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Wurzen Bischöfliche Götterspeise aus Wurzen wird zweiter Sieger beim Dessert-Contest
Region Wurzen Bischöfliche Götterspeise aus Wurzen wird zweiter Sieger beim Dessert-Contest
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00:21 12.10.2017
Quelle: Foto: Jan Gutzeit
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Köln/Wurzen

„Ich bin mächtig stolz auf den Mike. Wer kann schon von sich behaupten, eine der besten Süßspeisen Deutschlands kreiert zu haben?!“ Als Herold Wilhelm der Eitle tanzt er sonst in Puffhosen und Schnabelschuhen „arschgeleckten Majestäten“ auf der Nase herum. Beim großen Finale am Montagabend in Köln verneigte sich Wurzens Schlossherr Ronny Wedekind dagegen ohne Flachs und Krümel vor der Leistung seines stellvertretenden Küchenchefs. In edlem Zwirn und so tief, dass der Rücken knirschte. Für seinen Schützling, Mike Bednarsch, König der Herzen, hat es zwar nicht ganz auf den Thron gereicht, aber immerhin wurde er zweiter Sieger.

Erstmals kürten Langnese, der Service-Bund und TV-Moderatorin Ruth Moschner „Deutschlands Dessert-König“. Für Chef-Schleckermäulchen Marcus Hannig war es alles andere als eine Qual der Wahl. Zwischen Nordsee und Alpen hatte er seit Wochen das Vergnügen, weit über 70 Süßspeisen zu testen. Der Gaumen – und sein Daumen: Letzterer zeigte schließlich für fünf Bewerber nach oben. Einer der Finalisten: Mike Bednarsch aus Wurzen.

Es war der wohl aufregendste Tag seines noch jungen Lebens. Der 26-jährige Schöpfer der viel gepriesenen „Bischöflichen Götterspeise“ stand im Rampenlicht der Anuga, der weltgrößten Messe der Lebensmittelindustrie. Und tatsächlich: Seinem Dessert aus Minze, Eis und Mango flogen die Komplimente nur so zu. Einen Moment träumte er schon davon, die Kochmütze gegen die Königskrone einzutauschen. Doch daraus wurde nichts: Marco Grenz vom Kursaal Bad Cannstatt machte das Rennen. Keine Spur von Enttäuschung beim Wurzener Team: Die Bischöfliche Götterspeise gilt daheim an der Mulde schon jetzt als ultimatives Sahnehäubchen einer jeden Festspeise. Das Rezept soll auf ein rauschendes Fest des damals im Schloss residierenden Johann von Schleinitz zurück gehen: „1518 wurde er zum Bischof ernannt. Nachdem ihm der Papst die Urkunde zustellen ließ, feierte er das mit 150 Gästen und 81 Gängen“, verrät Schlossherr Wedekind. „Dabei gab es Mango. Die gilt in Asien seit jeher als göttliche Speise. Und weil unser Dessert im einstigen Bischofsschloss ganz auf Mangowürfel abgestimmt ist, heißt das Ganze eben Bischöfliche Götterspeise.“

Ragout, Sorbet und Biskuit – ein einziges Gedicht. Kein Wunder: Mike Bednarsch wird in jeder freien Minute zu so etwas wie einem Schriftsteller. Lukullus haucht ihm die Ideen ein, die er zu Papier bringt und schließlich in der Küche verfeinert. Zu Lasten der Linie geht das übrigens nicht: Rund ist bei ihm nicht der Bauch, sondern der Fußball, dem er nach Dienstschluss hinterher jagt.

Die Auszeichnung in Köln – ein Riesenansporn für ihn und seinen Chef. Kurz vor Mitternacht ging es für beide mit dem Zug zurück gen Wurzen. Dort stehen sie wieder pünktlich zu Dienstbeginn auf der Matte. Die Gäste im Schloss warten schließlich auf sie – und vor allem auf die Bischöfliche Götterspeise.

Von Haig Latchinian

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