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Wurzen Besuch aus dem hohen Norden
Region Wurzen Besuch aus dem hohen Norden
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05:00 14.09.2010
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. Sie hatte vorher lange gegrübelt, ob sie nach Wurzen fahren sollte. Anscheinend hat es sich aber gelohnt: Rund sechs Monate später sitzt die schwedische Schülerin nun in einem Klassenraum des Lichtwer-Gymnasiums – und ist begeistert.

„Ich finde Deutschland gut", sagt die 17-Jährige und lacht. Sie und zwölf weitere schwedische Schüler sind seit gut einer Woche in Wurzen. Zeit genug also, um sich ein wenig einzugewöhnen. Denn manche Dinge in Deutschland sind dann doch anders als in ihrer Heimat. „Die deutschen Familien haben ganz andere Tagesabläufe als wir daheim", sagt Åhman. In Schweden wird es spät am Tag die Hauptmahlzeit zu sich genommen. Die Deutschen essen dagegen ausgiebig zu Mittag. „Das ist schon ein bisschen ungewöhnlich", sagt Åhman.

Das Kennenlernen der unterschiedlichen Kulturen ist ein wesentlicher Punkt beim Austausch, den das Lichtwer-Gymnasium mit drei Schulen aus Gävle seit 13 Jahren veranstaltet. Deswegen wird immer ein Programm ausgearbeitet, in dem die Austauschschüler die Region besser kennenlernen können. „Wir orientieren uns dabei auch an der schwedischen Geschichte", sagt Violetta Wollny. Die Geschichtslehrerin am Lichtwer-Gymnasium betreut den Austausch seit dem ersten Jahr. So war schnell klar, dass die Schüler und ihre deutschen Kollegen um den 30-Jährigen Krieg kaum vorbei kommen werden: Lützen ist in Schweden ein fester Begriff, fiel hier doch im Jahr 1632 der schwedische König Gustav Adolf. Nun konnten die skandinavischen Schüler den Ort selbst einmal in Augenschein nehmen. Auch die deutsche Geschichte wird nicht ausgespart: Berlin oder Weimar, die Städte der deutschen Teilung und der deutschen Klassik, sind unverzichtbarer Bestandteil der Reiseroute.

„Am Anfang ist es immer ein bisschen schwer, Schüler für den Austausch zu begeistern", sagt Mirja Widman, die das Projekt auf schwedischer Seite betreut. „Aber am Ende will niemand mehr nach Hause fahren. Die Schüler finden es hier einfach zu schön."

Kai Kollenberg

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