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Wurzen Biogasanlage Brandis: Bürger fordern Transparenz
Region Wurzen Biogasanlage Brandis: Bürger fordern Transparenz
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17:25 19.05.2015

"Wir fordern mehr Transparenz und eine Aufklärung der Bürger zu den geplanten Änderungen", erklärte die Beuchaerin Ursula Nicklas gegenüber LVZ. Die Agraringenieurin ist Sprecherin der Bürgergruppe.

"Kritische Fragen, die sich zur Biogasanlage stellen, wurden aus unserer Sicht bislang nur unzureichend beantwortet", stellt Nicklas fest. Wie berichtet, plant die Firma Juwi, auf dem ehemaligen Flugplatz auch Geflügeldung und Rindermist zu vergären. Die Stadt gab im Rahmen des laufenden Änderungsverfahrens eine positive Stellungnahme ab. Über den Antrag zu entscheiden hat die Landesdirektion.

"Völlig ungeklärt blieb beispielsweise die Frage nach der Beprobung des Gärrückstandes auf Salmonellen, die sich in mesothermen Biogasanlagen besonders rasant vermehren und laut wissenschaftlichen Untersuchungen häufig gegen mehrere gängige Antibiotika resistent sind", erklärt die Sprecherin des Initiativkreises. Auch verschiedene Viren und Pilzsporen würden sich in Biogasanlagen als außerordentlich temperaturresistent erweisen. "Eine hygienische Sicherstellung des Gärrestes", so die Beuchaerin, "lässt sich nur mit regelmäßiger Beprobung und Erhitzung auf 70 Grad Celsius erreichen." Dies allerdings bedeute für die Betreibergesellschaft einen deutlich höheren Aufwand.

Das Tierkot in eine solche Anlage gehört, sei klar. "Fraglich bleibt, ob er dafür aus Thüringen und Sachsen-Anhalt herangekarrt werden muss." Auch die Aussagen zum Anlieferverkehr werden vom Initiativkreis hinterfragt: "Da sich aus Hühnermist pro Tonne nur halb so viel Methangas gewinnen lässt wie aus Maissilage, muss wohl auch das Verkehrsaufkommen doppelt so hoch sein."

"Statt Transparenz und von Juwi postulierter Bürgerbeteiligung drängt sich hier der Verdacht von Verschleierung und Salami-Taktik auf", findet die Sprecherin klare Worte. Jetzt gehe es darum, die Bürger umfassend aufzuklären. So bemühe man sich aktuell, den von der Betreiberfirma gestellten Änderungsantrag in die Hand zu bekommen, um sich selbst ein Bild zu machen. In Vorbereitung sei außerdem ein Stammtisch zur Biogasanlage Brandis. Als Gast ist Monika Krüger im Gespräch, Direktorin des Instituts für Bakteriologie und Mykologie der veterinärmedizinischen Fakultät der Universität Leipzig. Die Wissenschaftlerin forscht zur Vermehrung von Krankheitserregern im Biogasprozess.

Auch im Stadtrat spielte das Thema erneut eine Rolle. Der Brandiser Michael Haak verlangte Antwort darauf, welche Vorteile die Bürger von den neuen Inputstoffen haben: "Wieso akzeptiert man die geänderte Betriebsführung?" Stadtrat Detlef Holzmann (SPD-Fraktion) verwies auf eine erhoffte Entzerrung des Verkehrs: "Die Lkw-Transporte werden gleichmäßiger übers Jahr verteilt, wenn der Anteil der nachwachsenden Rohstoffe sinkt." Durch die Änderung der Inputstoffe werde seiner Ansicht nach erreicht, dass die Laster in der Erntezeit nicht in Massen durch die Ortschaften donnern. Laut Jürgen Otto, Fachbereichsleiter der Stadtverwaltung, müssten für Geflügel- und Hühnermist laut Juwi Unbedenklichkeitsbescheinigungen vorliegen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 06.04.2013

Simone Prenzel

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