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Borsdorf: Neue Beschilderung für Dreieckssiedlung

Gemeinderat Borsdorf: Neue Beschilderung für Dreieckssiedlung

Mehrere Jahre diskutierte der Borsdorfer Gemeinderat darüber, wie der Verkehr von der Dreieckssiedlung in Richtung Panitzsch geregelt werden soll. In der jüngsten Sitzung näherte man sich nun einer Lösung an, mit der aber nicht alle zufrieden sind. Die CDU-Fraktion schlägt nun eine weitere Maßnahme vor.

Auf der Dresdner Straße in Panitzsch, in Höhe der Einmündung Engelsdorfer Straße, werden die Pfeilwegweiser (links und rechts) ersatzlos entfernt.

Quelle: Mathias Schönknecht

Borsdorf/Panitzsch. Viel Vorlauf und zahlreiche Diskussionen waren für diesen Beschluss notwendig. Nun können erste Maßnahmen zur Verkehrsentlastung der Dreieckssiedlung in Panitzsch getroffen werden. Viele Anwohner sind dennoch unzufrieden. Der Borsdorfer Gemeinderat stimmte auf seiner jüngsten Sitzung für den Vorschlag, auf der Dresdner Straße die Ausschilderung „Panitzsch“ auf dem Vorwegweiser dauerhaft abzukleben und die Pfeilwegweiser mit der Aufschrift „Panitzsch“ und der Kilometerangabe im Einmündungsbereich der Engelsdorfer Straße zu entfernen. Im selben Atemzug wurde der 1995 getroffene Ratsbeschluss der damals noch eigenständigen Gemeinde Panitzsch zu verschiedenen Verkehrsregelungen aufgehoben. Ziel ist es, ortsfremden Verkehr davon abzuhalten, von der Dresdner über die Sommerfelder Straße nach Panitzsch zu fahren.

Zur Vorgeschichte

Durch den Neubau der B 6 Anfang der neunziger Jahre wurde die Sommerfelder Straße zwischen Dreiecksiedlung und Panitzsch unterbrochen. Für die Wiederherstellung der Verbindung durch eine Brücke favorisierte das Gros der Siedlungsbewohner damals eine schmale Straße mit Radweg. Der Panitzscher Gemeinderat stimmte aber für einen Straßenausbau auf einer Breite von fünf Metern ohne Radweg. Dafür sollte am Abzweig der Dresdner Straße in die Dreiecksiedlung ein Sackgassenschild und das Sperrschild „Anlieger und Versorgungsfahrzeuge frei“ angebracht werden. Das Thema sorgte seither immer wieder für Furore. So schlägt Gemeinderätin und Bewohnerin der Dreieckssiedlung Margitta Moritz (Freie Wähler) derzeit eine Fahrradstraße – mit Tempolimit für motorisierte Fahrzeuge – vor und verweist auf viele Befürworter aus Reihen der Anwohner für diese Variante. Hauptargument der Bürgerinitiative: Den Schulweg für Kinder sicherer zu machen.

In einem anderen Vorschlag des Technischen Ausschusses sollten die Hinweise auf Panitzsch am Abzweig in die Dreiecksiedlung in der Dresdner Straße entfernt, auf beiden Seiten der Ortsverbindung eine separate Fußgänger- und Radfahrspur durch gestrichelte Linien markiert sowie das Schild „Achtung, Fußgänger“ angebracht werden. Das Geländer der Brücke müsste in diesem Zuge von aktuell einem auf 1,30 Meter erhöht werden.

Gemeinderat stimmt für vorliegenden Beschluss

Bürgermeister Ludwig Martin sprach vor seinen Gemeinderäten von einer Misere, die es zu heilen gilt. Denn der damalige Beschluss könne den heutigen Verkehrsansprüchen nicht mehr gerecht werden. „Es ist ein heikles Thema“, gab der Gemeindechef zu, doch die Kostenschätzung für den Vorschlag habe ohne eine Veränderung der Brücke bereits einen Umfang von 50 000 Euro ergeben. Dieses stehe laut Ludwig Martin nicht im Verhältnis zum aktuell zu treffenden Beschluss. Eine Verkehrsschau am 18. Mai 2016 untersuchte die Situation zwischen Dreiecksiedlung und Panitzsch. Nach Einschätzung der Polizei gäbe es keinen Grund Maßnahmen – wie Fahrbahnmarkierung oder Fahrradstraße – vorzunehmen, da es in den letzten Jahren nachweislich keine Unfälle gab.

Laut Martin gäbe es in Borsdorf zudem andere Straßen, die derzeit in einem noch unsichereren Zustand für Schulkinder seien. „Im Rahmen der Mittel, die uns zu Verfügung stehen, muss über alles gesprochen werden.“ Und da stehe die Dreieckssiedlung nicht an erster Stelle.

Fahrradstraße nicht genehmigungsfähig

Vor der Abstimmung stellte Margitta Moritz den Antrag, ein Tempolimit von 20 Kilometer pro Stunde mit in den vorliegenden Beschluss aufzunehmen. Prof. Arne Rodloff (CDU) sprach sich dagegen aus. Dieser Antrag wäre bei nächster Gelegenheit möglich. „Ihn nun mit einzubinden ist schwierig. Das Problem seien die Fahrradstreifen.“ Diese seien aus Gesetzesgründen nicht möglich. Über eine Beschränkung auf 30 kmh könne man in der nächsten Sitzung reden.

„Wir müssen endlich einmal beginnen“ erinnerte Ilko Martin (Freie Wäherschaft). „Ich weiß schon gar nicht mehr, wie viele Jahre wir darüber diskutieren.“

Nachdem die Gemeinderäte den Antrag von Margitta Moritz mehrheitlich ablehnten und für den unveränderten Beschluss stimmten, richtete sich Martin eindringlich an Margitta Moritz: „Täuschen Sie nicht die Bürger mit der Fahrradstraße. Diese ist nicht genehmigungsfähig.“

CDU-Fraktion stellt Antrag

Zu den vorgeschlagenen Möglichkeiten gesellt sich nun eine weitere: wie der CDU-Ortsverband auf seiner Internetpräsenz mitteilt, habe man nur einen Tag nach der Gemeinderatssitzung einen Antrag zur Prüfung an die Gemeindeverwaltung gestellt. Inhalt: „die gesamte Dreiecksiedlung von der Abfahrt der alten B6 in das Wohngebiet bis zum Feldweg nach der Brücke als Zone 30 zu erklären:“ Die Fraktion verfolge damit drei wesentliche Ziele: die Erhöhung der Verkehrssicherheit, insbesondere die Schulwegsicherheit; die Reduzierung von Abgasen und Lärm sowie die Verbesserung der Wohn- und Aufenthaltsqualität. Damit knüpft die CDU-Fraktion an ihren während der Gemeinderatssitzung aufgezeigten Vorschlag, eine Tempo-30-Zone an anderer Stelle zu fokussieren, an.

Von Mathias Schönknecht

Borsdorf, Sommerfelder Straße 51.349538841577 12.512998580933
Borsdorf, Sommerfelder Straße
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