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Wurzen Bisher 27 000 Fahrgäste: Brandiser Stadtbus-Linie erfüllt alle Erwartungen
Region Wurzen Bisher 27 000 Fahrgäste: Brandiser Stadtbus-Linie erfüllt alle Erwartungen
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08:52 09.05.2017
Die ersten Zwischenergebnisse von Muldental in Fahrt überzeugen. Der Schlüssel zum Erfolg sind unter anderem ein engmaschiges Haltestellennetz und gute Anschlüsse an die Bahn. Quelle: Christian Modla
Brandis/Bad Lausick/Grimma/Colditz

Aller halben Stunde mit dem Bus zum Einkaufen, zum Arzt oder zur Arbeit. Eine verlockende Möglichkeit, die das Projekt Muldental in Fahrt seit Ende 2016 eröffnet. In den beteiligten Städten Brandis, Colditz, Grimma und Bad Lausick gingen am 11. Dezember die ersten Linien des ambitionierten Vorhabens an den Start. Und Andreas Kultscher, Geschäftsführer der Regionalbus Leipzig GmbH, kann ein positives Fazit ziehen.

Brandiser Stadtbuslinie auf Anhieb unter den Top Ten

Im Quartett der vier Verbindungen hat die Brandiser Stadtbus-Linie mit Abstand die Nase vorn. „Bisher haben wir zwischen dem Brandiser Fachklinikum und dem S-Bahn-Haltepunkt Gerichshain 27 000 Fahrgäste befördert. Ein sensationeller Wert“, wie Kultscher meint. „Die Strecke ist damit auf Anhieb auf Platz 7 aller Muldental-Linien geschossen.“ Die Midi-Busse fahren Montag bis Samstag aller halben Stunde, ab 20 Uhr und an Sonntagen im Ein-Stunden-Takt. Auch spätabends sind die Brandiser nicht von der Außenwelt abgeschnitten. Freitags und Samstags wird die Linie bis kurz vor Mitternacht bedient. Beispiel: Wer vom abendlichen Gewandhaus-Besuch 23.30 Uhr in Gerichshain ankommt, steht am Bahnsteig nicht auf verlorenem Posten. Der letzte Bus verkehrt 23.38 Uhr nach Brandis. Vor allem der regelmäßige Anschluss an die S-Bahn war in der 10 000-Einwohner-Stadt, die außer im Ortsteil Beucha über keine Zugverbindung mehr verfügt, ein langgehegter Wunsch.

Die erste Brandiser Stadtbuslinie bindet das Fachklinikum, die Innenstadt, aber auch Ärzte, Einkaufseinrichtungen und große Wohngebiete an. Die 689 fungiert vor allem als Zubringer zur S-Bahn in Gerichshain. Quelle: MDV

Der Erfolg der „689“ zwischen Brandis und Gerichshain geht auch nicht zu Lasten anderer Busverbindungen, wie Kultscher erklärt. „Unsere Sorge war, dass wir dadurch eventuell einen Abbruch auf der Strecke Brandis-Beucha erleben. Aber das sei nicht der Fall. „Nur rund 2000 Fahrgäste sind zu dem neuen Angebot abgewandert. Was bedeutet, dass wir durch die Stadtbus-Linie etwa 25 000 neue Fahrgäste gewonnen haben.“ Die Akteure bei Regionalbus, Mitteldeutschem Verkehrsverbund (MDV), Landkreis und Kommune stimmt die Startphase deshalb nahezu euphorisch. „Das Beispiel zeigt, dass wir durch gut vernetzte Fahrten und ein enges Haltestellennetz neue Kunden erreichen können“, bringt es der Regionalbus-Chef auf den Punkt. Als großen Gewinn wertet auch der Brandiser Stadtchef Arno Jesse (SPD) das Busangebot. Er hofft, dass es zur Einführung von zwei weiteren Stadtbuslinien kommt, die auch Beucha und Waldsteinberg einbinden. „Dann erst hätten wir wirklich einen richtigen Stadtbusverkehr in Brandis, von dessen Erfolg und Notwendigkeit ich fest überzeigt bin.“

Auch Colditz-Bad Lausick kommt gut aus den Blöcken

Gut aus den Startblöcken ist auch die Linie Colditz-Bad Lausick gekommen. Im Zwei-Stunden-Takt – in der Hauptverkehrszeit sogar stündlich – rollt der Bus, der den Anschluss an den Zug nach Leipzig gewährleistet. „Bisher konnten wir hier eine Verdopplung der Fahrgäste registrieren“, freut sich Geschäftsführer Andreas Kultscher. Rund 10 000 Passagiere wurden seit Projektstart gezählt. Neben dem Alltagsverkehr wird der Linie auch eine touristische Bedeutung zugeschrieben. „So ist es erstmals möglich, dass englische Touristen, die Schloss Colditz besuchen wollen, in 60 Minuten von Leipzig aus an der Mulde sind.“ Denn länger dauere es nicht, mit Bus und Bahn vom Hauptbahnhof gen Colditz zu reisen. „Ob man das immer mit dem Auto schafft?“, Kultscher wagt das zu bezweifeln - zumal dann auch noch die nervige Parkplatzsuche bleibe. Auch das Freizeitbad Riff in Bad Lausick sei jetzt besser angebunden.

Keine aussagekräftigen Zahlen würden hingegen zur Linie 694 Wurzen-Grimma vorliegen. „Durch die Felssicherung in Dorna und die damit verbundene Straßensperrung stimmen hier die Randbedingungen einfach nicht.“ Noch etwas verhalten wird die neue Möglichkeit auch im Lossatal genutzt. Hier wurde eine Linie zwischen Falkenhain, Dornreichenbach, Kühren und Burkartshain installiert. Sie verbindet nicht nur etliche Ortsteile der Landkommune, sondern ist auch auf den Regionalexpress Dresden-Leipzig abgestimmt. Damit gelangen die Fahrgäste in weniger als einer Stunde auf den Leipziger Hauptbahnhof. „Reichlich 3000 Fahrgäste ließen sich bislang auf der 659 befördern“, teilt Kultscher mit. Der Lossataler Bürgermeister Uwe Weigelt (SPD), der auch im Aufsichtsrat der Regionalbus GmbH sitzt, würde sich wie Kultscher noch mehr Nutzer wünschen. „Das Angebot muss sich erst noch herumsprechen“, ist Weigelt überzeugt. In dieser Woche wird deshalb im Lossatal erneut die Werbetrommel gerührt. Andreas Kultscher wird bei einer Info-Veranstaltung selbst vor Ort sein, um den Lossatalern den Umstieg auf den Bus schmackhaft zu machen.

Von Simone Prenzel

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