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Borsdorfer Apfelbullen – erste RB-Fangruppe an einer Schule gegründet

Freies Gymnasium Borsdorfer Apfelbullen – erste RB-Fangruppe an einer Schule gegründet

Am Freien Gymnasium Borsdorf hat sich eine Fangruppe für RB Leipzig gegründet – die Borsdorfer Apfelbullen. Fußballverrückte Väter und Söhne verpassen kein Heimspiel der Rasenballer. Aktuell fiebern sie dem Rückrundenstart entgegen und glauben natürlich an den Aufstieg in die erste Bundesliga.

Die Borsdorfer Apfelbullen stehen auf RB. Eine Fanfahne und T-Shirts künden von ihrer Begeisterung.
 

Quelle: Thomas Kube

Borsdorf.  Etliche Schüler des Freien Gymnasiums eint eine Leidenschaft: Sie stehen auf RB. Noch ein paar fußballverrückte Väter dazu – fertig ist die Mixtur, die am Ende einen richtigen Fanclub ergibt. „Wir haben festgestellt, dass es eine ganze Menge Anhänger der Roten Bullen in Borsdorf gibt“, erzählt Christian Backmann, einer der erwachsenen Fußballverrückten. „Die Idee, einen eigenen Fanclub zu gründen, war damit geboren.“

„Wir kennen uns aus der Schule“, erzählt Leonard. Der Elfjährige ist Feuer und Flamme für die Truppe von Ralf Rangnick. Und er berichtet, wie es dazu kam, dass man sich den Namen Borsdorfer Apfelbullen gab: „Die Fangruppe sollte eine Beziehung zu unserer Schule haben, dem Freien Gymnasium Borsdorf. Deshalb finden sich die Anfangsbuchstaben FGB auch in der Fangruppe Borsdorfer Apfelbullen wieder.“ Was es mit dem Apfel auf sich hat, erläutert Vater Christian Strauß – auch er ein begeisterter Schlachtenbummler. „Mit dem Namen Apfelbullen verweisen wir auf den berühmten Edelborsdorfer, eine traditionsreiche alte Obstsorte, die heute allerdings kaum noch angebaut wird.“ Obwohl die Apfelsorte vermutlich nicht aus Borsdorf stammt, kokettiert man gern mit dem Fakt, Namensgeber des Obstes zu sein – auch wenn dies unter Apfelkundlern äußerst umstritten ist. Der ältesten deutschen Apfelsorte wird unter anderem mit einem Bäumchen im Ortswappen gehuldigt. Und nun haben auch die Fußballfans das identitätsstiftende Kernobst für sich entdeckt – auf dass RB im Profifußball nicht zum Fallobst wird.

Bislang haben die Borsdorfer Anhänger kein Heimspiel in der Red-Bull-Arena verpasst; Ansetzungshefte, die es zu jeder Partie gibt, werden wie Heiligtümer aufbewahrt. „Wir sitzen meist im Fanblock, Sektor B. Es ist schon anstrengend, so lange Zeit durchzuschreien“, bekennt Viertklässler Josef. „Aber die Atmosphäre im Stadion, die ist einfach super.“ Die jugendlichen Fans kennen ihre Lieblinge aus dem Effeff. Entscheidende Spielszenen, die ihnen bei den letzten Begegnungen den Atem stocken ließen, rekapitulieren sie aus dem Schlaf. „Wer wann welchen Treffer erzielt hat, haben die Kinder besser drauf als wir Erwachsenen“, schmunzelt Christian Backmann. Und wenn RB auswärts ran muss, ist das auch kein Hindernis. „Dann hören wir den Red-Bull-Funk“, verrät Ben-Martin, neun Jahre alt.

Trotz Emotionen, Gefühlsausbrüchen und jeder Menge rot-weißer Leidenschaft – auch im Fan-Leben muss erst einmal alles seine Ordnung haben. „Um uns bei RB registrieren zu lassen, haben wir uns mit dem Fanbeauftragten in Verbindung gesetzt.“ Der sei über die Euphorie erfreut gewesen, habe die ersten Logo-Vorschläge aus Gründen des Urheberrechts aber zunächst abgelehnt. „Der Verein hat genaue Vorstellungen davon, wie man sich präsentieren sollte“, erläutert Backmann. Streng verboten sei es, die Initialen RB oder gar den echten Stier zu verwenden. „Wir haben uns daraufhin ein neues Logo einfallen lassen: Ein roter Bulle präsentiert sich jetzt vor einem riesigen Apfel.“ Der Stiel entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als weiteres lokales Markenzeichen: Denn hier zündelt die Flamme der Volkssolidarität. „Die Organisation ist Träger des Freien Gymnasiums und sollte auch in dem Signet auftauchen.“

Die Fangruppe soll auch das Borsdorfer Gymnasium bekannter machen

Die Fangruppe soll auch das Borsdorfer Gymnasium bekannter machen.

Quelle: Thomas Kube

Von dem zweiten Grafik-Versuch zeigte sich RB angetan und nickte das Logo ab. Und auch die Fanfahne, die auf der Tribüne geschwenkt wird, ist von höchster Stelle zugelassen. Das riesige Tuch darf nur ins Stadion, wenn sich der Träger mit einem offiziellen Fahnenpass ausweisen kann. „Den haben wir natürlich.“ Zur vollständigen Fan-Montur gehört aber noch viel mehr: T-Shirts, Basecaps, Hoodies und die obligatorischen Fanschals. „Das ist schon ein tolles Gefühl, wenn man inmitten des Fanblocks seine Stars anfeuern kann“, schwärmen die Apfelbullen. Der große Reiz bestehe auch in der recht familiären Atmosphäre, die den Club von vielen anderen unterscheide. „Es macht einfach Spaß, Teil dieser bunten Fangemeinschaft zu sein.“ Dass Davie Selke und Co. ab der nächsten Saison in der Bundesliga kicken, steht dabei für die eingefleischten Borsdorfer Fans außer Frage. „Das klappt auf jeden Fall, das muss klappen“, gibt es für Jakob, Linus und Tilo nicht den leisesten Zweifel. „Notfalls schreien wir den Ball ins Tor.“ Sogar Schulleiterin Kai Hakl haben die Jungs mit ihrer Fußballbegeisterung angesteckt. Die Leiterin der Bildungsstätte gehört sogar zu den Gründungsmitgliedern der Fangruppe. „Das FGB soll das erste Freie Gymnasium in Sachsen mit einer eigenen assoziierten Fangruppe für Profifußball sein“, heißt es ambitioniert in der Präambel der Apfelbullen.

Zum jüngsten Tag der offenen Tür stellte sich die Fangruppe mit einem Infostand erstmals der Öffentlichkeit vor. In einer Projektwoche, die sich zuvor fächerübergreifend mit dem Thema Musik beschäftigte, gingen die Schüler der Bedeutung von Fangesängen auf den Grund. Die Besucher konnten berühmte Hymnen von Bayern München oder dem FC Liverpool erraten und dafür RB-Autogrammkarten gewinnen. Und auch eine eigene Homepage ist bereits am Start. „Wir sind offen für alle fußballbegeisterten Borsdorfer. Wer will, kann gern mit uns Kontakt aufnehmen.“ Auch das Schulfest am 13. Mai wird nicht ohne Fußball auskommen. „Fanbeauftragter Enrico Hommel hat uns zugesagt, dass es dann eine Autogrammstunde mit einem RB-Spieler geben wird.“

Weitere Infos: Kontakt@FanGruppe-Borsdorf.de

Von Simone Prenzel

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