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Betreuer wehren sich gegen Vorwürfenach Zwischenfall am Dreibrückenbad

Flüchtlingsunterkunft Hohburg Betreuer wehren sich gegen Vorwürfenach Zwischenfall am Dreibrückenbad

Die Prügelei zweier Flüchtlingsgruppen aus Hohburg und Dahlen vorm Wurzener Dreibrückenbad Ende August wirkt nach. Wie DRK-Betreuer Christian Müller sagte, seien ehrenamtliche Helfer der Einrichtung bereits negativ angesprochen worden und die Jugendlichen fühlten sich zu Unrecht beschuldigt.

Außenlift, neue Fassade und eine Dachterrasse – die Arbeiten am Kulturhaus „Zur Hohburger Schweiz“ sind in vollem Gange.

Quelle: Kai-Uwe Brandt

Lossatal/Hohburg. Am Kulturhaus „Zur Hohburger Schweiz“ läuft alles nach Plan. Bereits Anfang des Jahres starteten hier die Arbeiten mit dem Ausbau der zweiten Hoteletage als Unterkunft für unbegleitete minderjährige Asylbewerber. Seither hat sich viel getan. Bereits am 22. April weihte das DRK Muldental als Träger des Flüchtlingsheimes die Sozialeinrichtung ein. Demnächst erhält die Immobilie den avisierten Außenlift, eine neue Fassade sowie eine Dachterrasse überm Steinsaal.

Aus Sicht von Bürgermeister Uwe Weigelt (SPD) sei es höchste Zeit gewesen, das Gebäude zu sanieren, um ihm eine Zukunft zu geben. Zugleich betonte der Gemeindechef aber: „Was sich hier tut, dient im Übrigen dem gesamten Haus und nicht allein nur der Unterkunft.“ Dieser Zusammenhang nämlich werde ab und an noch in der Öffentlichkeit falsch verstanden. Bei allem nutzt Weigelt seine Vor-Ort-Besuche natürlich ebenso für Gespräche mit dem Heimbetreiber, da ihm die Integration der 15- bis 17-jährigen Jungen am Herzen liegt.

Momentan leben 24 Jugendliche aus Afghanistan, Iran, Syrien, Eritrea, Somalia sowie Albanien in Hohburg jeweils zu zweit in einem Zimmer und werden von zehn Sozialarbeitern beaufsichtigt. „Vormund ist das Jugendamt des Landkreises, während wir Träger dieser Einrichtung und einer weiteren in Waldsteinberg sind“, klärt DRK-Vorstand Bettina Belkner auf. Dabei gebe es viel Positives über den Alltag der Schützlinge zu erzählen, fügen Objektleiter Thomas Schorn und Betreuer Christian Müller an. Zum Beispiel von der ehrenamtlichen Hilfe, die die Flüchtlinge in Hohburg erhalten, von Lern- oder Sporterfolgen. „Wir haben einen 16-jährigen Iraner, der fußballerisch so talentiert ist, dass er bei Lok Leipzig in der U 19-Mannschaft spielt und viermal die Woche in Leipzig trainiert“, so Müller. Gerade Sport bestimme die Freizeit der Jungs. Schon deshalb ärgert es Bürgermeister Weigelt, weil der Hohburger SV bis jetzt eine Integration der jugendlichen Asylbewerber ablehnt.

Weitaus unerfreulicher für die Bemühungen des DRK sei allerdings die Darstellung eines Vorfalls am 21. August vorm Freibad Dreibrücken gewesen, ergänzt Müller. Laut Polizei hätten sich damals Jugendliche aus Hohburg und Flüchtlinge aus Dahlen (Landkreis Nordsachsen) mit Stöcken und Latten eine Prügelei geliefert, bei der eine 66-jährige Betreuerin der Dahlener verletzt wurde. Eben jenen geschilderten Hergang erlebten die anwesenden DRK-Mitarbeiter als Augenzeugen ganz anders. Müller dazu: Ausgelöst wurde der Konflikt durch die verbale Beleidigung des kleinen Bruders eines Freundes der Hohburger, der im Laufrad spielte. Die Begleiterinnen schlichteten zunächst. Jedoch ging der Streit draußen weiter und mündete letztlich in Handgreiflichkeiten, wobei sich ein Teil der Hohburger Gruppe noch zum Umkleiden im Freibad befand. Letztlich wussten sich die DRK-Frauen nicht mehr zu helfen und verständigten die Polizei. Als die Ordnungshüter eintrafen, war die Schlägerei bereits beendet – „und zwar weder mit Stöcken noch mit Latten, wie danach vermeldet“. Allerdings ohne Dolmetscher begannen die Beamten nach Aussage der verletzten Frau hin mit einer Gegenüberstellung. Sie zeigte erst auf einen Iraner und als er sich entlastete plötzlich auf zwei Eritreer.

Müller zufolge klingen die Folgen des Ereignisses für die Integrationsarbeit bis zum jetzigen Zeitpunkt nach. „Ehrenamtliche werden negativ angesprochen, unsere Schützlinge fühlen sich angesichts der Außenwirkung zu Unrecht beschuldigt und sie haben Angst.“ Sein Fazit: „Ein Vorfall wie am Dreibrückenbad sollte nicht dazu führen, die Einrichtung zu stigmatisieren. Wir sind überzeugt, das Richtige zu machen.“

Von Kai-Uwe Brandt

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