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Bewegung an der Wurzener Papierkorb-Front

Bewegung an der Wurzener Papierkorb-Front

Es mag in schwierigen Finanzzeiten ein wenig anachronistisch sein, sich mit einer Papierkorb-Konzeption zu beschäftigen. Und doch ist das Thema Sauberkeit in der Stadt immer ein Aufreger.

Wurzen. So warf der Fachbereich (FB) Services und Bauwesen der Stadtverwaltung jetzt ein solches Papier in die Diskussion. Die Ideen, die zunächst nur eine erste Basis für Kommendes sein sollen, wurden am Mittwochabend im Technischen Ausschuss (TA) des Stadtrates vorgestellt.

Im Grunde habe es vier Motive gegeben, sich des Sachverhaltes anzunehmen, erklärte FB-Leiter Carl Rößler: „Auf dem Parkplatz am Dreibrückenbad stehen elf Papierkörbe. Es fällt dort jedoch kaum Müll an. Dann gibt es an anderen Stellen der Stadt genau die umgekehrten Verhältnisse. Überdies macht uns die zunehmende Zerstörung der Behälter zu schaffen und schließlich der Missbrauch, die Papierkörbe zur Hausmüllentsorgung zu nutzen.“

Die Konzeption der Verwaltung beruht auf Erfahrungen und Beobachtungen der Mitarbeiter des Fachbereichs Innere und Äußere Verwaltung (früher Ordnungsamt) und des Bauhofes. So sieht die Stadt sowohl Erneuerungs- und Reparatur- als auch Neuaufstellungsbedarf. An einigen Bereichen könne auch abgebaut werden. Vorgeschlagen wird der Einsatz von Papierkörben in altstadtgerechter Gestaltung und in einfacher Ausführung. Im Sanierungs- also Altstadtbereich sollten generell altstadtgerechte Körbe und außerhalb einfache kostengünstige Modelle zum Einsatz kommen. Die Verwaltung betont die Wichtigkeit von „stabilen Ausführungen, um dem zunehmenden Vandalismus gewachsen zu sein“. Außerhalb könnten Plastekörbe zum Einsatz kommen.

In ihrem Konzept schlägt die Stadt vor,  etwa 14 feuerverzinkte Modelle für den Innenstadtbereich neu zu beschaffen. Kostenpunkt pro Stück: 250 Euro. 29 Plastemodelle (125 Euro pro Stück) sind neu für den Außenbereich angedacht. Dort, wo sich vor allem Jugendliche versammeln (zum Beispiel Bahnhof-Südseite, Clara-Zetkin-Platz), hat die Stadt besonders Vandalismus sichere Modelle im Visier. An genannten Stellen sollen je drei besonders stabile Exemplare aufgestellt werden, die mit 500 Euro pro Stück zu Buche schlagen würden.

Das Thema wurde von den TA-Mitgliedern dankbar aufgenommen. Carl Rößler konnte zahlreiche Aufstellungs- und Abbauvorschläge notieren. Jörg Grundig (Ex-Bürgermeister von Kühren-Burkartshain) blieb skeptisch. In „seinem“ Ort gebe es gerade zwei Papierkörbe und es sei dort nicht vermüllt. Oberbürgermeister Jörg Röglin warf ein, dass zusätzliche Körbe auch Hundebesitzer animieren könnten, ihre Tütchen ordnungsgemäß zu entsorgen. „Das wäre doch positiv.“

Bei Umsetzung des Konzeptes würden, einschließlich Montage, knapp 12 000 Euro anfallen. An eine Realisierung ist frühestens 2011 gedacht. Bis dahin soll das Konzept weiter ergänzt werden – auch durch Bürgerhinweise. Die Konzeption mit den genauen Standortvorschlägen kann im Stadthaus eingesehen werden. 

In der Stadt Wurzen und ihren Ortsteilen stehen gegenwärtig 164 Papierkörbe.

Drago Bock

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