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Wurzen Berufswunsch Pilot – die Arbeit der Praxisberaterin an Colditzer Sophienschule
Region Wurzen Berufswunsch Pilot – die Arbeit der Praxisberaterin an Colditzer Sophienschule
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11:46 03.02.2016
Daniela Metzler-Behrendt von der Fortbildungsakademie der Wirtschaft (FAW) gGmbH kommt als Praxisberaterin an der Oberschule Colditz zum Einsatz. Quelle: Thomas Kube
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Colditz

Es ist völlig normal. Nicht jeder Siebtklässler hat schon eine konkrete Vorstellung davon, was er nach der Schule machen will. Oder auch umgekehrt. Es gibt Schüler, die ganz genau wissen, dass sie nach den Abschlussprüfungen in jedem Fall Pilot werden wollen. Beides sind Fälle für die Praxisberater, wie es sie derzeit an 49 sächsischen Oberschulen gibt. Auch an zwei Bildungseinrichtungen im Landkreis Leipzig. Es handelt sich dabei um die Brandiser Oberschule sowie die Colditzer Sophienschule.

In Colditz begleitet Elvira Bartel-Beute von der Fortbildungsakademie der Wirtschaft (FAW) Leipzig seit knapp zwei Jahren die Siebt- und Achtklässler. Schüler in einem Alter, „in dem alles noch möglich ist“, wie Schulleiter Andreas Horn sagt. Der erfahrene Pädagoge meint damit, dass es in diesem Alter für wichtige Weichenstellungen noch nicht zu spät ist. „Wenn jemand studieren will, kann er immer noch die Schule wechseln“, auf ein Berufsschulgymnasium etwa. Dazu allerdings müssen zunächst erst einmal Stärken und Schwächen eines Schülers erkannt werden, macht Daniela Metzler-Behrendt klar, Diplom-Pädagogin und Koordinatorin für Praxisberater bei der FAW und vertretungsweise für Praxisberaterin Bartel-Beute in Colditz im Einsatz. Die FAW ist der Freie Träger, der das Projekt „Praxisberater an Schulen“ im Auftrag des Dresdner Kultusministeriums und der Arbeitsagentur in Colditz und Brandis umsetzt.

Ein Fulltime-Job, denn Praxisberaterin Bartel-Beute ist 40 Stunden in der Woche an der Sophienschule, wo sie auch ein Büro hat und damit für die Schüler gut erreichbar ist. Mit den Siebtklässlern hat sie zunächst analysiert, welche Potenziale sie haben und ob mögliche Berufswünsche überhaupt realistisch sind. „Wenn jemand Steinmetz werden will, muss er erst mal einen Test seiner Fingerfertigkeit bestehen“, sagt FAW-Koordinatorin Metzler-Behrendt. Nach der Potenzialanalyse gibt es für jeden Schüler einen Entwicklungsplan. Zwar werden keine Noten verteilt, „aber es lassen sich Ziele vereinbaren“, sagt Daniela Metzler-Behrendt, was freilich auch vom guten Willen des einzelnen Schülers abhängt. Die nehmen im Rahmen des Projekts an Betriebserkundungen teil, besuchen das Berufsschulzentrum oder bauen eine Schülerfirma auf. Sie erhalten einen Berufswahlpass, der etwa Beurteilungen aus Praktika enthält.

Und sie haben oftmals ein Ziel vor Augen. Ihren Wunschberuf, was sich auch auf ihre Motivation in der Schule auswirkt. „Die ist anders, wenn jemand genau weiß, was er werden will“, sagt Schulleiter Horn.

Pflicht ist die Teilnahme am Projekt „Praxisberater an den Schulen“ für die Schüler nicht. Das Projekt gilt aber als Erfolg, weshalb Kultusministerin Brunhilde Kurth (CDU) kürzlich den Ausbau des Projekts angekündigt hat. Mit Beginn des neuen Schuljahres soll es Praxisberater an weiteren 74 sächsischen Oberschulen geben. Damit wären dann ab August an insgesamt 123 Schulen Praxisberater tätig. Bis 2020 soll das Projekt im sächsischen Schulsystem fest verankert werden. Die derzeit 49 Praxisberater werden mit zwei Million Euro des Kultusministeriums und der Bundesagentur für Arbeit finanziert. Für die Erweiterung des Projekts gibt es Gelder aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF).

An der Colditzer Sophienschule wie überall in Sachsen endet das Projekt für die Schüler mit dem Ende des achten Schuljahres. Dann, so ist es das Ziel, sollen sie ihre beruflichen Vorstellungen weiter entwickelt haben. Ab dem neunten Schuljahr werden die Schüler von der Berufsberatung betreut.

Von Nikos Natsidis

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