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Borsdorf: Bildungs- und Technologiezentrum bringt Zuwanderer und Firmen zusammen

Migranten Borsdorf: Bildungs- und Technologiezentrum bringt Zuwanderer und Firmen zusammen

Im Borsdorfer Bildungs- und Technologiezentrum wurde am Dienstag erstmals der Versuch unternommen, Zuwanderer direkt mit regionalen Handwerksfirmen in Kontakt zu bringen. Organisiert wurde die Kontaktbörse von Arbeitsagentur und Jobcenter Leipzig sowie der Handwerkskammer.

Wie finden Zuwanderer und Firmen zusammen, damit beide Seiten profitieren? Um der Beantwortung dieser Frage näherzukommen, knüpften Migranten im BTZ am Montag erste Kontakte zu Betrieben. Berater Mathias Churs (M.) führte Teilnehmer aus Kurdistan, der Türkei, dem Kosovo und Eritrea durch die Werkstätten der Bauberufe.

Quelle: Andreas Döring

Borsdorf. Eine erste Kennenlernbörse brachte am Dienstag Migranten und Handwerksfirmen in Borsdorf zusammen. Im Bildungs- und Technologiezentrum (BTZ) der Handwerkskammer wurde in Kooperation mit der Arbeitsagentur und dem Jobcenter Leipzig ein Vermittlungstag veranstaltet. „Was können die Menschen, die zu uns kommen? Und welche Erwartungen haben die Betriebe an sie? Um diese Fragen soll es gehen“, machte Oliver Klaus, Hauptabteilungsleiter und Chef des BTZ, deutlich.

„Für die Premiere wurden von Arbeitsagentur und Jobcenter rund 140 Zuwanderer eingeladen“, erklärte Ronny Schleicher, Pressesprecher des Leipziger Jobcenters, gegenüber LVZ. „In der Regel handelt es sich dabei um Asylberechtigte, die nach dem Sozialgesetzbuch II genau wie deutsche Arbeitslose Anspruch auf die Leistungen des Jobcenters haben.“ Viele hätten in ihrer Heimat in verschiedenen Berufen gearbeitet. „Vor allem Bauhelfer aus Syrien, aber auch anderen Ländern, haben wir für diese erste Kontaktbörse ausgewählt“, ergänzte Judith Röske, Bereichsleiterin beim Jobcenter Leipzig. Nach einführenden Informationen wurden die Jobsuchenden durch die verschiedenen Lehrkabinette gelotst. „Wer in seiner Heimat nur vier Jahre die Schule besucht hat, kann sicherlich kein Herzchirurg werden“, wählte Oliver Klaus ein krasses Beispiel. Es gelte aber, die Zuwanderer mit der Fülle von Möglichkeiten bekanntzumachen, die sich gerade im Handwerk bieten. „Denn uns interessiert nicht, woher jemand kommt, sondern nur, wohin jemand will.“ Momentan gelte es, möglichst passgenau den Aus- und Weiterbildungsbedarf zu ermitteln und Angebote zu machen. „Gleichzeitig müssen uns die Firmen signalisieren, ob der eine Flüchtling vielleicht nur noch eine kurze Auffrischung einer Qualifikation braucht oder auch sofort einsteigen kann.“ Vor allem auf dem Bau würden Firmen händeringend nach Leuten suchen. Deshalb wurden am Montag auch vorrangig Interessenten aus dieser Branche nach Borsdorf eingeladen. Wie Marcel Unger aus Taucha. „Es ist schwierig, gute Mitarbeiter zu finden,“ beklagte der Bauunternehmer. „Leute, die schon nach drei Stunden Arbeit keine Lust mehr haben, brauche ich nicht. Vielleicht lassen sich hier aber Kontakte knüpfen“, hatte er ganz konkrete Erwartungen an die Vermittlungsinitiative.

Auf Interesse bei den Teilnehmern stieß vor allem die Maurerwerkstatt, wo gerade die aktuelle Meisterklasse zugange war. Aber auch über Möglichkeiten, sich als Fliesen- und Parkettleger sowie als Maler und Lackierer fitzumachen, wurde informiert. Am Stand von Ibas, der Informations- und Beratungsstelle Anerkennung Sachsen, gab es konkrete Auskünfte, welchem deutschen Abschluss zum Beispiel eine Qualifikation in Syrien entspricht. Hier erhielten die Zuwanderer wertvolle Hinweise zur Anerkennung ausländischer Qualifikationen bis hin zur gezielten Weiterbildung für den hiesigen Arbeitsmarkt. „Wir haben Ibas unter das Dach des Jobcenters geholt, um für die Betroffenen kurze Wege zu gewährleisten“, fügte Ronny Schleicher hinzu. Denn oftmals sei der Ämter-Dschungel doch etwas undurchsichtig. „Gerade zu Qualifikationen gibt es ganz viel Aufklärungsbedarf“, unterstrich auch BTZ-Chef Oliver Klaus. „Studienabschlüsse in den Herkunftsländern kommen oft einem deutschen Facharbeiter-Abschluss gleich. Für Berufe wie Augenoptiker und Hörgeräteakustiker müssen die Zuwanderer in den Heimatländern zum Beispiel ein Hochschulstudium absolvieren, bei uns in Deutschland sind das normale Ausbildungsberufe. Andererseits denken viele, um bei BMW am Band zu stehen, muss man hierzulande studiert haben.“

Wert legten die Veranstalter darauf, dass für die Neuankömmlinge keine Extrawurst gebraten wird. „Sie werden genau so individuell auf dem Weg in den ersten Arbeitsmarkt begleitet wie andere Arbeitslose auch“, erklärte Jobcenter-Sprecher Schleicher. Welche Qualifikationen, welche Sprachkenntnisse, welche Besonderheiten die arbeitswilligen Zuzügler haben, darauf konnte der Kennenlerntag zumindest erste Antworten geben.

Von Simone Prenzel

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