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Billard, Babytreff und Bisley-Lesung – Brandiser Mauerwerk lockt mit vielen Angeboten

Freizeittreff Billard, Babytreff und Bisley-Lesung – Brandiser Mauerwerk lockt mit vielen Angeboten

Zurück aus der Hölle“ heißt die Lesung, zu der der Brandiser Awo-Jugendtreff „Mauerwerk“ am Freitag, 17.30 Uhr, in die Mehrzweckhalle, Poststraße 22, einlädt. Sascha Bisley liest aus seinem gleichnamigen Buch, in dem er seinen Weg vom Gewalttäter zum Sozialarbeiter beschreibt.

Julia Roth (r.) und Doreen Brose überlassen den Tischkicker eigentlich lieber den Kindern und Jugendlichen. Den stehen im Mauerwerk viele Möglichkeiten offen, ihre Freizeit zu gestalten.

Quelle: Ines Alekowa

Brandis. „Zurück aus der Hölle“ heißt die Lesung, zu der der Brandiser Awo-Freizeittreff „Mauerwerk“ Freitag, 17.30 Uhr, in die Mehrzweckhalle, Poststraße 22, einlädt. Sascha Bisley liest aus seinem gleichnamigen Buch, in dem er seinen Weg vom Gewalttäter zum Sozialarbeiter beschreibt. Mauerwerk-Leiterin Julia Roth (26) und ihre pädagogische Assistentin Doreen Brose (38) freuen sich, dass sie den Dortmunder, der deutschlandweit tourt und sogar für den Grimme-Preis 2017 nominiert war, auch nach Brandis holen konnten. Brose war über die von Bisley moderierte ZDF-Doku „Szene Deutschland – unter Tätern“ auf den Autor aufmerksam geworden. „Als die Zusage kam, haben wir überlegt, daraus ein Präventionsprojekt zu stricken“, sagt sie, „denn die Themen, die Bisley anspricht, sind auch für die Jugend hier greifbar. Eine Drogenszene gibt es überall, wer möchte, kommt leicht an Drogen“, wissen beide Sozialarbeiterinnen. Sie wollen warnen, aufklären. „Und das funktioniert mit jemandem, der von eigenen Erfahrungen berichtet, am besten.“ Bisleys Lesung geht deshalb schon eine nichtöffentliche für die 9. Klassen des Gymnasiums voraus, Diskussion inbegriffen. Roth und Brose haben letztere in einer Unterrichtsstunde bereits vorbereitet und bewusst Jugendliche in der Pubertät ausgewählt. „In dem Alter sortieren sich die Synapsen neu, die Gefahr, falschen Einflüssen zu folgen, ist besonders groß.“ Sie hoffen deshalb auf großen Zuspruch bei der Lesung, insbesondere von Jugendlichen, Eltern, Lehrern, Sozialarbeitern.

Projekte schließen Angebotslücken

Die Arbeiterwohlfahrt, die weitere Treffs in Grimma, Nerchau und Bad Lausick betreibt, hat die Jugendarbeit in Brandis erst Anfang 2016 übernommen. Dem vorherigen Träger CVJM hatte die Stadt gekündigt. Wir haben uns der Aufgabe mit viel Neugier, aber auch Respekt gestellt“, räumt Roth ein. Letzterer habe sich als unbegründet erwiesen. „Einzig mit Regeln und Umgangsformen hatten wir zu kämpfen.“ Das haben die Sozialarbeiterinnen inzwischen im Griff. „Wir legen viel Wert auf Gespräche, auf Augenhöhe.“ Wenn die Kinder sagen: „Wir fühlen uns hier wie in einer Familie“, ist das für beide das größte Lob. Das Sich-Wohlfühlen liegt sicher auch an den mit neuen Möbeln, Sportgeräten, Billardtisch aufgepeppten Räumen im Kellergeschoss des CVJM-Hauses im Zeititzer Weg. Von den Jugendlichen in einem Projekt gestaltete Graffiti bringen Farbe ins Spiel.

Überhaupt ordnet sich die Bisley-Lesung in eine ganze Reihe von Projekten ein, die Roth und Mitstreiter auf die Beine stellen. Zum Thema Prävention geschieht dies in Zusammenarbeit mit Schulen, Polizei, Familienvilla Wurzen. Zum Sommerfest hatte die auf Wunsch der Mädchen gegründete Tanzgruppe ihren ersten Auftritt. „Darauf waren alle sehr stolz.“ In den Ferien gab es eine Mehrtagesfahrt ins Erzgebirge, und seit Kurzem treffen sich wöchentlich Mütter mit ihren Babys zum Krabbelcafé. „Wir wollen den Freizeittreff schon jungen Familien schmackhaft machen, und das wird gut angenommen“, so Roth. Dessen Zielgruppe sind eigentlich Sechs- bis 27-Jährige, aber Neun- bis 16-Jährige überwiegen momentan. Außerdem wird gerade mit dem Institut für Fortbildung und Umschulung in Grimma ein Paket für Schüler ab 5. Klasse geschnürt. „Wir haben von den Kindern gehört, dass Nachhilfe nötig, aber für manche Familien zu teuer ist“, berichtet Roth. Am 16. November findet ein Informationselternabend statt. „Wir versuchen Lücken zu schließen, hier, aber auch immer wieder bei Kreativität und Bewegung.“

Stadtrat honoriert positive Entwicklung

Neben den Projekten gibt es den offenen Treff – montags, 16 bis 18 Uhr, und dienstags bis freitags, 14 bis 18 Uhr, anknüpfend an die Unterrichtszeiten der Schulen. Da organisieren die Sozialarbeiter spontane Angebote wie Basteln, Billardturnier oder Kochen. Chris Espenhain, ehrenamtlicher Mitstreiter, unterbreitet vor allem handwerkliche Angebote. „Aber natürlich bespaßen wir die Kinder und Jugendlichen nicht ständig, sondern setzen auch auf Eigeninitiative und eigene Ideen“, betont die Freizeittreff-Chefin. Einmal im Jahr sitzen sie und ihre Mitstreiter mit der Stadt zusammen, um Pläne und Projekte zu besprechen. „Und die Stadt unterstützt, wo sie kann. Wir haben hier das große Los gezogen“, sagt Roth.

Erst in seiner jüngsten Sitzung hatte der Stadtrat einer Stundenerhöhung der Assistenzkraft zugestimmt. „Der Jugendtreff hat trotz ungünstiger Voraussetzungen eine klar positive Entwicklung genommen“, so die Begründung. Angebote und deren Inanspruchnahme hätten sich „qualitativ und quantitativ deutlich in die von der Stadt gewünschte Richtung verschoben“.

Bisley-Lesung, Mehrzweckhalle Brandis: Karten zu 5 Euro, ermäßigt 2,50 Euro im Vorverkauf: in der Buchhandlung Gäbel und bei Mauerwerk im CVJM-Haus in Brandis, in der Postfiliale und bei Friseur Beier in Naunhof, beim Ifu-Institut in Grimma; an der Abendkasse 10 Euro, ermäßigt 8 Euro

Von Ines Alekowa

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