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Wurzen Bildungsstätte im Süden Wurzens begeht 90-jähriges Bestehen
Region Wurzen Bildungsstätte im Süden Wurzens begeht 90-jähriges Bestehen
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11:56 12.12.2016
Zeitreise: Mit einem Theaterstück erzählen die Grundschüler die Geschichte der Reformation von vor 500 Jahren. Quelle: Frank Schmidt
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Wurzen

Wenn die 13 Lehrer der Diesterweg-Grundschule vor ihre 181 Schüler treten, dürfte es manches Mal so sein, als würden sie einen großen Sack lebensfroher Flöhe hüten. Aber zum Festakt des 90-jährigen Bestehens ihres Schulgebäudes (die LVZ berichtet) haben genau diese 181 Schüler in der Turnhalle die Besucher und Ehrengäste sowie Eltern und Freunde mit Gänsehautfeeling überrascht. Gemeinsam sangen sie das Lied „Dona nobis pacem“, was aus dem lateinischen übersetzt heißt: „Gib uns Frieden“. Und damit nicht genug. Zu dem bekannten Song „Hallelujah“ von Leonard Cohen hatte die Chorleiterin Sylvia Stamm einen Text auf das Schuljubiläum geschrieben, der ebenfalls von den Mädchen und Jungen gemeinsam gesungen wurde und der Veranstaltung die Krone aufsetzte.

Ohne es zu wollen, nahmen die Kinder mit ihrem Programm ihrer Schulleiterin Gunthild Trylus eine entscheidende Passage ihrer Festrede vorweg, die besagte, „dass bei uns in vielen Facetten gelernt wird“. Aber davon konnten sich die Besucher sowieso beim Tag der offenen Tür überzeugen, der vor der Festveranstaltung in das 90-jährige Schulgebäude einlud.

Eines der 14 Projekte in der zu Ende gegangenen Festwoche war der Reformation vor nunmehr 500 Jahren gewidmet. „Mensch Martin – Hut ab“, hieß ein kleines Theaterstück, das Annette Grundmann vom Freundeskreis Museum Wurzen für die Schüler kindgemäß schrieb sowie mit ihnen einstudierte und aufgeführte. „In dem Stück geht es nicht nur um Luther, sondern um die damalige Zeit des Umbruches. Also um viele Erfindungen und Entdeckungen, vor allem aber auch um das, was Luther mit seinem Tun und Handel bewirken wollte und bewirkt hat, um Missstände aufzudecken.“ Die Botschaft sei, „dass es Mut braucht, Ungerechtigkeit abzustellen und Veränderungen herbeizuführen“, erklärte Grundmann. Keine Überraschung sei für sie gewesen, die Schüler auf diese thematische Zeitreise mitzunehmen. „Wir sollten Kinder nicht unterschätzen, denn die wissen sehr gut Recht und Unrecht sowie Gut und Böse zu unterscheiden.“

In die Amtszeit von Jürgen Schmidt als Oberbürgermeister der Stadt fiel die Sanierung dieses Gebäudes, um es als Grundschulstandort zu sichern. „Heute ist es ein Aushängeschild im Süden der Stadt“, freute es Schmidt. Sein Amtsnachfolger, Jörg Röglin (parteilos), bestätigte das mit der wertschätzenden Feststellung, „dass es eine der Wurzener Schulen mit den wenigsten Sorgen ist, in der von den Pädagogen eine ausgezeichnete Arbeit geleistet wird“. In diesem Kontext dankte auch Thomas Zschau als Elternvertreter dem „aktiven und engagierten Elternrat“.

Von Frank Schmidt

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