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Bollwerk gegen die Mulde soll in vier bis fünf Jahren fertig sein

Muldenaue Bollwerk gegen die Mulde soll in vier bis fünf Jahren fertig sein

Frühestens Ende 2017 könnten die Deichbauarbeiten zwischen Bennewitz und Püchau beginnen, erklärt die Landestalsperrenverwaltung (LTV). Bevor die Bagger rollen, müssen erst die Archäologen ihre Arbeit verrichten. Zum voraussichtlichen Fertigstellungstermin kann LTV-Betriebsleiter Axel Bobbe nur eine vorsichtige Prognose abgeben.

Püchau wurde 2013 erneut von der Muldeflut getroffen. Jetzt gibt es endlich Planungsrecht für einen neuen Deich, der sich auf rund fünf Kilometer Länge zwischen Bennewitz und Püchau erstreckt. .

Quelle: G. Heigel (Archiv)

Machern/Püchau/Dögnitz. Die Natur hielt sich nicht an den Dienstweg. Bevor die Flutopfer von 2002 sich versahen, waren die Auendörfer nördlich von Wurzen 2013 erneut der Mulde ausgeliefert. Pläne für einen besseren Schutz der Siedlungen lagen zu dem Zeitpunkt längst in der Schublade, konnten aber von den sächsischen Hochwasserschützern nicht umgesetzt werden.

Rot ist der Verlauf des neuen Deiches zwischen Püchau und Grubnitz markiert, grün der vorhandene Muldedeich

Rot ist der Verlauf des neuen Deiches zwischen Püchau und Grubnitz markiert, grün der vorhandene Muldedeich.

Quelle: Patrick Moye

Seit wenigen Tagen erst sind die Unterschriften unter dem alles entscheidenden Dokument getrocknet, das den Weg für einen neuen rund fünf Kilometer langen Deich in den Gemeinden Machern und Bennewitz ebnen soll. Die Landesdirektion gab Ende Juli grünes Licht für den Neubau der ersehnten Hochwasserschutzanlage (die LVZ berichtete).

Erst graben die Archäologen

„Die Deichbauarbeiten selbst beginnen frühestens Ende 2017“, teilte Katrin Schöne, Sprecherin der Landestalsperrenverwaltung (LTV), am Mittwoch mit. Damit haben sich die Hoffnungen etlicher Püchauer und Dögnitzer nicht erfüllt, dass dem Planfeststellungsbeschluss ein baldiger Baubeginn folgt.

Das Prozedere bleibt weiter zäh: „Erst rücken 2017 die Archäologen an, um den Untergrund unter die Lupe zu nehmen“, so Axel Bobbe, Betriebsleiter der LTV für Elbaue, Mulde und Weiße Elster. Das Bauvorhaben befinde sich in einem archäologisch bedeutsamen Gebiet, heißt es zur Erklärung. Die Dauer der Untersuchungen sei davon abhängig, auf welche historischen Relikte die Erdforscher stoßen. Außerdem, so die LTV weiter, müssten noch wichtige Trinkwasser- und Gasleitungen umverlegt werden.

Der Schutz der Ortschaften in der Aue nördlich von Wurzen war jahrelang auf erhebliche Hindernisse gestoßen. Groß war 2013 die Wut der Betroffenen, als sie zum zweiten Mal nach 2002 eine Muldeflut mit voller Wucht traf. Axel Bobbe machte nach der erneuten Überschwemmung der Dörfer unter anderem schwierige Verhandlungen mit Bodeneigentümern für die Verzögerungen verantwortlich. Auch der Naturschutz habe seine Interessen in der sensiblen Landschaft mit Nachdruck vertreten.

Nunmehr scheinen endlich alle Hindernisse aus dem Weg geräumt. „Wir hoffen, dass wir einen klagesicheren Bescheid vorliegen haben“, erklärte Bobbe am Mittwoch gegenüber LVZ. Wenn sich jetzt noch Bodeneigentümer quer stellen sollten und zum Beispiel das Betreten ihrer Grundstücke verweigern, habe man mit dem Planfeststellungsbeschluss ein ganz anderes Instrument in der Hand. „Jetzt könnten wir notfalls auch enteignen.“ Beim Bau der ersten 1,7 Kilometer habe es fast zwei Jahre gedauert, bis die LTV alle Erlaubnisse beisammen hatte. Ein derartiges Trauerspiel werde es mit dem jetzigen Bescheid nicht mehr geben können.

Urteil zur Weser berücksichtigt

Die Verzögerungen seien aber auch der Lage des Vorhabens in einem FFH-Gebiet (Flora-Fauna-Habitat) geschuldet. „Die Landesdirektion“, so Bobbes Einschätzung, „wollte ganz sicher gehen, dass alle Naturschutz-Fragen im Vorfeld geklärt sind, um das Projekt nicht über eine Klage zu gefährden.“ Zudem habe die LTV auch das jüngste Urteil des Bundesverwaltungsgerichts zur Vertiefung der Weser berücksichtigt, um sich nicht angreifbar zu machen. „Nicht zuletzt haben wir uns Gedanken gemacht, wie Flächen, die vom neuen Deich durchschnitten werden, weiter für Landwirte befahrbar bleiben.“

Wann die Bewohner nun ruhig schlafen können? Dazu Bobbe: „Bei der Länge der Anlage und einem riesigen Schöpfwerk bei Püchau rechne ich mit drei, vier Jahren Bauzeit.“ Demnach wird es noch bis 2020/2021 dauern, bis die Auendörfer vor einem Hochwasser sicher sind, wie es statistisch alle hundert Jahre vorkommt. „Aber auch das“, so der LTV-Mann, „ist nur ein Blick in die Glaskugel.“

Die Macherner Bürgermeisterin Doreen Lieder erklärte: „Unser Ziel ist es selbstverständlich, dass der Deich so schnell wie möglich vollendet wird.“ Dass es so lange dauere, habe sie schon überrascht, bekannte Lieder. „Vielleicht ist es sinnvoll, wenn die LTV hier weitere Transparenz herstellt und

Ein Bild der Zerstörung bot sich 2013 nach mehreren Dammbrüchen an der Mulde bei Püchau

Ein Bild der Zerstörung bot sich 2013 nach mehreren Dammbrüchen an der Mulde bei Püchau.

Quelle: Simone Prenzel

die Gemeinden einbindet, warum das Vorhaben so viel Zeit beansprucht.“

Von Simone Prenzel

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