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Bioprodukte aus dem Kreis Leipzig sind immer gefragter

Lebensmittel Bioprodukte aus dem Kreis Leipzig sind immer gefragter

Die Kunden kommen aus Leipzig oder der näheren Umgebung. Geliefert wird in Bioläden oder vor Ort verkauft. Bioprodukte aus dem Landkreis Leipzig, speziell aus dem Muldental, sind gefragt. Und längst sind es nicht nur klassische Ökos, die den Geschmack natürlicher Produkte zu schätzen wissen. Bio ist kein Nischenprodukt mehr

Andreas Klaus ist der Inhaber von Klaus Fruchtsäfte und Fruchtweine im Apfelweg von Wurzen.

Quelle: Thomas Kube

Landkreis Leipzig.
Die Kunden kommen aus Leipzig oder der näheren Umgebung. Geliefert wird in Bioläden oder vor Ort verkauft. Bioprodukte aus dem Landkreis Leipzig, speziell aus dem Muldental, sind gefragt. Und längst sind es nicht nur klassische Ökos, die den Geschmack natürlicher Produkte zu schätzen wissen. Bio ist kein Nischenprodukt mehr

„Wer mit seinem alten Auto nach Leipzig fahren will, der darf das nicht“, sagt Klaus Karnal. Der Betreiber des Hofes Grottewitz in Nerchau meint damit, dass Stinker auf vier Räder an den Leipziger Stadtgrenzen durch die Umweltzone gestoppt werden. Eine Sensibilität, die dem Betreiber des Biohofes in Sachen Ernährung fehlt. „Wenn wir weiter essen, was wir essen, werden wir krank.“ Konventionelle Nahrungsmittel seien wenig gesund. Anders sieht es mit dem aus, was Klaus Karnal selbst erntet. Spargel, wenn die Zeit dafür reif ist, oder auch Kartoffeln. Alles Bioprodukte, mit denen er Bioläden beliefert. Oder die er in Nerchau von seinem Hof verlauft. Die Kundschaft kommt in vielen Fällen aus Leipzig.

Ein spezielles Bioprodukt gibt es auf dem Biogut Wagelwitz im gleichnamigen Mutzschener Ortsteil. Hier backen Sonja und Mike Hoyer Brot. Nicht irgendein Brot. Das Getreide dafür wird in der Mühle Miltitz in der Nähe von Nossen gemahlen, „und das Getreide lässt sich zurückverfolgen bis aufs Feld“, sagt Sonja Hoyer. Gebacken wird im Holzofen, was dem Brot einen ganz speziellen Geschmack verleiht. Das Holzofenbrot, das außen eine krosse Kruste hat und innen feucht ist, bleibt sehr lange haltbar. Die Brote werden auf dem Hof verkauft. „Zu uns kommen auch andere als die typischen Biokunden“, sagt die Bäckerin. Für die sei die Qualität entscheidend.

Von Qualität versteht auch Andreas Klaus etwas, der Inhaber der gleichnamigen Fruchtsaftfirma in Wurzen-Roitzsch. Das Unternehmen, 1934 im später abgebaggerten Dorf Magdeborn gegründet und seit 41 Jahren in Wurzen ansässig, produziert keineswegs nur Bio-Säfte. Aber eben auch, etwa Bio-Apfelsaft, zu dessen Herstellung nur ungespritzte Früchte verwendet werden. Insgesamt sind es mehr als 30 Säfte, die biologisch korrekt hergestellt werden, und dazu gehören auch vergleichsweise exotische Geschmacksrichtungen wie Aronia, Sauerkraut oder Mango. Sogar ein Bio-Apfelwein ist bei der Firma Klaus zu haben. Das Spektrum der Abnehmer ist breit und reicht von Bioläden in Leipzig über den Konsum dort. Auch bei Rewe stehen die Klaus`schen Biosäfte im Regal. Und Andreas Klaus bestätigt, dass es längst nicht mehr nur Aussteiger oder Grüne sind, die biologisch einwandfreie Getränke bevorzugen.

Bio wird auch auf dem Landgut Nemt bei Wurzen großgeschrieben. Zumindest in der Getreideproduktion. Während die Milch in Nemt konventionell produziert wird, stehen die Zeichen bei der Pflanzenproduktion voll auf Bio, sagt Geschäftsführer Karsten Döbelt. Bio heißt auf dem Nemter Landgut 100-prozentiger Verzicht auf Chemikalien, und zwar sowohl bei der Düngung als auch bei der Schädlingsbekämpfung. Zudem achten die Nemter Landwirte auf die Einhaltung der Fruchtfolge. Das heißt: Auf bestimmte Felder kommt nicht jedes Jahr wieder Mais oder Raps, sondern eine andere Getreideart, die dem Boden nicht die gleichen Nährstoffe entzieht wie die Feldfrucht der Vorjahressaison. Erst nach sieben Jahren wird wieder die gleiche Frucht auf demselben Acker angebaut. „Dann hat sich der Boden wieder regeneriert“, sagt Geschäftsführer Döbelt. Und die Produktion ist damit auch weiterhin Bio.

Von Nikos Natsidis

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