit griffiger ist, sind unsere Felsen glatter. Wenn es zudem heiß ist und der Kletterer schwitzt, bildet sich eine Art Speckschicht zwischen Hand und Wand. Dann besteht Rutschgefahr."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 04.09.2014
Haig Latchinian

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