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Wurzen Betriebe im Muldental suchen händeringend Azubis
Region Wurzen Betriebe im Muldental suchen händeringend Azubis
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15:44 27.11.2016
Technik zum Anfassen: Christian Ebert von der Wurzener Firma Hoffmann Fördertechnik erläutert den angehenden Azubis Tim und Holm (r.) sowie deren Mutter Annett Triemer einen Elektro-Kettenzug. Quelle: Roger Dietze
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Wurzen

Das Auto ist bekanntlich der Deutschen liebstes Kind. Lange profitierten davon auch die Ausbildungsbetriebe im Kraftfahrzeug-Sektor. Doch damit ist es schon lange vorbei. Ein Lied davon konnte im Rahmen des am Sonnabend zum wiederholten Mal von der Volkshochschule Muldental (Vhs) im Wurzener Lichtwergymnasium veranstalteten Branchentag Frank Brunner vom Brandiser VW- und Audi-Autohaus Graupner singen.

„Wir suchen händeringend nach Azubis“, berichtete der Ausbildungs-Verantwortliche. Für das nächste Ausbildungsjahr lägen aktuell gerade einmal fünf Bewerbungen vor. „Vor einigen Jahren waren es um diese Zeit um die 50, wobei der massive Rückgang auch mit der großen Konkurrenz der in Leipzig angesiedelten Autobauer zu tun hat“, so Brunner. „Nachdem wir in diesem Jahr unsere Werbe-Präsenz über das Muldental hinaus nach Oschatz erweitert haben, werden wir im nächsten Jahr auch den Schritt nach Leipzig gehen.“

Weil nicht nur die Kfz-Branche unter einem akuten Azubi-Mangel leidet, bot der diesjährige Branchentag für die angehenden Schulabgänger mit 49 Ausbildungsbetrieben eine gute Orientierungsmöglichkeit hinsichtlich der vielfältigen Ausbildungsmöglichkeiten. „Viele Unternehmen sind bereits Stammgäste, darüber hinaus versuchen wir, immer wieder neue zu gewinnen“, erläutert Klaus Arweiler aus dem Vhs-Fachbereich Politik, Gesellschaft und Umwelt. „Ein wenig Nachholbedarf besteht indes bei den Gesundheitsberufen sowie im Frisörhandwerk, in der Physiotherapie und Kosmetik, die wir im nächsten Jahr stärker zu gewichten vorhaben.“

Stark vertreten waren demgegenüber im Lichtwergymnasium einmal mehr jene Berufsgruppen, in denen die Dienstbekleidung mehrheitlich eine uniforme ist. Und auch die Nachfrage nach entsprechenden Ausbildungsmöglichkeiten war an den Ständen von Bundeswehr, Polizei und Bundespolizei erneut hoch. „Woran dies genau liegt, vermögen wir nicht zu sagen, aber es ist wohl schon so, dass handwerkliche Berufe und die mit diesen verbundene körperliche Arbeit bei den Jugendlichen nicht mehr so hoch im Kurs steht“, berichtet Andreas Ros vom Auswahl-Team der sächsischen Polizei. Diese jedenfalls könne sich nicht über einen Mangel an Bewerbern beklagen, ganz im Gegenteil werde man erneut keine Probleme haben, die 600 verfügbaren Ausbildungsplätze zu besetzen. „Die Werbekampagne ‚Verdächtig gute Jobs’ wirkt noch nach, andererseits haben aber auch die Modifizierungen der Ausbildungskriterien wie etwa die Reduzierung der Mindestkörpergröße von 1,65 auf 1,60 Meter ihren Teil zu der guten Nachfrage nach unseren Ausbildungsplätzen beigetragen“, so Ros.

Von einer solch guten Nachfrage kann man aktuell beim Trebsener Papierproduzenten Mondi, der einstigen Papiersackfabrik, nur träumen. „Auch wir erhalten momentan gemessen an früheren Jahren maximal zehn Prozent der Bewerbungen, dabei haben Azubis bei uns eine sehr große Übernahme-Chance, weil wir ausbilden, um unsere eigenen Fachkräfte nachzuziehen“, so Iris Kösler, Ausbilderin im kaufmännischen Bereich.

Von Roger Dietze

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