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Wurzen Betrüger erbeuten Geld von Rentnerinnen im Landkreis Leipzig
Region Wurzen Betrüger erbeuten Geld von Rentnerinnen im Landkreis Leipzig
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16:38 28.11.2018
Mit dem Enkeltrick und anderen Maschen versuchten Betrüger ältere Frauen im Landkreis um ihr Geld zu bringen – in zwei Fällen gelang dies (Symboldbild). Quelle: dpa
Grimma/Wurzen/Bad Lausick

Gleich drei Betrugsfälle haben sich am Dienstag in Grimma, Wurzen und Bad Lausick zugetragen. In Fall eins schellte am Dienstagnachmittag das Telefon in der Wohnung einer 84-jährigen Frau. Die Anruferin meldete sich mit den Worten: „Hier ist deine Cousine aus Dresden“ und nannte sowohl den korrekten Vor- als auch Familiennamen.

Die ältere Dame schenkte der Anruferin Glauben, bekam dann von ihrer Verwandten zu hören, dass sie momentan in finanziellen Schwierigkeiten stecke und deshalb dringend eine höhere fünfstellige Summe benötige. Da die 84-Jährige über das geforderte Geld nicht verfügte, gab sie allerdings an, welche Summe in ihrem Schließfach einer Bank liege. Die vermeintliche Cousine sagte nun, dass ihr das erst einmal reichen würde.

Beide vereinbarten, dass die Frau das Geld holt und dann einem Bekannten der Cousine, die leider nicht selber kommen kann, in der Wohnung übergibt. Gesagt, getan: Die ältere Dame ging zu ihrem Kreditinstitut, holte das Geld und übergab es gegen 16 Uhr dem Abholer. Bei diesem soll es sich um einen etwa 30-Jährigen gehandelt haben. Am Abend rief die 84-Jährige ihre Cousine in Dresden an und fragte nach, ob alles geklappt hätte. Nun musste sie die bittere Wahrheit erfahren: Sie war Betrügern in die Falle gegangen, die sie um ihr ganzes Erspartes gebracht hatten. Die Geschädigte setzte umgehend die Polizei in Kenntnis. Kripobeamte ermitteln wegen Betrugs.

Betrüger in Aktion in Lausick

Ein zweiter Fall hat sich am Dienstagvormittag in Bad Lausick zugetragen: Dort wurde eine 77-jährige Hausbewohnerin im Hausflur eines Mehrfamilienhauses von einem Mann in schwarzen Arbeitssachen ohne Aufschrift angesprochen. Er gab an, nun schon das dritte Mal hier zu sein, da er sie unbedingt aufsuchen müsse und stellte sich als Mitarbeiter von „Vodafone“ vor.

Obwohl der Mann ihr weder einen Auftrag noch einen Ausweis vorlegte, ließ ihn die gutgläubige Frau in ihre Wohnung. Dort wollte er ihre Telefonanlage überprüfen und sehen, ob WLAN und Internetzugang anliegen. Doch die Ausstattung der Wohnungsinhaberin war auf dem neuesten Stand. So brach er seine „Arbeiten“ ab und ging wieder. Nach etwa zehn Minuten erschien er jedoch wieder, wollte die Einzugsermächtigung haben, um eine Kündigung auszuführen. Die Frau wurde nicht misstrauisch, übergab auf sein Verlangen ihre EC-Karte in einer Hülle und nannte ihm die PIN.

Als er ihr die Hülle zurückgab, bemerkte sie nicht, dass daraus die EC-Karte fehlte. Somit war er in den Besitz beider gelangt und verschwand rasch aus der Wohnung. Als die 77-Jährige wenig später ihre Karte nutzen wollte, musste sie deren Verlust feststellen. Sie ließ sofort die Karte sperren und ging zur Bank. Dort vertraute sie sich einer Mitarbeiterin an, die ihr mitteilte, dass bereits 1.000 Euro abgehoben worden waren. So ging sie zur Polizei, erstattete Anzeige. Sie beschrieb den vermeintlichen Mitarbeiter als um die 30, er sei etwa 1,76 m groß, schlank und sportlich gewesen. Der Mann sprach sächsischen Dialekt und trug schwarze Kleidung. Die Ermittlungen laufen.

Enkeltrick klappt in Grimma nicht

In Fall drei klingelte um die Mittagszeit das Telefon bei einer 69-jährigen Frau aus Grimma. „Weißt du, wer ich bin?“, fragte der Anrufer. Die Frau glaubte zunächst, dass ihre Enkelin Lisa mit ihr sprach. Diese gab an, in einer finanziellen Notlage zu sein und forderte 30.000 Euro. Doch nach wenigen Sätzen wusste die 69-Jährige, dass nicht ihre Enkeltochter am Telefon sprach, die unbedingt noch am gleichen Tag das Geld haben wollte.

Die clevere Frau hielt sie hin, sagte, dass sie nicht so viel zu Hause habe. Nun fragte die Anruferin nach Wertgegenständen, was die Frau noch misstrauischer machte. Sie sagte, dass sie später noch mal anrufen solle. Nach Beenden des Gesprächs verständigte sie die Polizei. Danach klingelte noch zweimal das Telefon, doch sie ignorierte die Anrufe. Zu einer Geldübergabe kam es nicht.

Polizei mahnt ältere Menschen zur Vorsicht

Die Polizei warnt: Bleiben Sie immer misstrauisch, wenn es bei Anrufen ums Geld geht – auch wenn die Anrufer bekannte Klarnamen nennen. Vergewissern Sie sich durch einen Anruf bei Ihren Verwandten, Freunden oder Bekannten, ob der- oder diejenige wirklich angerufen hat. Ziehen Sie bei oder nach dubiosen Anrufen erst einmal ein Familienmitglied oder einen Hausbewohner/eine Hausbewohnerin Ihres Vertrauens hinzu. Lassen Sie keine Unbekannten in Ihre Wohnung, übergeben Sie kein Geld.Verständigen Sie in jedem Fall die Polizei.

Von LVZ/gap

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