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Blindenberatung in Wurzen: Hilfe, die weitergegeben wird

Blindenberatung in Wurzen: Hilfe, die weitergegeben wird

Er gibt etwas weiter, was er selbst bekommen hat: Hilfe und Unterstützung. Als er selbst erblindete, sagt Matthias Hofmann, habe ihm der Blinden- und Sehbehindertenverband zur Seite gestanden und dazu beigetragen, den Alltag zu bewältigen.

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Erfahrungen weitergeben: Matthias Hofmann (M.) und Verbandsmitarbeiterin Eleonore Konrad beraten im Wurzener Stadthaus Holm Weihmann.

Quelle: Andreas Röse

Wurzen. Jetzt ist er selbst als Regionalgruppenbetreuer aktiv und hat sich dafür eingesetzt, dass es in Wurzen wieder eine regelmäßige Beratung gibt.

Der Auftakt erfolgte im September, der nächste Termin ist der 13. November. An jedem zweiten Mittwoch eines Monats von 14 Uhr bis 16 Uhr gibt es im Wurzener Stadthaus eine Anlaufstelle für Blinde und Sehbehinderte, der Sozialverband VdK stellt dafür einen Raum zur Verfügung. Damit lebt ein Angebot wieder auf, das es schon einmal gab, das jedoch aus personellen Gründen einige Jahre lang nicht aufrecht erhalten werden konnte. Hofmann hat sich dafür stark gemacht, dass die Beratung wieder stattfindet. "Wir sprechen damit eine große Region an", sagt er und meint etwa den Bereich des Altkreises Wurzen. Betroffene aus dem nördlichen Muldental haben jetzt kürzere Wege.

"Im Grunde sind wir eine Patientenorganisation", erklärt Hofmann das Selbstverständnis des Verbandes. Natürlich kümmere sich der Augenarzt um Krankheit und Behandlung. Und natürlich halte der Augenoptiker Hilfsmittel bereit. Doch da gehe es schon los, sagt der Regionalgruppenbetreuer. Viele, selbst Ärzte, wüssten manchmal gar nicht, welche Möglichkeiten existierten, wenn die Brille zu dick werde und an Grenzen stoße. "Es gibt wunderbare Sachen und viele sind nicht einmal teuer." Lupen zum Einhängen zum Beispiel führt er auf, durch die selbst Lesen oder Fernsehen wieder möglich werden könnten. Der Verband, so Hofmann, sei so etwas wie die dritte Instanz - nach Arzt und Augenoptiker. Dabei geht es ihm nicht nur um die Krankheit der Augen selbst, vor allem beim Meistern der Folgen könne gute Hilfestellung geleistet werden. "Es gibt so viele Aspekte", erklärt Hofmann. Das gehe weit über die Tipps für Hilfsmittel hinaus. "Schwerbehindertenausweis, Arbeitsassistenz, Berufswechsel", zählt er auf, das seien nur drei Bereiche, in denen die Beratung des Verbandes dazu beitragen könne, die Herausforderungen im täglichen Leben besser zu meistern. Lohnzuschüsse seien möglich, es gebe Fördermittel bei der Schaffung von behindertengerechten Arbeitsplätzen. Bei einer entsprechenden Schwerbehinderung könnten Betroffene auch eine Beförderungswertmarke erwerben, die für momentan 72 Euro pro Jahr Mobilität in ganz Deutschland herstelle. "Und wir helfen nicht nur Blinden oder Sehbehinderten", fügt Hofmann hinzu, "wir stehen auch Angehörigen mit Ratschlägen zur Seite."

Wie wichtig derartige Unterstützung ist, das weiß Matthias Hofmann aus eigener erfahrung mehr als zur Genüge. Schon als Schulkind war er stark kurzsichtig, mit 18 Jahren hatte er eine Sehbehinderung in der Stärke von 20 Dioptrien. Dennoch lernte er Koch, doch nach einer Netzhautablösung erblindete 1979 das linke Auge. Er musste seinen Beruf aufgeben, wurde Küchenleiter, machte nach der Wende zusammen mit seiner Frau eine Gaststätte mit Gemeinschaftsverpflegung auf. 2001 löste sich auch rechts die Netzhaut ab, die medizinischen Möglichkeiten waren erschöpft. Seit 2007 ist Matthias Hofmann erblindet. "Diese Situation zu meistern, dabei hat mir der Verband unheimlich geholfen." Dafür sei er dankbar. Und deswegen wolle er jetzt Hilfe an andere weitergeben.

 

 

Blinden- und Sehbehindertenberatung in Wurzen: jeden zweiten Mittwoch im Monat , 14 bis 16 Uhr, Stadthaus, Zimmer 36; tel. Kontakt: 034293/4 21 49 oder 034297/4 15 52

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 28.10.2013
Heinrich Lillie

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